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Der Bronstein-Defekt

und andere Geschichten 

Christoph Werner

"Ich stellte bald an mir selbst die Verführung durch Zählen und Auswerten fest und empfand die Wonne, Gesetzmäßigkeiten bei gewissen Massenerscheinungen festzustellen. Nichts war vor mir sicher. Als erstes machte ich mich über die Friedhöfe her..."

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich

Hoffmann von Fallersleben um 1865 (?)
Hoffmann von Fallersleben um 1865 (?)

August Heinrich Hoffmann, wie er eigentlich hieß, wurde am 02. Apri 1798 in Fallersleben geboren und starb am 19. Januar 1874 in Corvey. Weil der Name Hoffmann so häufig war, setzte er den Namen seines Geburtsortes dazu und wurde als Hoffmann von Fallersleben berühmt. Er war ein deutscher Dichter und trug als Germanist dazu bei, das Fach Germanistik an deutschen Universitäten zu etablieren.

1823 wurde Hoffmann als Kustos der Universitätsbibliothek Breslau eingestellt. Dann folgte 1830 zunächst die Berufung als außerordentlicher Professor für deutsche Sprache und Literatur an die Breslauer Universität und 1835 die Ernennung zum ordentlichen Professor. Er veröffentlichte den Gedichtband Unpolitische Lieder. Die kritischen Gedichte zu den gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland hatten großen Erfolg, so erscheint 1841 schon eine Neuauflage.

Das Lied der Deutschen, Handschrift von Hoffmann von Fallersleben als Faksimile.
Das Lied der Deutschen, Handschrift von Hoffmann von Fallersleben als Faksimile.

Am 26. August 1841 dichtete er auf der Insel Helgoland, damals britisch, das Lied der Deutschen. Hier drückt er die Sehnsucht vieler Deutscher nach nationaler Einheit aus. Schon am 1. September 1841 wird das Lied unterlegt mit der Melodie der Kaiserhymne Joseph Haydns, erstmals bei Hoffmann und Campe als Einzeldruck veröffentlicht. 1922 wird es zur Nationalhymne der Deutschen erklärt, von der seit 1952 nur noch die 3. Strophe gesungen wird.
Die preußische Regierung warf Hoffmann 1842 vor, in seinen Schriften "politisch anstößige Grundsätze und Tendenzen" zu vertreten, er galt als "staatsgefährdend". Sie entließ ihn, ohne eine Pension anzuerkennen. Wenig später entzog man ihm die preußische Staatsbürgerschaft und wies ihn aus Preußen aus. Es begannen sechs ruhelose Jahre, in denen er häufig den Wohnsitz wechselte und mehrfach in Preußen als auch im Königreich Hannover ausgewiesen wurde.

Er nimmt nicht an der Märzrevolution teil, auch lehnt er ein Angebot ab, in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt zu werden. Schließlich werden seine Eingaben an das Preußische Ministerium durch eine Amnestie positiv beantwortet, er wird rehabilitiert und erhält ein Wartegeld von 375 Talern als Pension zugesprochen.

1843 werden zwei Bücher Hoffmanns veröffentlicht, die berühmt werden: Lieder aus der Schweiz und 50 Kinderlieder.
Darunter befinden sich Ein Männlein steht im Walde, Alle Vögel sind schon da, Winter ade, scheiden tut weh.

1849 heiratet er und geht 1854 nach Weimar, wo er mit Bettina von Arnim und Franz Liszt befreundet ist. In Weimar gibt er zusammen mit dem Literaturwissenschaftler Oskar Schade das Weimarische Jahrbuch für deutsche Sprache, Literatur und Kunst heraus, das in sechs Bänden erscheint. Franz Liszt unterstützt ihn und vermittelt ihm auch ab 1860 die Anstellung in der Schlossbibliothek in Corvey, wo er 1874 stirbt. In seinen letzten Lebensjahren arbeitet er an seiner Autobiographie "Mein Leben", die in sechs Bänden erscheint.