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Horst Nalewski
Kennst du Rainer Maria Rilke?
Der schwere Weg zum großen Dichter

Der junge Rilke wächst in Prag auf undentwächst den bürgerlichen Vorstellungen seiner familiären Umgebung. Auf der stetigen Suche nach sich selbst, findet er Halt im Schreiben und schreibt viel. "Der schwere Weg zum großen Dichter" ist hier verständlich und interessant dargestellt.

Sächsisches Allzusächsisches

Sächsisches Allzusächsisches

Beiwagen der ELSt, Typ 53.
Beiwagen der ELSt, Typ 53.

1

Verzeihn Se giedigst, Herr Wachmeester, wo färdn die Schdraßenbahn hin?

Wenn Se nich von d‘n Schien runder gehen, fährd se Ihn‘ ins Kreize!


2

„Herr Ohwr, gähmse mirma dä Schbeisegarde!“

„Biddä scheen, mein Herr.“

„Bring Se mir mal ne Borddzion Schweinsohrn midd Graud!“

„Bedaure, die sin alle.“

„So? Da bring se mir mal Beedrsiljengemiese midd Gurgnsalad!“

„‘s dud mir sähr leid, awr das is ooch alle!“

„Na so ä elendes Bäch, na wardn se mal, da bring se mal ne Borddzion Silzä midd Bradgardoffln!“

„‘s is mir diräggd beinlich ze sahchn, mein Herr, mir hamm heide bloß Guddlflägge midd grien Bohn!“

„Nu verbibbch, warum sahchn Se das nich gleich, warum lassn Se mich denn dann de Schbeisegarde auswendch lärn? Ja?“

„Entschuljn Se giedichsd, awr mer muß doch sein Gäsdn änne Auswahl biedn!“


3

Pfemfert schreibt einen dringenden Brief. Um acht wird der Kasten geleert und jetzt ist‘s schon dreiviertel.

„Den Briefumschlag!“ sagt er zu seiner Frau.

Sie bringt ihn.

„Kleb‘n immer schon zu, damit‘s nachher schneller geht!“ sagt Pfemfert und schreibt weiter.


4

Bureauvorstand: „Meyer, hier in ihrem Briefe, da fehlt ä Binktchen. Gommse her un machense‘s selber nein, dass es nich zweerlee Handschrifd wird.“


Quelle:

Säk'sches Gemiese. Eine Sammlung der lustigsten Dichtungen in sächsischer Mundart. Leipzig o. J. (vor 1936)

Bildnachweis:

Falk2 : Beiwagen der ELSt, Typ 53.