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Rainer Eckert

SED-Diktatur und Erinnerungsarbeit im vereinten Deutschland
Eine Auswahlbibliografie

Unverzichtbares Nachschlagewerk für die Forschung

Die Bibliografie enthält als Standardwerk ca. 8.000 Monografien und Aufsätze zur Geschichte von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in Ostdeutschland. Dazu kommen Arbeiten, die sich mit der politischen Repression, der Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 sowie mit der geschichtspolitischen und Theoriediskussion dieser Themen in den vergangenen 30 Jahren beschäftigen. Die Titel sind weltweit gesammelt. Damit ist die Bibliografie von grundlegender Bedeutung nicht nur für die zeitgeschichtliche Forschung, für politische Bildungsarbeit und für die »Aufarbeitung« der SED-Diktatur in der Bundesrepublik Deutschland, sondern weltweit.

Technische Universität Chemnitz

Technische Universität Chemnitz

Henner Kotte

Theoretisch praktischer Mehrwert

Das beginnende Industriezeitalter ergriff Chemnitz vehement und etablierte die Stadt als „sächsisches Manchester“. Manufakturen entstanden. Schlote rauchten. Die Produktion lief maschinell. Unternehmer initiierten Bildung für ihre angestellten Drucker, Weber, Werkzeugmacher. Der ansässige Handwerkerverein etablierte eine Fabrikzeichenschule. Für eine Kurfürstliche Anstalt gab der Landesherr 1796 sein Plazet, denn der „sächsische Kunstfleiß sollte nicht länger des Einflusses der angewandten Wissenschaft entbehren“. Am 2. Mai 1836 eröffnet eine neue Bildungsstätte: „Diese Gewerbschule zu Chemnitz hat den Zweck, denjenigen, die sich dem praktischen Gewerbsleben im Bereiche des Handwerks- oder Fabrikbedarfs zu widmen gedenken, Gelegenheit zur Erlangung einer, ihren Bedürfnissen entsprechenden wissenschaftlichen Ausbildung darzubieten.“

Aufnahmebedingungen: vollendetes 14. Lebensjahr, Nachweis von Pockenschutzimpfung, Schulbesuch und Konfirmation. Mit zunächst vier Lehrern und 14 Schülern beginnt der Schulbetrieb. Ein Jahr später wird die Baugewerbeschule angegliedert. 1848 erhöht man die Ausbildungsdauer auf vier Jahre, und endlich zieht die Anstalt aus dem Lyceum an der Jacobikirche in ein Gebäude in der Dresdner Straße. Die Attraktivität der Fachschule für die Industrie steigt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts „zählt Sachsen zu den führenden Industrienationen der Welt. Das expandierende Chemnitz liefert neben Dampfmaschinen fast alle einfachen und komplizierten Maschinen: für Spinnerei und Weberei, Schlag- und Wickelmaschinen, Spul- und Feinspinnmaschinen, Walzen- und Schermaschinen, erstmals in Deutschland auch Strickmaschinen, mechanische Webstühle, für Bergwerke und Fabriken, Bohr- und Hobelmaschinen, Drehbänke, Turbinen u. v. a.“

Innovative Erfindungen Chemnitzer Wissenschaftler steigern die Arbeitsproduktivität. Seit 1909 verleiht man den akademischen Grad des Ingenieurs, „Standesbezeichnung für Experten auf technischem Gebiet“. Als Ausdruck „außerordentlicher Wertschätzung über die gediegene Verbindung zwischen praktischem Einschlag und weitgehender wissenschaftlicher Schulung erfolgt 1929 eine Namensänderung in Staatliche Akademie für Technik“. Anglo-amerikanische Bomben legen im Februar 1945 Unterricht und Gebäude endgültig in Schutt und Asche. Der „Beschluß über die weitere Entwicklung wissenschaftlich-technischer Kader“ des Ministerrates der DDR führt 1953 zur Neugründung einer Hochschule für Maschinenbau. Nunmehr schließen jährlich Absolventen in 28 Fachrichtungen ihr Studium an der TH Chemnitz ab. „Mit der Einrichtung postgradualer Studien und spezifischer Weiterbildungszentren zeigt die TH eine weitere Seite ihrer Leistungskraft.“

Anlässlich ihres 150. Jahrestags wird der Hochschule der Titel Technische Universität verliehen. Mit dem Beitritt zum Gebiet der Bundesrepublik führt man die TU Chemnitz und die PH Zwickau zusammen und erweitert technische Forschung um gesellschaftswissenschaftliche. Derzeit studieren ungefähr 12.000 Wissbegierige an acht Fakultäten, die Universität mit ihren 159 Professuren gehört zur Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.

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Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Eduard-Theodor-Böttcher-Bau, TU-Hauptgebäude an der Straße der Nationen, 2008, Urheber: Kolossos via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

ile:Bundesarchiv Bild 183-46771-0001, Chemnitz, Hochschule für Maschinenbau, 1957, Urheber: Schlegel via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 de.

Zentrales Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Uniteil 2 an der Reichenhainer Straße, 2008, Urheber: Kolossos via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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