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Sabine Gruber und Ralph Zade
Wiesbaden
Die 99 besonderen Seiten der Stadt
Reiseführer

Hier gibt es gleich zwei Schlösser, eines in der Innenstadt, eines in Biebrich, große und kleine Museen zu Kunst, Geschichte und vielem mehr, eine Spielbank, in der schon Dostojewski sein Geld verlor, eine Villa, in der Brahms eine Symphonie komponierte, eine Kirche, in der Martin Niemöller predigte, und ein Bahnhofsgleis, das für Kaiser Wilhelm II. reserviert war. Landeshauptstadt von Hessen, Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Nassau, Weltkurstadt, Stadt des Historismus, Stadt des Films und Stadt des Kirchenbaus, stets weltoffen – das alles ist Wiesbaden.

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Das Chemnitzer Schauspielhaus

Das Chemnitzer Schauspielhaus

Henner Kotte

Theater schlägt Flammen

„Ja, es liegt an uns selber, was wir aus uns machen.“ Die Stücke Volker Brauns waren der DDR Provokation. Selbstbewusst setzt Tinka ihren eigenen Anspruch auf Arbeit und in Liebe durch und „redet sich nicht mehr heraus“. Das Chemnitzer Theater war als Experimentierbühne kritischer Autoren und Sprungbrett für Talente wohl bekannt. „Damals war das Schauspielhaus ein Ort, an dem man die offenen oder verschlüsselten Botschaften hinsichtlich des Lebens in der DDR und der Kritik an den Verhältnissen aufsaugte.“ Für Schauspieler Ulrich Mühe, Corinna Harfouch, Michael Gwisdek und Regisseure wie Frank Castorf, Michael Thalheimer, Armin Petras begannen hier Karrieren. 1976, kurz vor der Premiere von Brauns Skandalstück, schlugen aus dem Bühnenhaus Flammen.

Das gibt Verschwörungstheoretikern bis heute Stoff. Konnte sich der Sozialismus selbst nicht trauen? Die verbliebene Ruine riss man ab und baute am Park der Opfer des Faschismus neu. Die Programmatik verlor man nicht: „Als eine der großen Chemnitzer Kultureinrichtungen mit überregionaler Ausstrahlung fühlen wir uns besonders dem Chemnitzer Publikum verpflichtet, den Fragen und Themen, die in dieser Stadt drängend sind.“ So mischt sich das Theater als 5-Sparten-Haus mit Oper, Schauspiel, Philharmonie, Ballett und Figurenbühne mit diskutierten Erstaufführungen oder gewagten Interpretationen auch heute ein. So war „Tinka der verzweifelte Versuch, durch Provokation zu erzwingen, was durch bloßes Zureden nicht zu erreichen war: Dialog in der Öffentlichkeit.“ Genau das soll/kann/muss Theater leisten.

Figurentheater und Schauspielhaus

Zieschestraße 28

09111 Chemnitz

Tel.: 0371 / 4000430

https://www.theater-chemnitz.de/


Opernhaus

Theaterplatz 2

09111 Chemnitz

Tel.: 0371 / 69695


*****

Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Das historische Schauspielhaus Chemnitz, nach 1925, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons gemeinfrei.

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