Sachsen Lese

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Sabine Gruber und Ralph Zade
Wiesbaden
Die 99 besonderen Seiten der Stadt
Reiseführer

Hier gibt es gleich zwei Schlösser, eines in der Innenstadt, eines in Biebrich, große und kleine Museen zu Kunst, Geschichte und vielem mehr, eine Spielbank, in der schon Dostojewski sein Geld verlor, eine Villa, in der Brahms eine Symphonie komponierte, eine Kirche, in der Martin Niemöller predigte, und ein Bahnhofsgleis, das für Kaiser Wilhelm II. reserviert war. Landeshauptstadt von Hessen, Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Nassau, Weltkurstadt, Stadt des Historismus, Stadt des Films und Stadt des Kirchenbaus, stets weltoffen – das alles ist Wiesbaden.

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Der Aktendulli

Der Aktendulli

Falsch Dulli ablegen

„Wo Akten wichtig – ist Dulli richtig“, sprach die Werbung, und bis dato ist der Heftstreifen aus Büros nicht wegzudenken. Carl Kohl meldete 1941 einen „Aufreiher für Blattsammlung mit federndem Mittelteil“ als Gebrauchsmuster an. Der findige Handelsvertreter wusste, dass österreichisch dulli gleich vortrefflich heißt. Chemnitz glaubt, sich nun eine verlorene Entdeckung wieder zuschreiben zu dürfen. Nein: Außer Namen und Firmen­adresse Eisenstuckstraße gab Kohl nichts, das Patent ließ am 8. Juli 1938 Georg Heinrich Laufer aus Frankfurt a. M. unter der Nummer 1440592 beim Patentamt registrieren. Doch bis 1992 produzierte Chemnitz Dulli, Dulli, Dulli.

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Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Heftstreifen aus Plastik, 2005, Urheber: Andreas -horn- Hornig via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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