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Matt Lamb Kirche Bergern

Klaus von der Weiden, Susanne Wellhöfer

Es klingt fast wie ein Märchen, da kommt ein großer amerikanischer Künstler in ein kleines thüringisches Dorf und gestaltet dort die bisher unbedeutende Dorfkirche mit seinen Werken aus. Und doch ist es so geschehen in Bergern unweit der Kleinstadt Bad Berka. Die kleine Broschüre erzählt von der Kirche, dem Künstler und dem Werk, und wie es zu dieser unglaublichen Begenheit kam.

Der Name Sachsen

Der Name Sachsen

Andreas Schneider

Wie das Land Sachsen zu seinem Namen kam – und mittendrin das Haus Wettin

Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich. Miniatur aus der Welfenchronik (Kloster Weingarten, 1179-1191). Heute Landesbibliothek Fulda.
Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich. Miniatur aus der Welfenchronik (Kloster Weingarten, 1179-1191). Heute Landesbibliothek Fulda.
Das heutige Land Sachsen gehört zu den deutschen Bundesländern, die auf eine lange Geschichte zurückblicken können - wenn auch unter anderer, wechselnder territorialer Gestalt und vor allem in der Frühzeit 400 Jahre lang unter einem anderen Namen! Denn wir müssen mehr als 1000 Jahre zurückgehen, um auf seinen Anbeginn zu stoßen - und wir finden ihn in der darauf noch immer stolzen Stadt Meißen, die zu Recht als „Wiege Sachsens" bezeichnet werden kann. (Vergleiche:http://www.meissen-lese.de/index.php?article_id=228) Meißen war auch der erste Name des Landes, genauer „Mark Meißen" - und seine Bewohner hießen im frühen und Hochmittelalter auch wirklich „Meißner" und nicht Sachsen!
Denn die Mark Meißen war etwa zeitgleich mit der Entstehung des späteren „Reichs der Deutschen" als Grenzland im sorbischen Neusiedelgebiet entstanden, im 10. Jahrhundert finden sich erste Spuren mit Gründung und Ausbau des Territoriums rings um die Burg Meißen. Meißen wurde auch wichtigster Bestandteil des Titels, die die hier seit dem 10. Jahrhundert zur Herrschaft aufsteigende Adelsfamilie führte - das war seit dem 11. Jahrhundert bis 1918 ununterbrochen das Haus Wettin und den Titel „Markgraf von Meißen" führt ihr jeweiliger Chef noch heute, obwohl sie 1918 als Herrscher abdankten und sich Sachsen von der Monarchie zur Republik, zum freien Volksstaat wandelte.
Doch zurück zu den Anfängen, aus dem das heutige Land Sachsen entstand: aus der zielstrebigen Eroberung, Ausweitung und Festigung des Neusiedellandes im Gebiet der slawischen Sorben rings um die Burg Meißen, als Grenzland (Mark) im werdenden „Heiligen Römischen Reich", wie das „Reich der Deutschen" seit 1157 in Urkunden Kaiser Friedrichs I. Barbarossa bezeichnet wurde.
Kaiser Karl der Große.
Kaiser Karl der Große.

 

„Markgrafschaft Meißen" war also die erste Bezeichnung des mitteldeutschen Landes zwischen Elbe, Saale und Neiße, das wir heute Sachsen nennen. Wie kam aber nun dieser Landstrich zu diesem Namen - warum heißt er nicht etwa heute noch „Land Meißen"? Im Ursprung war das „Sas", wie die ganz frühen Sachsen des Frühmittelalters ihr gefürchtetes Kurzschwert nannten. Daraus entstand das althochdeutsche Wort „sasnotas", was so viel wie „Schwertgenossen" bedeutete. Der westgermanische Stammesverband, der sich solcherart kurz nach seinem Kurzschwert benannte, siedelte zunächst in Holstein, seit dem 3./4. Jahrhundert zwischen Nordseeküste und Niederrhein, also weit entfernt vom heutigen Sachsen. Er bildete das ältere Stammesherzogtum Sachsen, das der Frankenkönig und erste nichtrömische Kaiser Karl der Große blutig unterwarf und seinem „Reich der Franken" eingliederte. Von diesem althochdeutschen Wort „Sasnotas" leitet sich also der heutige Name des Landes Sachsen ursprünglich ab.

Buchmalerei: Otto I. als Sieger über Berengar II., um 1200, Manuscriptum Mediolanense.
Buchmalerei: Otto I. als Sieger über Berengar II., um 1200, Manuscriptum Mediolanense.
Im 9. Jahrhundert entstand nach den karolingischen Reichsteilungen ein neues, ein jüngeres Stammesherzogtum Sachsen. Aus ihm gingen die ersten Herrscher im neuen „Reich der Deutschen" hervor: Heinrich I., Otto I. , der Große, und dessen Nachfolger. Das jüngere Stammesherzogtum Sachsen wurde 1180 geteilt. Den kleineren Teil erhielt mit Bernhard von Anhalt das Geschlecht der Askanier. Bernhards Enkel teilten das Herzogtum 1260 in die Linien Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg. Mit der „Goldenen Bulle" Kaiser Karls IV. 1356 wurde die Kurwürde reichsrechtlich allein Sachsen-Wittenberg zugesprochen. Die Askanier starben 1423 aus. Ihre Nachfolger als Kurfürsten wurden die Wettiner, die schon mit Konrad I., dem Großen, ab 1123/25 die Mark Meißen besaßen und als Landesherren ihre Macht zielstrebig und systematisch ausbauten. Fortan verband sich der Name Sachsen, der im 15. Jahrhundert noch am Kurfürstentum und dem Kurkreis um Wittenberg haftete, mit den wettinischen Besitzungen in der Mark Meißen, in der Lausitz und in Thüringen. Er war von Westen nach Osten gewandert. Der ursprüngliche Landesname Meißen erlosch. Zur Unterscheidung entstanden die Bezeichnungen „Niedersachsen" für das ursprüngliche sächsische Siedelgebiet und „Obersachsen" für das Gebiet zwischen Saale und Elbe. In der Bezeichnung für die obersächsische Mundart hat sich dieser Begriff bis heute erhalten.