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Gerhard Klein
Berlin-Skizzen

Die deutsche Hauptstadt in achtzehn Bildern. Die liebevoll gestalteten Zeichnungen geben einen einzigartigen Blick auf die Metropole an der Spree. Neben bekannten Bauwerken wie Reichstag und Gedächtniskirche hat Architekt Gerhard Klein auch sehenswertes wie den Eingang des Berliner Zoos oder das Bode Museum in Bild eingefangen. Den Zeichnungen ist ein informativer Text zur Sehenswürdigkeit beigeordnet.

Die Weltreisenden

Die Weltreisenden

Lutz Fritzsche

Kaiser Wilhelm II. und Gattin
Kaiser Wilhelm II. und Gattin

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. besuchte vom 11.Oktober bis 26.November 1898 Palästina und weihte in Jerusalem die Erlöserkirche ein. Doch seine Majestät unternahm die Reise nicht allein, zwei unerschrockene Männer folgten seinen Spuren. Einer von ihnen hielt darüber einen Vortrag. Lesen Sie, was die Dübener Zeitung zu berichten wusste: “Am Montag Abend, den 13.März 1899, hielt der Weltreisende Herr Lochmann aus Düben im Gasthof zum “Deutschen Kaiser” in Söllichau einen Höchst interessanten, freien Vortrag über eine mit dem auch hier bekannten Weltmeisterschafts-Touristen Herrn Kögel aus Pressel unternommene Reise nach dem heiligen Lande, die aus Anlass des Kaiserbesuches in Jerusalem, und zwar auf dem Zweirade (Fahrrad), geschah. In überaus klarer und fesselnder Weise wusste Herr Lochmann seinen Zuhörern ein Bild zu entwerfen von dieser wohl einzig dastehenden, oft mit Lebensgefahr verbundenen Reise. Wir folgen ihnen im Geiste durch Sachsen, Bayern, Österreich, Ungarn, die Balkan-Staaten, Kleinasien, über das Meer nach Palästina an alle die Stätten, die durch Jesus Christus geweiht und geheiligt sind. Auch war es ihnen vergönnt, den Kaiserlichen Majestäten (die Kaiserin war auch anwesend) vorgestellt zu werden, welche die beiden Weltreisenden huldvoll in ein längeres Gespräch zogen und viel Glück zur Heimreise wünschten.”

 Herr Lochmann wohnte in Düben im Rosengäßchen, wie auch am  Schild am Haus zu erkennen ist.  Es war eine alte Schuhmacherfamilie.
Herr Lochmann wohnte in Düben im Rosengäßchen, wie auch am Schild am Haus zu erkennen ist. Es war eine alte Schuhmacherfamilie.

Herr Kögel war einst nach Amerika ausgewandert, hatte schon zu Fuß die Welt umrundet und manch Abenteuer bestanden. Interessant ist die Tatsache, dass auch Bad Düben mit Herrn Lochmann solch einen Weltenbummler hatte. Der Kaiser war allerdings nicht mit dem Fahrrad unterwegs, sonder reiste mit seiner Jacht “Hohenzollern”. Herr Lochmann hatte schon zuvor mit Herrn Kögel in Berlin einen großen Vortragsabend gestaltet, auch hier unter Teilnahme von Kaiserlichen Hofbeamten, welche die beide schon in Jerusalem kennen gelernt hatten. Unter den Zuhörern waren viele ehemalige Dübener und auch Bad Schmiedeberger, die jetzt ihren Lebensmittelpunkt in Berlin und Umgebung hatten. Veranstaltet hatte diesen Abend der Verein “Landsmannschaft Düben und Umgegend”, dem Bad Düben auch sein Germania-Denkmal im Park zu verdanken hat. Dieses Denkmal stiftete der Verein 1896 aus Anlass des 50jährigen Stadtparkjubiläums, als Zeichen der Verbundenheit mit der Heimat und in Dankbarkeit gegenüber der Stadt Düben.

Der aus Pressel gebürtige Gustav Kögel hingegen wagte schon am 10.Juni 1899, von Paris aus, den siebenten Versuch mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren.
Geübt hatte er ja schon genug.