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Erschienen im Dresdner Buchverlag - Sachbuch.
ISBN: 978-3-941757-39-4
Ein dunkles Kapitel im Hochadel: Anna Prinzessin von Sachsen (1544-1577)

Ein dunkles Kapitel im Hochadel: Anna Prinzessin von Sachsen (1544-1577)

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Hans- Joachim Böttcher (re) mit seinem Buch.
Hans- Joachim Böttcher (re) mit seinem Buch.


Das Buch von dem Autor Hans-Joachim Böttcher, der zur Geschichte der Wettiner über Jahre geforscht hat, ist nun erschienen. Es beschreibt die Lebenstragödie einer Frau, die die einzige Tochter des großen Kurfürsten Moritz von Sachsen war. Mit 11 Jahren war sie Vollwaise, sie wuchs in lieblosen Verhältnissen auf und wurde aus politischen Gründen mit dem Prinzen von Oranien Grafen von Nassau verheiratet. Nun, das war im Hochadel über Jahrhunderte üblich. Es war kein Einzelschicksal, viele Adelsehen waren unglücklich. Aber das Leben der Anna von Sachsen geriet zu „einer Lebenstragödie" - so benannte der Autor den Untertitel. Unter sehr fragwürdigen Umständen wegen angeblichen Ehebruches geschieden, kam sie in zunehmend verschärften Hausarrest in Nassau und zuletzt Sachsen. Letztlich verstarb sie mit 33 Jahren, insbesondere durch die Einflussnahme ihrer Tante Anna, unter menschenunwürdigen Umständen im Residenzschloss zu Dresden.


Der Autor versteht es, Spannung wie in einem Kriminalroman aufzubauen. Der Lebenslauf der Anna gibt genügend Fakten für dieses Drama. Es ist nicht verwunderlich, wenn dieses Kapitel in Kreisen des Adels nicht thematisiert wurde.

Das Geleitwort zum Buch gab keine geringere als Elmira Prinzessin von Sachsen, die Ehefrau des letzten männlichen Enkels des letzten Königs von Sachsen Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen, der im Vorjahr verstarb. Sie schrieb:" Prinzessin Anna...war keine Frau, die zum Ruhm ihrer Familie beitrug. „Prinzessin Elmira lobte den Autor für seine unparteiische Darstellung, andererseits bescheinigt sie ihm „ein klein wenig spürbarer Sympathie" für Anna. Sie schließt mit den Worten: "Dieser Biografie eines...unbekannt gebliebenen Mitgliedes des Hauses Wettin, das eben eine schwache Frau mit Fehlern war, wünsche ich eine weite Verbreitung und Würdigung."

Die Bildübergabe. Künstler: Chevalier Roland Kuck.
Die Bildübergabe. Künstler: Chevalier Roland Kuck.

Das Geleitwort war offenbar der Grund dafür, dass das Buch zum ersten Mal anlässlich einer festlichen Bildübergabe Ihrer Königlichen Hoheiten Prinzessin Elmira und Prinz Albert der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Das Ereignis, das mit einem ehrenden Gedenken an Prinz Albert verbunden war, fand am 24.10.2013 statt.

Die beiden Gemälde, die der Künstler Chevalier Roland Kuck geschaffen hat, hängen nun neben dem König von Sachsen Albert, dem berühmten Vorfahren Ihrer Königlichen Hoheiten. In dem kleinen renommierten Hotel „König Albert Höhe" in Rabenau, ganz in der Nähe von Dresden, können die Gemälde besichtigt werden.

Am gleiche Tag fand eine Kranzniederlegung zum Gedenken an Prinz Albert an der letzten Ruhestätte auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden Friedrichstadt statt.

 

Der Autor Hans-Joachim Böttcher beginnt sein Buch über die Biografie von Anna von Sachsen mit einem wunderbaren und bezeichnenden Gedicht von Friedrich Nietzsche (1884) mit der Überschrift:

Anna Prinzessin von Sachsen um 1566. Kupferstich: Abraham de Bruyn.
Anna Prinzessin von Sachsen um 1566. Kupferstich: Abraham de Bruyn.

VEREINSAMT

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein, -

Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

 

Nun schaust du starr,

Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!

Was bist du Narr

Vor Winters in die Welt ent?ohn?

 

Die Welt - ein Tor

Zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor,

Was du verlorst, macht nirgends Halt.

 

Nun stehst du bleich,

Zur Winter-Wanderschaft ver?ucht,

Dem Rauche gleich,

Der stets nach kalten Himrneln sucht.

 

Flieg, Vogel, schnarr

Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -

Versteck, du Narr,

Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

 

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein‚ -

Weh dem, der keine Heimat hat.

Der Bertuch Verlag dankt Hans-Joachim Böttcher für die Bilder in diesem Artikel.