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Christoph Werner
Um ewig einst zu leben

Roman

Um 1815 zwei Männer, beide Maler - der eine in London, der andere in Dresden; der eine weltoffen, der andere düster melancholisch. Es sind J. M. William Turner und Caspar David Friedrich. Der Roman spielt mit der Verbindung beider.

Auch als E-Book erhältlich 

Sonderausstellung „Blücher & Napoleon“ in Bad Düben

Sonderausstellung „Blücher & Napoleon“ in Bad Düben

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Gebhard Leberecht von Blücher
Gebhard Leberecht von Blücher

Was haben diese beiden großen Namen, beide schrieben Weltgeschichte, mit dem idyllischen kleinen Ort Bad Düben, gelegen an der Mulde, zu tun?

Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (* 16. Dezember 1742 in
Rostock; † 12. September 1819 in Krieblowitz, Schlesien) hatte den Beinamen Marschall Vorwärts. Noch heute ist die Redewendung im deutschen Sprachraum geläufig rangehen wie Blücher.

Bekanntermaßen schlug Blücher am 9. Oktober 1813, also vor 200 Jahren, sein Hauptquartier in Pouch, in der Nähe von Bitterfeld, auf, um als Oberbefehlshaber die schlesische Armee in der Entscheidungsschlacht gegen Napoleon Bonaparte zu führen. Kaum bekannt ist, dass er vorher, nämlich vom 6. bis 9. Oktober 1813 auf der Burg Bad Düben sein Quartier aufgeschlagen hatte. Hier auf dem Neuhof, der in der Nähe der Burg lag, bereitete er die Völkerschlacht bei Leipzig vor. Warum aber verließ Blücher die Burg Düben?
Das lag an dem schier übermächtigen Kontrahenten Napoleon.

Ausschnitt aus dem von Jacques-Louis David (1748 - 1825) stammenden Porträt Napoléons in seinem Arbeitszimmer von 1812
Ausschnitt aus dem von Jacques-Louis David (1748 - 1825) stammenden Porträt Napoléons in seinem Arbeitszimmer von 1812

Napoleon Bonaparte, als Kaiser Napoleon I., (*15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte; † 5. Mai 1821 auf St. Helena im Südatlantik) hatte sich mit seinen in Russland geschlagenen Truppen, den Resten seiner Armee, zunächst nach Dresden zurückgezogen. Am 8. und 9. Oktober 1813 zog er über Wurzen und Eilenburg auf die Mulde zu, um auf der Burg Bad Düben vom 10. bis 14. Oktober 1813 sein Hauptquartier aufzuschlagen. Fast wäre er seinem Kontrahenten Blücher begegnet. Ein Augenzeuge, der Königlich-Sächsische Major Odeleben, schrieb darüber:
„Er hatte gehofft, dem Feldmarschall Blücher einen überraschende Schlag beizubringen; der aber zog sich, als Napoleon mit einer riesigen Armee heranzog, auf das linke Mulde-Ufer bei Zörbig zurück. Die Nachricht von dieser Bewegung hatte Napoleon wohl noch in Eilenburg erhalten. Er ließ seine ganze Kavallerie, die schon auf die Hälfte ihrer Stärke zusammengeschmolzen war, an sich vorüber ziehen, setzte sich in seinen Wagen und ließ sich nach Düben fahren; unmutig und ärgerlich." Und weiter: „Die drei Tage, die Napoleon bis 14. früh hier auf dem kleinen, von Gewässern umgebenen Schloss zugebracht hat, gehören vielleicht zu den langweiligsten, die er seit mehreren Feldzügen erlebt hatte. Weder militärische, noch geographische Gegenstände boten ihm die geringste Zerstreuung an, und seine Umgebungen wussten in ihrer Verlegenheit nicht, was sie zur Beruhigung ihrer Majestät tun sollten." Vergleiche dazu: http://www.sachsen-lese.de/index.php?article_id=306 .
War Napoleon deshalb so unruhig, weil er spürte, sein Stern würde endgültig untergehen? 

Blücher zog nach Möckern, nördlich von Leipzig gelegen, und schlug den Marschall Auguste Frédérik Louis Viesse de Mormont am 16. Oktober 1813 vollständig. Deshalb wurde er vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. zum Generalfeldmarschall befördert. Blücher verfolgte danach mit seinen Truppen die Franzosen bis nach Paris. Am 30. März 1814 wurde Montmatre erstürmt. Zur Belohnung wurde Blücher vom König in den Fürstenstand erhoben und erhielt die Güter um Krieblowitz. Noch einmal sollte Blücher Sieg entscheidend gegen Napoleon antreten, in der Schlacht bei Waterloo 1815. Da war Napoleon aus seinem Exil auf der Insel Elba geflohen. Er war angetreten, sich die Macht mit Hilfe französischer Truppen zurück zu erobern. Der englischen General Wellington, dessen Truppen der Koalitionsarmeen wankten, stöhnte: „Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen." Und Blücher kam gerade noch rechtzeitig. Er zeichnete sich durch sein draufgängerisches und gelegentlich tollkühnes Temperament und durch seinen Angriffswillen aus.

Siegesmeldung nach der Schlacht bei Leipzig : Zar Alexander I, Kaiser Franz I und König Friedrich Wilhelm III. Gemälde von Peter Krafft (1780 - 1856).
Siegesmeldung nach der Schlacht bei Leipzig : Zar Alexander I, Kaiser Franz I und König Friedrich Wilhelm III. Gemälde von Peter Krafft (1780 - 1856).

Es ist nicht verwunderlich, wenn die Eröffnung der Sonderausstellung Blücher&Napoleon am 05.10.2013 im Burggelände Bad Düben, im Naturparkhaus, hoffnungslos überfüllt war, weil Hunderte an Geschichte interessierte Bürger erschienen waren. Die Veranstaltung musste ins Freie verlegt werden. Der Historiker Gerald Schmidt hat in der Ausstellung interessante Texte zur Geschichte zusammen gestellt. Er stellte sein neues Buch vor: 1813 - Vor der großen Schlacht.
Originale Ausrüstungsgegenstände der Truppen und diverse Replikate werden gezeigt. Sowohl Bilder von Volker Pohlenz als auch von Walter Corsep, einzig zu dem Thema Völkerschlacht, bereichern die Sonderausstellung, die bis zum 10. November 2013 geöffnet bleibt.

Weitere Aktivitäten der Vereine und der Stadt Bad Düben sind geplant. Ein Höhepunkt war das Befehlsfrühstück am Sonntag, den 13.10.2013, das bereits 7 Uhr begann: Es wurde der entscheidende Befehl, den Napoleon genau vor 200 Jahren gegeben und verschickt hatte, verlesen. Die Szene wurde nachgestellt. Prominenter Gast war die Autorin Sabine Ebert, die ihr Buch 1813 - Kriegsfeuer in diesem Jahr veröffentlichte und große Aufmerksamkeit errang.

Also - ran wie Blücher! 

Bildernachweis: Das Bild Die Schlacht bei Möckern ist  aus dem Leipziger Schlachtfeldführer 1813/1913 entnommen, Leipzig 1913. Die Montage Napoleon/Blücher stammt aus der Einladung zur Sonderausstellung, Museum Bad Düben. Die anderen Bilder sind Wikimedia Commons entnommen, sie sind gemeinfrei.