Sachsen Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.sachsen-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


 

Der treue Liebhaber

Der treue Liebhaber

Ein Gedicht der sächsischen Mundartdichterin Lene Voigt, die vor 120 Jahren am 03.05.1891 in Leipzig geboren wurde und dort 1962 verstarb, soll Sie zum Schmunzeln anregen.
Es stammt aus ihrem letzten im Nationalsozialismus 1936 veröffentlichten Buch „Säk'sches Gemiese" (Erstausgabe), „eine Sammlung der lustigsten Dichtungen in sächsischer Mundart", wie es im Untertitel heißt, gemeint ist die Mundart, wie sie in Leipzig gesprochen wird. Danach durften ihre Bücher auf Betreiben von Martin Mutschmann nicht mehr veröffentlicht werden. Diese Mundart galt als „unheldisch". Und Lene Voigt war als links orientiert verunglimpft worden.
Heute ist die Schriftstellerin sehr beliebt. Kabarettisten wie Tom Pauls, Bernd-Lutz Lange und Gunter Böhnke füllen mit Lene-Voigt-Programmen große Säle. Hans Reimann, ein Kabarettist der 1920er Jahre, gab für das laute Lesen dieser Lektüre wichtige therapeutische Hinweise: „ Den Unterkiefer sanft vorgeschoben, lasse man die mysteriösen Vokabeln aus der pseudosächsischen Gusche tropfen!"
Der treue Liebhaber Foto: Archiv Walker
Der treue Liebhaber Foto: Archiv Walker
Der treue Liebhaber

 

„Hach!" seufzte Lieschen, „lieber Baul -"
Un rang de gleen' ros'ch'n Hände -
„Wenn ich doch nur ä eenz'ches mal
An deine Dreie gloohm gennte...!"

„Beleid'che mich nich!" saachte Baul
Mit großer Geste; „unerheert!
Wie de nur so was saach'n gannst!
De siehst, ich bin da ganz embeert!

Un iewerhaubt...wie de nur bist...!!"
Voll Eifer sprach der junge Mann -
„Was zweifelste denn immerzu?
Die andern gloohm doch alle dran...!"

Quelle

Säk‘sches Gemiese. Eiene Sammlung der lustigen Dichtungen in sächsischer Mundart.

Verlag A. Bergmann – Leipzig o. J. (vor 1936)

Autorin: Käthe Kunze