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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Der Blücherstein in Düben und seine Akteure

Der Blücherstein in Düben und seine Akteure

Dr. Eberhard Ulm

In memoriam Erich Lehmann (1924-1999)

„Wehe dem Fürsten, wehe dem Volke also, das einen
unrechtmäßigen Krieg aus bloßem Ehrgeiz anfängt.“

Blücher

Das Denkmal vor der Restaurierung 2013. (1)
Das Denkmal vor der Restaurierung 2013. (1)

Der Blücherstein hat eine Geschichte voller Schwierigkeiten, und so war es besonders erfreulich, dass die Initiative des Bad Dübener Heimatvereins und der Stadtverwaltung der Kurstadt Bad Düben in relativ kurzer Zeit dazu führte, dass der Blücherstein am 06.10.2013 restauriert der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Das Festprogramm wartete aus Anlass des 200. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig außerdem mit einer Sonderausstellung "Blücher und Napoleon" sowie der Buchpräsentation des in Bad Düben aufgewachsenen Hallensers Gerald Schmidt im NaturParkhaus auf.

Das Denkmal nach der Restaurierung 2013. (2)
Das Denkmal nach der Restaurierung 2013. (2)

Die Entstehung des Denkmals ist also eine Geschichte der Hindernisse, so dass es etwa 20 Jahre brauchte, bis es 1956 eingeweiht werden konnte. Darüber hinaus spiegelt es die Akteure, teils heute noch bekannte, teils vergessene Personen und zumindest eine, bisher noch nicht benannte, aber sehr wohl beteiligte Person.

Blücherstein 1969. Postkarte. (3)
Blücherstein 1969. Postkarte. (3)

Der Denkmal-Initiator Walter Corsep – und Lehrer Ernst Fritzsche

Ernst Fritzsche unterstützte „das detailgetreue Zustandekommen der Gemälde“, die Corsep in „Erinnerung an seine schöne Kindheit (in Düben) im Alter“ malte, „durch das Zusenden von Beschreibungen und Bilder der Örtlichkeiten.“1 Auch in ihren pädagogischen Auffassungen mögen sich beide relativ nah gewesen sein.
Fritzsche war in Düben als autoritärer und gewalttätiger Lehrer bis weit nach seinem Tod berüchtigt: Seit 1891 waren Disziplinarstrafen wegen „Willkür in der Amtsführung“ und „unzulässiger und ganz ungehöriger Ausübung des Züchtigungsrechts“ gegenüber Mädchen und Jungen wiederholt durch den Direktor der Schule in Düben und die Königliche Regierung, Abteilung Schul- und Kirchenwesen, Merseburg gegen ihn verhängt worden. 1917, also noch in der Kaiserzeit, dann in der Weimarer Republik 1919 wurde er rechtskräftig wegen vorsätzlicher Körperverletzung zweier Dübener Schülerinnen verurteilt, was ihn nicht davon abhielt, 1920 einen Jungen derart heftig am Ohr zu reißen, dass „an der Ansatzstelle des Ohres ein Riß von 5-6 cm Länge“ entstand.2 Das „gegen den Lehrer und Organisten Ernst Fritzsche“ durch die staatliche Schulaufsichtsbehörde Merseburg und das Evangelische Konsistorium der Provinz Sachsen nach erneuter Verurteilung angestrengte Amtsenthebungsverfahren wurde jedoch aus Rücksicht auf die Kinder Fritzsches nicht vollzogen.3 1939 kehrte er mit 70 Jahren aus dem Ruhestand zurück, um zum Kriegsdienst eingezogene Lehrer zu ersetzen.4 Er stellte sich „in den Dienst des Vaterlandes“, so dass er 1941 für „mehr als 40jährige treue Dienste im Schuldienst [...] durch den Kreisschulrat ausgezeichnet“ wurde.5 Das „neue Deutschland“ der Nationalsozialisten hatte eben eine doch andere Auffassung über Erziehung und die Würde des Menschen als das verhasste Weimarer „System“.

Corsep machte eben dieses „republikanisch-demokratische System“ für „die immer mehr um sich greifende Verhöhnung des Autoritätsgedankens, die Sittenlosigkeit, die Verrohung der Jugend“ verantwortlich. Die Aufgabe der Schule bestand in seinen Augen darin, unbedingten Gehorsam und Disziplin herauszubilden. Schon 1915, mitten im Ersten Weltkrieg hatte er sich „für eine „straffere militärische Fachvorbereitung unseres Heeresnachwuchses‘ in der Schule“ eingesetzt. Sein ebenfalls 1915 erschienenes Buch „Volksschule und Staatsbürgerlehre“ stand bezeichnenderweise unter dem Motto: „Freue dich, daß du ein Deutscher bist!“6. Derartige Deutschtümelei kannte auch der populäre, seit 1925 erscheinende und im Verlag von Paul Streubel, Inhaber ab 1929 Willy Winkler, produzierte Heimatkalender. In dem Gedicht „Vaterland“ eines anonym gebliebenen Autors heißt es 1931:

„Wir hatten es wohl nie erkannt,

wie herrlich unser deutsches Land,

bis wir durch harte Not erwacht

und weit die Augen aufgemacht.


Da wurde es uns plötzlich klar,

was unser liebes Deutschland war!

Da klang es laut ins Land hinein:

„O Stolz, o Wonne, deutsch zu sein!“7

Zu den bevorzugten Themen der Heimatgeschichtsforschung nach dem verlorenen Weltkrieg gehörten folgerichtig Ereignisse oder Personen mit lokalem oder regionalem Bezug, die dem Nationalstolz schmeichelten, da sie in der Vergangenheit siegreich für Deutschland ausgegangen waren oder gekämpft hatten. Die Beschäftigung mit der Niederlage Napoleons bot Gelegenheit, die Franzosen - übrigens auch die seinerzeit mit Preußen verbündete Russen, z.B. durch Berichte über Plünderungen der „Kosaken“ - an den Pranger zu stellen, um Parallelen zur Behandlung Deutschlands durch den Versailler Diktatfrieden - besonders von den Nationalsozialisten als „Schandvertrag“ bezeichnet - ziehen zu können. So heißt es mit Bezug auf Übergriffe französischer Truppen 1806/07 in Krippehna: „Die Herren Franzosen machen uns Deutschen den Vorwurf des Barbarismus. Wir haben es aber zur Genüge sogar mitten im Frieden erfahren, daß die Barbarei auf ihrer Seite liegt. Und wenn sie sich das vorzüglichste Volk nennen, so sind sie doch schon vor Jahrhunderten fähig gewesen, Gewalt- und Schandtaten zu verüben, sogar anhilflosen Frauen.“15 Die Befreiungskriege gegen Napoleon wurden zur Vorlage für den „Freiheitskampf“ der gegen den Versailler Vertrag anrennenden Nationalisten und deren aggressivsten Vertreter, die 1920 gegründete National-Sozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP). Die Ehrung von Siegern der Vergangenheit wie des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhardt Leberecht von Blücher oder des in Dahlenberg geborenen Generalfeldmarschalls der kaiserlichen Armee August von Mackensen sollte die Erinnerung an deutsche Siege in der Vergangenheit wachhalten, um so auf neue Siege vorzubereiten, wodurch der Krieg als einzige Lösung bestehender Konflikte erscheinen musste. „Der Marschall Vorwärts war“ Corseps „Ideal, unter dem seine Väter als Offiziere gekämpft hatten.“16

Ortsgeschichte als Schulfach, der Heimatkalender und der Heldentod

Corsep befasste sich auch mit der Militärgeschichte Dübens17 und verfolgte darauf aufbauende „pädagogische“ Absichten. So informierte er den Dübener Bürgermeister Gropengießer am 30.09.1941, dass er als „Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste“ am 28.09.1941 dem Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung den Vorschlag unterbreitet hat, „Ortsgeschichte als Schulfach“einzuführen, so wie er das 1915 in seinem Buch „Die Erziehung unseres Heeresnachwuchses“ schon skizziert hatte.„Als Hilfsmittel für diesen Unterricht an Hand gedruckter Ortsgeschichte werden sicherlich [...] Meßtischblätter und Generalstabskarten sowie Fliegerbilder des Ortes und seiner Umgebung von Nutzen sein.[...] Es ist damit ein wertvolles Hilfsmittel bei den Übungen im Kartenlesen, wie im ‚Entziffern‘ von Fliegerphotos. Welche Bedeutung diesen Übungen für unsernfliegerischen Nachwuchszukommt, braucht wohl nicht näher erläutert werden.“ 18 Welche Rolle Blücher in dem von Corsep geplanten Unterrichtsfach einnehmen und in welchem Geiste die Jugend erzogen werden sollte, lässt sich mit wenig Fantasie ahnen. Auch der „Freiheitskämpfer“ Hans Kohlhase bot mit seinem Schicksal Orientierung dahingehend, dass unbesiegbar scheinender Übermacht mit allen Mitteln der Kampf angesagt werden muss. Diese historische Figur geriet übrigens nach 1945 in die Rolle des Kämpfers gegen die „Junker“, was hervorragend in die Enteignungspolitik der SED passte. Man kann also davon ausgehen, dass heimatgeschichtliche Themen bewusst eingesetzt wurden, um nationalistische Vorurteile herauszubilden bzw. zu verstärken, denn die Schriftleitung der Heimatkalender wusste: „Die Heimat ist der Schlüssel zur Seele des Menschen!“19 Im Heimatkalender 1933 wurde Ernst Fritzsche als Schriftleiter noch deutlicher: „Der Glaube an Hilfe von außen ist uns geschwunden. Schon beginnt der Gedanke sich Raum zu schaffen, daß wir nur durch Selbsthilfe unsere Lage erleichtern können. Wir müssen uns wieder auf unsere eigene Kraft besinnen. Sie kann nur erstehen aus der Verbundenheit aller zur Schicksalsgemeinschaft. Die Liebe zur Heimat und zur Scholle kann hierbei zu einer unversieglichen Kraftquelle werden, an die wir wieder glauben müssen. Auch der Heimatkalender will zu seinem bescheidenen Teile dazu beitragen, diesen Glauben zu stärken. Er berichtet in seinen Erzählungen von großen Nöten mancher Art in vergangenen Zeiten und zeigt uns ihre Überwindung durch Mut, Opfersinn, Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgeist.“ 20 Die Themen „Befreiungskriege“, „Mackensen“ und „Kohlhase“ waren in den Heimatkalendern von Beginn an - auch in belletristischer Form - also nicht zufällig präsent: „Der Galeerensklave“21 1925, „Wohlverdiente Ohrfeigen“ 1926, „Kosaken in Rödgen bei Delitzsch“22 und „Michael Kohlhaas“23 1927, „Napoleons Aufenthalt in Düben vom 10. bis 14. Oktober 1813“24 1928, „Aus der Franzosenzeit“25 1929, „Napoleon überall“26 1932 und „Napoleons Traum“27 1934. Nach dem als Fortsetzung im Januar 1935 erschienenen Aufsatz „Auf den Spuren des Generalfeldmarschalls von Mackensen durch die Dübener Heide“ im offiziellen Mitteilungsblatt des Vereins „Dübener Heide“28, debütierte schließlich auch Willy Winkler im Heimatkalender 1936 mit dem Aufsatz „Mackensens Jugend in der Dübener Heide“, in dem der Begriff „Heimat“ geradezu mystisch überhöht wurde: „Gehst du in den tiefen Wäldern um Söllichau-Cossa-Dahlenberg, so denke daran, Wanderer, der Boden, da du stehest ist heiliger Boden, er nährte einen großen Sohn des deutschen Volkes an Körper und Geist, er gab dem Vaterlande einen großen Feldherrn: August von Mackensen.“29 Schon 1929 hieß es unter Chefredakteur Ernst Fritzsche im Heimatkalender: „Das Wort ‚Heimat‘ ist so hehr, daß man es nur andachtsvoll aussprechen sollte.“30 Verhängnisvoll war, dass die Liebe zur Heimat durch den Nationalismus nicht nur mystisch überhöht und damit zur Heimattümelei, sondern auch zum Kampfbegriff gegen alles „Fremde“, das „Ausland“, gegen „Ausländer“ wurde.

Corsep-Uhr von Helmut Fahle 1932. (4)
Corsep-Uhr von Helmut Fahle 1932. (4)

Der ehemalige Oberstleutnant der kaiserlichen Armee, Walter Corsep, genoss als mehrfach verwundeter Frontoffizier und Heimatmaler in Düben entsprechendes Ansehen: „Unser ehemaliges Garnisonsstädtchen verdankt seinem künstlerischen Schaffen eine lange Reihe patriotischer Bilder aus der Geschichte von 1813 und aus Altdüben, die er der Stadt schenkte.“31 Er war und ist auch als Errichter der „Max-Corsep-Stiftung“ (1905 bzw. 1917)32 bekannt, aus deren Mitteln mehrere Jahre die Auszeichnung zum Schulabschluss für „einen würdigen und fleißigen Jungen“, z.B. die „Corsep-Uhr“, dann auch für Mädchen, z.B. eine Halskette, finanziert wurde. Dass eine Verbindung zwischen militaristischer und nationalistischer Erziehung, die mit der Deutsch- und Heimattümelei in der Dübener Heimatgeschichtsschreibung einherging, und der Tatsache besteht, dass Dübener Bürger ihr Leben im Zweiten Weltkrieg ließen, wie die Empfänger der „Corsep-Uhr“ von 1932, Helmut Fahle33, und 1935, Heinz Fahle34, bedarf gewiss keiner besonderen Beweisführung. Helmut Fahle hat in der Druckerei Friedrich Jacob Schriftsetzer gelernt, er gehörte zum „fliegerischen Nachwuchs“, wurde ein hoch dekorierter Kampfflieger, dessen Lebensweg als kaum 24-Jähriger auf Feindflug gegen England irgendwo über dem Ärmelkanal endete. Heinz Fahle war bereits als „Schriftsetzerlehrling“ bei der Firma Paul Streubel, Inh. Willy Winkler, Mitglied der Hitlerjugend.35 Er starb kurz vor Kriegsende durch Kopf- bzw. Halsschuss in Wollersheim bei Euskirchen, das gegen die Amerikaner verteidigt werden sollte. Ergänzend erwähnt werden soll, dass ein weiterer Bruder, Hermann Fahle36, an der Ostfront gefallen ist. An ihn erinnert die von Werner Stärtzel initiierte und am 08.05.2005 in der Dübener Kirche angebrachte Gedenktafel.

Helmut, Erich, Heinz und Hermann Fahle 1942. (5)
Helmut, Erich, Heinz und Hermann Fahle 1942. (5)

Allein der vierte Bruder, Erich Fahle37, hat wohl nur dadurch überlebt, dass er während des Fronteinsatzes in Russland, u.a. vor Leningrad, an eitrigem Gelenkrheumatismus erkrankte und dadurch den Status „nicht kriegsverwendungsfähig“ erlangte.

„Undeutsche Kunst“ und „deutscher Wald“

Walter Corsep: Am Gängelband des Juden. (6)
Walter Corsep: Am Gängelband des Juden. (6)

In dem bereits zitierten Biogramm legt Hans-Joachim Böttcher Corseps künstlerisches Schaffen und seine militärische Laufbahn dar. Ergänzt werden muss, dass Corsep sich 1920 in Erfurt aktiv am gegen die Demokratie gerichteten Kapp-Putsch beteiligt hat, da er der festen Überzeugung war – was er 1929 mit „Irrtümer der Vorkriegszeit“ auch aktiv verbreitete, schuld an der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg sei „‘die Zerstörungs- und Zersetzungsarbeit des internationalen Juden- und Freimaurertums‘ sowie die ‚im Solde und Schlepptau beider [...] treibende Sozialdemokratie bzw. der von Asiens Steppen her durch Juden importierte Bolschewismus‘“38 gewesen. Nach Einschätzung von Steffen Raßloff hatte Corsep das Weltbild eines „eingeschworenen Nationalisten und Antisemiten“, er „sah sich zum Hüter bürgerlicher Kulturwerte berufen und entfaltete eine hektische Aktivität.“39 Er hetzte gegen die modernen Kunstströmungen in Erfurt, konkret gegen den Expressionismus als „undeutsche Strömung“, gegen den 1920 berufenen Erfurter Museumsdirektor, Walter Kaesbach (1879-1961), den „Spiritus Rector der modernen Erfurter Kulturszene“40, den er „als ‚Spartakist schärfster Ordnung‘, als inkompetent und homosexuell veranlagt“ verunglimpfte, was ihm 1925 „eine Verleumdungsklage einbrachte, die zu einer empfindlichen Strafe führte.“41

Walter Corsep: Klassenkampf - jüdisch finanziert. (7)
Walter Corsep: Klassenkampf - jüdisch finanziert. (7)

Er hetzte öffentlich auch gegen den jüdischen Schuhfabrikanten, Alfred Hess (1879-1931), Mäzen und Kunstsammler, als „Kulturbolschwisten“42. Corsep setzte sein zweifellos vorhandenes Talent auch für andere Werke ein, als für die inBad Düben bekannten und geschätzten Gemälde. In Karikaturen und „vermeintlich von Begabung zeugenden Skizzen und Entwürfen werden in wenig origineller, meist abstoßender Weise“ die bekannten Muster „der völkisch-nationalen und konservativen Weltsicht zu Papier gebracht. Immer wieder geht es aber v.a. gegen die Juden, die im Stile des ‚Stürmer‘ von ‚Frankenführer‘ Julius Streicher (erschienen seit 1923) mit krummer Nase und hässlichem Gesicht dargestellt werden.“43Angemerkt werden soll an dieser Stelle nur, dass auch im Heimatkalender 1936 offen antisemitische Geschichtsfälschungen vertreten waren: „Viele Volksgenossen verloren in der von Juden erzeugten Inflation [...] Hab und Gut. [...] Die Regierung hatte an Suff und Fraß, was ihnen die Juden spendierten, genug zu tun, das Volk mochte verkommen.“44 Antisemitischen Vorurteile rechtfertigten, dass Juden im Kreis Bitterfeld - auch in Düben - ab 1935 „deutsche“ Gasthäuser nicht mehr betreten durften. Und der „deutsche“ Wald sollte bald folgen. Wenn man anerkennt, dass der Verein „Dübener Heide“ bis 1936 die wichtigsten Wanderwege markiert hatte45 - und das ist bestimmt der Anerkennung wert, so muss man eben auch hinzufügen, dass der Verein in einem auf den Brandschutz gerichteten „Mahnwort“ unter der Überschrift „Schütze den deutschen Wald!“ vermeldete, dass er an „Allen Wandertafeln in der Dübener Heide [...] die mahnenden Worte anbringen lassen (hat): ‚Der Wald ist das Heiligtum des deutschen Volkes, schütze ihn!“46 Angemerkt werden muss weiter, dass NSDAP-Kreisleiter Karasek im Beisein des „Pg. Moldmann von der Landesstelle Halle-Merseburg des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“ am 07.06.1936 versicherte, für „die Wegemarkierung der Heide [...] alle in Frage kommenden Stellen mobil zu machen“ mit dem Ziel, die Heide „für Massenaufnahmen, z.B. ‚Kraft durch Freude‘-Fahrten [...] restlos zu erschließen.“47 Landrat Pg. Habild konkretisierte mit Schreiben vom 18.06.1936 an den Dübener Bürgermeister Pg. Gropengießer, dass die Dübener Heide durch „Kraft durch Freude“ der „Deutschen Arbeitsfront“ für Erholungszwecke nutzbar gemacht werden soll.

Werbung für die Scheinwahlen zum Reichstag und den nachträglichen Volksentscheid zur Rheinlandbesetzung.(8)
Werbung für die Scheinwahlen zum Reichstag und den nachträglichen Volksentscheid zur Rheinlandbesetzung.(8)

Allein im Jahr 1936 sollten u.a. drei Wochenendzüge der Leuna-Werke entsandt werden.48 Mit Ausflügen, Reisen, dann mit dem nie eingelösten Versprechen des „KdF-Wagens“ nährte die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ als massenwirksamste Organisation der NSDAP die Illusion von der Verwirklichung des Sozialismus durch Adolf Hitler und band gerade dadurch vor allem die Arbeiterschaft bis zum katastrophalen Ende des „Dritten Reiches“ an den Nationalsozialismus. Somit stellte Willy Winkler bei der Erstattung des Geschäftsberichtes anlässlich der 9. Jahreshauptversammlung des Vereines „Dübener Heide“ in Gräfenhainichen 1939 durchaus zutreffend fest: „Wir wissen, daß gerade die Partei- und Staatsstellen im Bezirk der Dübener Heide mit Interesse unsere Arbeiten verfolgen“49, ohne dass angenommen werden muss, dass er sich der fatalen Wirkungen bewusst war.


Der 125. Jahrestag der Völkerschlacht 1938 und Willy Winkler

1. Vorschlag Corseps: Standort an der Nordseite der Kirche.(9)
1. Vorschlag Corseps: Standort an der Nordseite der Kirche.(9)

Corsep entfaltete wie beim „Kulturkampf in Erfurt“ auch hinsichtlich des Blüchersteins eine geradezu „hektische Aktivität“ und teilte der Redaktion der „Dübener Nachrichten“ schon am 14.06.1937 mit, dass das in Gips modellierte Blücherrelief fertig ist, ging damit also bereits an die Öffentlichkeit, ohne dass bis dahin überhaupt klar war, woran das Relief angebracht werden, wie das Denkmal aussehen und wo seinen Platz haben sollte. Am 08.12.1937 schlug er mit einem Schreiben an den Bürgermeister die Nordseite der Stadtkirche als Denkmalstandort vor. Willy Kießling50,der Bürgermeister Karl Großengießer häufig zu vertreten und daher bereits 1936 die Einweihung des Gustav-Adolf-Gedenksteins vorgenommen hatte51, griff nach erneutem Schreiben vom 27.04.1938 den nächsten Vorschlag Corseps auf und begann mit der Vorbereitung für einen „Blücherplatz“ vor dem Grundstück des Schmiedemeisters Grothe, ganz in der Nähe des Gustav-Adolf-Steines.52. Nach der nur vorläufigen Klärung, wo das Denkmal denn aufgestellt werden soll, ging man endlich auf das Denkmal selbst ein. Sollte jemals in Erwägung gezogen worden sein, den Blücherstein bis zum 125. Jahrestag der Völkerschlacht am 18.10.1938 einzuweihen, kann dies allenfalls als Wunschgedanke, fernab jeder Realität bezeichnet werden. Richtig ist wohl, dass dieser Jahrestag als Anlass gesehen wurde, „zur Erinnerung an die geschichtlichen Tage der Befreiung 1813 [..] einen Blücherstein (zu) errichten.“53 Der in der Stadt am 08. und 09.10.1938 gefeierte 125. Jahrestag der Völkerschlacht war längst verstrichen. Dieses Ereignis befand sich so wie alle Jahrestage, Feste und kulturelle Veranstaltungen in Düben in der Hand der NSDAP und wurde durch „die Stadt Düben in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude (veranstaltet)“54, getreu dem Grundsatz: „Denn die Heimat zu pflegen, ist ein reges Anliegen der nationalsozialistischen Weltanschauung.“55 Der „Empfang der Ehrengäste“ am 08.10.1938, 19:45 Uhr, im „Gasthof zum Goldenen Löwen“, war nicht nur für die Funktionsträger der Stadt ausgelegt. Zu den teilnehmenden Ehrengästen gehörten u.a. der NSDAP-Gauleiter Eggeling, Gauamtsleiter Lamminger, Landrat Habild, Kreisleiter Karasek, der K.d.F.-Kreiswart Reiche, Oberarbeitsführer Wisch der RAD-Gruppe 142 und natürlich Walter Corsep. Mit typisch nationalsozialistischem Pomp „bildeten SA., SS, NSKK. und Arbeitsdienst“ vom „Markt bis zum Schloß [...] Fackelspalier, durch das die Ehrengäste sich nach dem Schloß wandten“, wo auf dem „mit den Fahnen des Dritten Reiches geschmückten Hof“ eine Gedenkfeier stattfand. Auf dem Marktplatz verglich Bürgermeister Gropengießer die Befreiungskriege von 1813 mit dem Kampf der NSDAP in der „heutigen Zeit. Wie vor Jahren wurde auch heute der Weg zur Freiheit beschritten und durch das Werk des Führers wurde das Großdeutschland geschaffen.“56 Laut einer von drei Einladungslisten57 gehörte auch „Pg. Willy Winkler“ zu den Ehrengästen. Er war am 01.05.1937 nach Aufhebung der seit dem 01.05.1933 geltenden Mitgliedersperre der NSDAP beigetreten.58 Nach 1945 erklärte er seine Mitgliedschaft damit, er sei bereits 1933 zum Beitritt gedrängt worden und erst 1937 der NSDAP nur deshalb beigetreten, um „einer Geschäftsschließung zu entgehen“59. Natürlich sind Menschen auch bedrängt worden, NSDAP-Mitglied zu werden, weshalb wiederholt von der NSDAP-Reichsleitung darauf hingewiesen wurde, dass die Aufnahme freiwillig zu erfolgen habe und dass nur die „besten Nationalsozialisten als Mitglieder aufgenommen werden“ sollen, da „der Führer in der Partei eine verschworene Gemeinschaft politischen Kämpfertums gestaltet wissen will.“ 1937 wurde niemand mehr bedrängt, der NSDAP beizutreten, vielmehr wurde mit der Anordnung 18/37 vom 20. April 1937 durch den Reichsschatzmeister der NSDAP die Lockerung der Mitgliedersperre ausdrücklich „für diejenigen Volksgenossen verfügt [...], die durch ihre nationalsozialistische Haltung und Betätigung in den Jahren seit der Machtübernahme des Führers sich eine Anwartschaft auf Aufnahme in die NSDAP erworben haben.“60 Wahrscheinlicher ist, dass der bedächtige Willy Winkler, wie andere auch, 1933 abwartete, ob sich Hitlers Regime etabliert, um 1937 der NSDAP auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus beizutreten. Offenbar ließ er sich von den „Erfolgen“ der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Außenpolitik täuschen und mitreißen. Dies belegen seine Äußerungen als Autor im Heimatkalendern 1940: „Aus dem zerrissenen Deutschland von damals stieg eine Weltmacht empor, und e i n Führer regiert e i n Reich und e i n Volk.“ Ausgerechnet nach dem feigen Überfall auf das unterlegene, von den Westmächten allein gelassene und von der Sowjetunion im Hitler-Stalin-Pakt bereits aufgeteilte Polen erfuhren die Leser, „daß der Kreis Bitterfeld ein guter Baustein ist zum großen, schönen deutschen Vaterlande, ein guter Baustein zu dem Reiche, in dem man friedlich, aber unermüdlich schafft und wirkt, zum Reiche A d o l f H i t l e r s.“61 Weiterhin muss nach gründlicher Analyse festgestellt werden, dass der Heimatkalender unter seinem „Schriftwalter“62 Willy Winkler seit 1938 in Wort und Bild eine deutlich stärkere nationalsozialistische Tendenz erhielt. So wurde im Vorwort des Heimatkalenders 1938 „Wir gingen durch ein Jahr ...“ der „Grundgedanke“ des 2. Vierjahrplanes propagiert, die „Rohstoffversorgung Deutschlands durch größte Sparsamkeit und Erfindung neuer Werkstoffe unabhängig vom Ausland zumachen. Es geht nicht an, daß wir beim Einkauf ausländischer Produkte dem Weltjudentum in die Hand fallen.“63

Finanzierung des Denkmals und Kriegsausbruch

2. Vorschlag Corseps: Blücherplatz vor Grundstück Grothe.(10)
2. Vorschlag Corseps: Blücherplatz vor Grundstück Grothe.(10)

Pfarrer Mohs gehörte nicht zu den Ehrengästen zur Festveranstaltung am 08.10.1938, aber auch er war offensichtlich von Corsep in das Denkmalvorhaben eingeweiht worden, denn er stellte der Stadt mit Schreiben vom 23.11.1938 und „Heil Hitler“ einen grauen Granitblock für das geplante Blücher-Denkmal kostenlos zur Verfügung. Am 10.01.1939 nahm Kießling das Angebot des Pfarrers dankend an. Der Findling durfte dann aber aus „Naturschutz“-Gründen nicht verwendet werden, worauf er festhielt, er werde sich wegen eines geeigneten Steines mit der „Muldensteiner Werke g.m.b.H., Muldenstein, [...] in Verbindung setzen.“ Auch Corsep war nicht untätig geblieben: Generalfeldmarschall Mackensen richtete am 18.02.1939 ein Schreiben an den Bürgermeister, in dem er eine Spende von 50 RM zusagte, zur Unterstützung Corseps aufforderte und hervorhob: „Der Gedanke zur Errichtung des Gedenksteins entspricht der militärischen Bedeutung, welche Düben im Oktober 1813 gewann.“ Einen Monat später, am 08.03.1939, äußerte Corsep Ideen zur Gestaltung und Aufstellung des Denkmals vor dem Grundstück des Schmiedemeisters Grothe. Nur fünf Tage danach, am 12.03.1939, erreichte den Dübener Bürgermeister das von Corsep veranlasste Angebot der Karl Teich, Werksteinbetriebe Berlin, Werk Langensalza, für ein Denkmal aus Langensalzaer Travertin. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 6.020 RM. Gropengießer muss sprachlos gewesen sein, denn er vermerkt mit rotem Stift auf dem Schreiben Corseps: „Der Mann ist wahnsinnig!“ Zwischenzeitlich hatte Corsep auch den Verein „Dübener Heide“ kontaktiert: Willy Winkler leitete am 20.4.1939 das Schreiben Corseps an den Bürgermeister weiter: „Es wäre ja sehr schön, wenn das Denkmal zum Parkfeste eingeweiht werden könnte. Heil Hitler! Winkler“ Auch das von ihm veranlasste, mit 3.750 RM deutlich günstigere Angebot der Stahlwerke Lauchhammer vom 05.05.1939 für eine Bronzestatue „Fürst Blücher“ „nach dem von Prof. v. Uechritzgeschaffenen Modell“ gab er an Gropengießer weiter. Nun war es höchste Zeit, Corsep über das Alternativprojekt zu informieren, dem man eilig versicherte, für alle Zeit als „Urheber des Denkmalsgedankens“ zu gelten.

Gipsmodell der Blücher-Plakette.(11)
Gipsmodell der Blücher-Plakette.(11)

Endlich wandte man sich einer der wichtigsten Fragen zu, der Finanzierung des Denkmals. Kießling beklagte - so geht es aus den Akten hervor, dass die vermögenden Bürger der Stadt ihm wegen des Blüchersteins die „kalte Schulter“ zeigten: Die Finanzierung war nicht gesichert, so wie das beim Kriegerdenkmal 1914-1918 gewesen war, als Bürger Summen „zeichneten“, also zusagten, aber nie gezahlt hatten. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht einmal die Mittel für das Gipsmodell des Reliefs vorhanden, über das Corsep bereits 1937 die Öffentlichkeit informiert hatte. Er setzte nun sein Gewicht als Oberstleutnant der kaiserlichen Armee ein und bat am 12.05.1939 beim Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Staatsrat von Ulrich, um einen finanziellen Zuschuss von 500 RM mit der Begründung: „Das Landstädtchen Düben ist nicht mit Glücksgütern gesegnet.“

Postkarte Willy Winkler an Walter Corsep 02.06.1939 (Rückseite).(12)
Postkarte Willy Winkler an Walter Corsep 02.06.1939 (Rückseite).(12)

Kießling und Corsep initiierten eine Spendenaktion und richteten am 15.05.1939 ein Spendenkonto „Fonds zur Errichtung eines Blüchersteins“ bei der Zweigstelle Düben der Kreissparkasse Bitterfeld ein, am 22.05.1939 erfolgte die Bestätigung des Zuschusses durch den Oberpräsidenten in Höhe von 500 RM. Nach Eingang weiterer Spenden war die Stadt am 02.06.1939 in der finanziellen Lage, Corsep zu ermächtigen, das Gipsmodell des Reliefs für 300 RM anfertigen zu lassen. Am selben Tag sandte Willy Winkler eine Postkarte mit folgendem Inhalt an Corsep:

„Sehr geehrter Herr Oberstleutnant!

In aller Eile teile ich Ihnen mit, daß Gr.(opengießer) mit der Auftragserteilung für Künstler u. Guß durch Sie einverstanden ist. Er hofft nun nur, daß sich das Weitere findet. - Mit der von Ihnen gewählten Bildgröße bin ich natürlich einverstanden.
Freundliche Heimatgrüße! Ihr ergebener Winkler“

Foto des Steins in Steinwiesen/Frankenwald.(13)
Foto des Steins in Steinwiesen/Frankenwald.(13)

Nachdem Kießling am 08.07.1939 die bayerischen „Marmor- und Granitwerk Eisenhammer, Ferdinand Popp“ Steinwiesen im Frankenwald persönlich besucht hatte, wurde der Stadt am 09.07.1939 der dann zur Verwendung kommende „Naturfindling aus schwarzem Diabas“ zum „Ausnahmenettopreis von RM 600.--“, einschließlich „Einarbeitung der Füllung für das Broncerelief und für die Inschrifttafel“ angeboten. Dem Angebot war ein Foto beigefügt und Kießling löste am 15.07.1939 den Auftrag für diesen Stein aus, was dadurch möglich wurde, dass ein weiterer Zuschuss beim Kreissauschuss (Landratsamt) Bitterfeld beantragt worden war, und man sich gute Chancen ausrechnete, dass er bewilligt wird. Der Zuschuss „aus Kreismitteln“ des Landrats Pg. Habild in Höhe von 300 RM ging im November 1939 ein, nachdem die Stadtverwaltung Düben am 22.07.1939 einen Finanzierungsplan nachgereicht hatte. Am 26.08.1939 wurde außerdem bei Rechtsanwalt Pg. Major Kleinau, NS-Reichskriegerbund Bitterfeld, eine „Beihilfe“ erbeten. Obwohl das Projekt nun in Fahrt gekommen war, konnte das Denkmal zum Parkfest, 26.06. bis 02.07.1939, nicht fertiggestellt werden. Jetzt arbeitete man intensiv darauf hin, das Denkmal „wohl im Oktober“ 1939 fertigzustellen, wie Kießling am 01.08.1939 an Corsep schrieb. Das Schreiben - „Ein Durchschlag für Herrn Winkler“ - fasste zusammen, dass das Relief ohne Lorbeerkranz, für 300 RM von Herrn Ehnes64, Bildhauer in Erfurt, angefertigt, dass das Denkmal bronzene Einzelbuchstaben „BLÜCHER“ und eine Platte mit dem von Corsep entworfenen Text haben und der Guss durch die Württembergische Metallwarenfabrik Geislingen (Bayern) bis zum 01.09.1939 ausgeführt werden soll. Anschließend sollten die Bronzeteile „beschleunigt“ an das „Marmor- und Granitwerk Eisenhammer, Ferdinand Popp“ in Steinwiesen (Bayern) gesandt werden. Popp wurde um „beschleunigte Ausführung nach Eingang der Sendung und Lieferung bis spätestens 1.10. d.J. nach hier“ gebeten. Am 25.08.1939 beauftragte Bürgermeister Gropengießer die Dübener Firma Reinhold Sonntag65 mit den „Arbeiten für die Herstellung des Fundaments“. Am 07.09.1939 meldete Popp die Fertigstellung der Buchstaben „BLÜCHER“ und der „Tafel mit erhabener Schrift, der Grund der Tafel dunkler Bronceton, die Schrift echt blattvergoldet, genauso wie das Relief“. Der inzwischen begonnene Zweite Weltkrieg veranlasste Bürgermeister Gropengießer am 30.09.1939, die Württembergische Metallwarenfabrik Geislingen dahingehend zu informieren, „Relief, Schrifttafel und Schrift ‚Blücher‘ nicht an der Firma Popp in Steinwiesen zu übersenden, sondern direkt nach Düben. Mit Rücksicht auf die politischen Verhältnisse kann in absehbarer Zeit nicht mit der Errichtung des Denkmals gerechnet werden. Das Einmontieren kann später erfolgen. “Die Firma in Geislingen informierte am 02.11.1939 Corsep, dass „Schrifttafel sowie das Reliefrund, die Schrift für das Blücherdenkmal in Düben voraussichtlich Mitte November zum Versand kommen. Infolge der eingetretenen Umstände ist uns eine frühere Lieferung leider nicht möglich.“ Offenbar noch davon überzeugt, dass der Krieg bald beendet sein würde, teilte Gropengießer am 21.11.1939 der Firma Popp mit: „Nach Schluß des Krieges werden dann die Bronzen Ihnen übersandt zwecks Ausarbeitung der notwendigen Füllungen und Einsetzen in den Stein. Der Stein würde dann bis dahin bei Ihnen zu lagern sein.“66 Ob man in Düben der Ansicht war, dass nach der Niederwerfung Polens der Krieg bald zu Ende sein müsste oder dass der Krieg doch länger dauern würde, ist heute nicht mehr zu ermitteln. Für die zweite Variante spricht, dass in den „Dübener Nachrichten“ am 30.12.1939 festgestellt wurde, daß „die Zeitverhältnisse die Ausführung des Baues nicht (gestatten). Das fertiggestellte Relief und die Metallinschriften werden vorläufig im Rathausflur angebracht.“67 Erst am 05.04.1941 fragte Gropengießer per Telegramm bei der Firma Popp an, „ob die Möglichkeit besteht, den Stein in nächster Zeit zu übersenden.“ Die Antwort vom 09.04.1941 lautete: „Voraussichtlich bringen wir den Blücherstein am Dienstag den 15.4.41. oder am Mittwoch den 16.4.41.“ Die Anlieferung nach Düben erfolgte per Lastwagen.68

Der Steinmetz Erich Lehmann und „ein gewisser Abschluss“

Die von Erich Lehmann ausgearbeitete Füllungen bei der Restaurierung 2013.(14)
Die von Erich Lehmann ausgearbeitete Füllungen bei der Restaurierung 2013.(14)

Die „Ausarbeitung der notwendigen Füllungen“ erfolgte nicht bei Firma Popp in Bayern, sondern wurde durch den Steinmetzbetrieb Freitag, konkret durch den Lehrling Erich Lehmann69 als sein Gesellenstück ausgeführt. Darüber hinaus erhielt er von seinem Meister den Auftrag, die natürliche Form des Steins dahingehend weiter zu bearbeiten, dass der preußische Adler mit – von vorn gesehen - nach rechts geneigtem Kopf stärker hervortritt. Er hatte nach Schulabschluss Ostern 1938 in der Firma Freitag gelernt und besuchte bis 1940 die Betriebsberufsschule Bitterfeld sowie ab 1940 bis Ostern 1941 die Zweckverbandsberufschule in Delitzsch. Steinmetzmeister Werner Freitag riet ihm: „Lass dir Zeit, Erich, in den Krieg kommst du zeitig genug.“. Nach Lehrabschluss wurde Erich Lehmann zur Wehrmacht eingezogen und hat u.a. im Fallschirm-Pionier-Bataillon IV gedient, nachdem er am 10.03.1944 den Fallschirmschützenlehrgang in Salzwedel beendet hatte. Im Rahmen der Ardennenoffensive, dem letzten Versuch der Wehrmacht, eine Wende des Krieges herbeizuführen, wurde er am 20.12.1944 in Frankreich am linken Knie verwundet und geriet in Gefangenschaft. Spätestens am 21.02.1946 war er zurück in Düben, wie ein Rentenantrag beim Dübener Bürgermeister belegt. 1948 heiratete er Else Ulm, hatte mit ihr zwei Kinder und arbeitete auch noch einige Jahre bei „Freitag’s“.70

Erich Lehmann poliert und graviert in Freitag's Werkstatt einen Grabstein.(15)
Erich Lehmann poliert und graviert in Freitag's Werkstatt einen Grabstein.(15)

Er hatte den aus nationalistischer Überheblichkeit heraus begonnenen Krieg zwar überlebt, jedoch dauernd kriegsversehrt mit seiner Gesundheit bezahlt. Bürgermeister Gropengießer lebte nach der Rückkehr von Erich Lehmann nach Düben schon reichlich vier Jahre nicht mehr. Sein Tod bewahrte den stellvertretenden Bürgermeister und NSDAP-Ortgruppeneiter Willy Kießling wahrscheinlich vor der von ihm selbst bereits 1941 erwarteten Einberufung, als er am 18.09.1941 an Corsep schrieb: „Gleichfalls bin ich Ihrer Ansicht, daß es durch die politische Lage nicht möglich sein wird, das Projekt jetzt zur Ausführung zu bringen.“71 Dabei hatte die Mitteldeutsche National-Zeitung schon am 12.09.1941 gemeldet: „Die seit Jahren geplante Errichtung eines Blücherdenksteins wird jetzt durchgeführt werden, der Betonsockel ist bereits in Arbeit. Der Stein erhält seinen Platz oberhalb der Feldherrnsiedlung auf dem ehemaligen Jacobschen Feldstück an der Gustav-Adolf-Str. und am Windmühlenweg.“72

Corseps Entwurf zum Blücherstein am Windmühlenweg.(16)
Corseps Entwurf zum Blücherstein am Windmühlenweg.(16)

Kießling wollte jedenfalls „einen gewissen Abschluss“ erreichen. Am 29.09.1941 teilte er Corsep mit, dass die Firma Sonntag das Fundament fertiggestellt hatte und die Einweihung am 18.10.1941 vorgesehen ist und der Künstler, Herr Ehnes, eingeladen werden soll. Die Aufstellung des Steins und die Ausgestaltung des Denkmals sollte wiederum die Firma von Maurermeister Sonntag mit der Auflage übernehmen, dass kein „Kunststein“ für die Stufen verwendet wird. Für den Fall, dass die Aufstellung des Steins nicht möglich sein sollte, stellte er die Anbringung des Denkmalsschmucks in der ebenfalls noch nicht gebauten „Blücherschule“, die im Gebiet der „Feldherrnsiedlung“ vorgesehen war, in Aussicht. Am 08.10.1941 schrieb Bürgermeister Gropengießer an Corsep: „Die Einweihung des Denkmals muß auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werden, da es mir nicht möglich ist, den für die Errichtung des Denkmals notwendigen Kran zu bekommen. Die Firma habe ich in Leipzig bestellt, er trifft aber erst später ein. Die Denkmaleinweihung kann natürlich nur in ganz einfacher Form erfolgen, da durch die Zeitverhältnisse nur eine geringe Beteiligung möglich sein kann. Aus diesem Grunde muß ich leider absehen, Herrn Generalfeldmarschall v. Mackensen trotz der gespendeten 50 RM einzuladen.“ Eine offenbar geplante Festzeitung konnte ebenfalls nicht gedruckt werden, da man die dafür erforderliche Genehmigung nicht erhalten hatte. Durch den Krieg war es zu einer strengen Rationierung der Papierkontingente gekommen.

Walter Corsep: Wolkenkratzer-Viertel Düben 1970 - Alter Marktplatz.(17)
Walter Corsep: Wolkenkratzer-Viertel Düben 1970 - Alter Marktplatz.(17)

Eine Einweihung hat 1941 wohl nicht mehr stattgefunden, denn Gropengießer teilte Corsep am 09.01.1942 mit: „Das Blüchersteindenkmal ist nun endlich weiter gediehen. Der Stein ist auf dem Sockel errichtet worden. Es müssen nun die erforderlichen Erdarbeiten vorgenommen werden, um das Gelände besser zu gestalten.“ Am 04.02.1942 legte er nach: „Ich will versuchen, daß im Frühjahr das Denkmal fix und fertig ist.“ Dies mag Corsep veranlasst haben, im Schreiben an den Oberbürgermeister von Leipzig vom 27.01.1942 Baumeister Sonntag als den „Erbauer der ‚Feldherren-Siedlung‘“ und Gropengießer als den „Schöpfer der ‚Feldherren-Siedlung“ zu loben. Er empfahl weiter, sich mit dem „jugendliche(n), tatkräftige(n) Bürgermeister Gropengießer“ in Verbindung zu setzen mit dem Ziel, „Düben und seine Heide zum Vorort, zum Protektorat von Leipzig zu erheben.“73 Corsep entwickelte in diesem Zusammenhang seltsam realitätsferne Befürchtungen. Bereits am 30.10.1941 skizzierte er die Horror-Vision „Wolkenkratzer-Viertel Düben 1970“, forderte: „Hände weg von der Altstadt!“ und behauptete, dass der „Kleinbürger danach strebt, die Großstädter nachzuäffen“. Am 28.07.1942 erlag Gropengießer in Bad Kösen einem Schlaganfall. NSDAP-Landrat Habild merkte am 23.11.1943 in einem Schreiben an das Regierungspräsidium und im Rahmen der Bestellung des neuen Bürgermeisters an, dass Gropengießer „nicht ganz das erfüllte, was von ihm erwartet wurde“74 - so wie sein Vorgänger, der 1936 vor allem vom NSDAP-Kreisleiter Karasek aus dem Amt gedrängte Bürgermeister Dr. Zimmermann. Mit Amtsantritt 17.01.1944 wurde der Erste Beigeordnete und NSDAP-Ortsgruppenleiter, Willy Kießling, zum Bürgermeister bestellt, für den sich die Dübener „Ratsherren“ schon im Bestellungsverfahren Gropengießers im Dezember 1936 ausgesprochen hatten.75 Kießling übernahm die sicher schwierige Aufgabe, die Stadt durch das letzte Kriegsjahr zu führen. In den letzten Kriegstagen wurde er durch die amerikanischen Besatzungstruppen inhaftiert, in Kornwestheim/Baden-Württemberg interniert, wo er 1947 im Interniertenkrankenhaus Ludwigsburg an einem Hirntumor76 verstarb. Der Urheber des Blücherdenkmal-Gedankens, Walter Corsep, war bereits im Mai 1944 „an den Folgen eines Straßenbahnunfalls“ in Erfurt gestorben. Die am 20.04.1933 zu Hitlers Geburtstag in Corsepstraße umbenannte Mühlstraße77, erhielt 1945 ihren ursprünglichen Namen zurück. Dafür lagen gute Gründe vor, obwohl diese Straße eigentlich nicht der Ehrung Walter Corseps diente, denn sie trug den Namen „Max-Corsep-Straße“78, des 1915 verstorbenen Bruders, nach dem auch die bereits erwähnte Stiftung benannt war. Die Straßen der „Feldherrnsiedlung“, benannt nach Hindenburg, Ziethen, Gneisenau und Blücher79, erhielten 1945 neue Namen. Allein die „Karl-Liebknecht-Straße“ wurde 1990 wieder in „Blücherstraße“ rückbenannt. Ernst Fritzsche erlebte den Einmarsch der amerikanischen, dann der sowjetischen Truppen in Düben. Ob er diese katastrophale Niederlage des von Deutschland „aus bloßem Ehrgeiz“ begonnenen, „unrechtmäßigen“ Krieges noch bewusst wahrgenommen hat, ist nicht bekannt. Er verstarb am 03.05.1945 in Düben an „Altersschwäche“.80

Kriegsende, neue Deutungen und Ausblick

Willy Winkler bei der Einweihung 1956.(18)
Willy Winkler bei der Einweihung 1956.(18)

Willy Winkler überlebte den Krieg und zog seine Konsequenzen, indem er der im Juni 1945 gegründeten SPD-Ortsgruppe Düben/Mulde beitrat und im August 1945 die Ortsgruppe des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ mitgründete. Er arbeitete nach eigener Angabe im Antifa-Ausschuss81 und aktenkundig im Umsiedlerausschuss Düben/Mulde82 mit und wurde mit der Zwangsvereinigung von KPD und SPD 1946 SED-Mitglied. Seine SED-Mitgliedschaft erlosch spätestens 1950 im Rahmen einer „Parteiüberprüfung“.83 Obwohl er kein „Partei“-Mitglied mehr war, konnte er den schon vor dem Krieg durch Dr. Albert Schröder vom Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig skizzierten Gedanken eines Landschaftsmuseums in der Burg Düben84 umsetzen und als ehrenamtlicher Museumsdirektor anlässlich des Park- und Heimatfestes 1956 das endlich fertiggestellte Blücherdenkmal feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Das Blücherdenkmal war nun nicht mehr Symbol des Kampfes gegen den „Korsen“, der „Erbfeindschaft mit Frankreich“, sondern eingedenk des Bündnisses Preußens und Russlands von 1812 auch irgendwie ein Teil der deutsch-sowjetischen Freundschaft und Waffenbrüderschaft geworden. Der Schriftzug „BLÜCHER“ aus Bronzebuchstaben ging bis in die 1980er Jahre stückweise verloren.

Der Blücherstein 1987/88.(19)
Der Blücherstein 1987/88.(19)

Durch die Stadtverwaltung Bad Düben wurde daraufhin 1988 der Steinmetzbetrieb Heinz Freitag anlässlich des 175. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig beauftragt, den Namen in den Stein zu schlagen. So ist es noch heute, auch der Schriftzug wurde 2013 restauriert. Der an seinem hinkenden Gang schon von Weitem erkennbare Erich Lehmann hat nach seiner Rückkehr aus dem Krieg keine Waffe auch nur angefasst und lebte bis zu seinem Tod 1999 in seiner Geburtsstadt Bad Düben. Sein Anteil am Blücherstein war bisher unbekannt, mit diesem Aufsatz soll seiner und derer gedacht werden, die im Namen von Militarismus und Nationalismus ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben eingebüßt haben. Nur 100 Jahre nach Gründung der NSDAP sind die Toten des Zweiten Weltkrieges und die Frauen, die ihre Kinder unter heute unvorstellbaren Bedingungen allein aufziehen mussten, fast vergessen. Die Kriegsschäden sind behoben oder für die meisten heute in Bad Düben Lebenden nicht mehr erkennbar. Die Kriegsbeschädigten sind aus dem Stadtbild verschwunden, aber der Nationalismus tritt in einer Zeit, die von erheblichen Fluchtbewegungen gekennzeichnet ist, wieder stärker in Erscheinung. Flüchtlinge können nichts für den Krieg, den Nationalisten und sich religiös gebende Fanatiker in ihre Länder getragen haben. Der Blücherstein kann daher heute ein Symbol sein, dass Nationalismus und Ausgrenzung anderer Menschengruppen überwunden werden müssen, um neues Leid durch Gewaltherrschaft für die „Heimat“ und die Welt zu verhindern: „Düben und Deine Heide, Gott schütze Euch beide!“.85

Anmerkungen

1 Walter Corsep, Berufsoffizier der kaiserlichen Armee, Freikorpskämpfer, Antisemit, Heimatmaler, geb. 20.11.1862 in Wittenberg, gest. 19.05.1944 in Erfurt. Vgl. Böttcher, H.-J.: Bedeutende Persönlichkeiten der Dübener Heide. Heft 237 der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung. Leipzig 2014, S. 19f.
Vgl. Raßloff, St.: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. Das Erfurter Bürgertum zwischen Kaiserreich und NS-Diktatur. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2003, S.263f. Raßloff, St.: Bürgerkrieg und Goldene Zwanziger. Erfurt in der Weimarer Republik. Sutton Verlag, Erfurt 2008, S. 87 ff.
2 Karl Gropengießer, geb. 12.06.1894 in Weißenfels, gest. 28.07.1942 in Bad Kösen, wohnhaft in Düben, Blücherstr. 8. Vgl. Pfarramt Bad Düben (PfABD), Sterberegister Düben/Mulde 1.1.1940 – 1957, 1942, Nr. 29. Bürgermeister in Stolberg seit 1925, Bürgermeister der Stadt Düben 27.04.1937 bis 28.07.1942, NSDAP seit 1.5.1933, Mitglieds-Nr. 1.884.500. Vgl. Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg (LASAM), C 48 Ih Nr. 420 a, Blatt 311.
3 Alexander Zimmermann, Dr. jur., geb. 23.12.1893 in Bickern, später Teil der Stadt Wanne, Landkreis Gelsenkirchen, gest. 21.10.1968 in Karlsruhe. Vgl. Geburtsurkunde Wanne Nr. 863/1893. Bürgermeister von Düben vom 01.01.1931 bis 29.05.1936, wohnhaft in Düben, Postweg 3. Vgl. LASAM, A.a.O., Blatt 45 und 294. Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (StAL), Stadt Düben Bestand 20596, Nr. 41, o.S.
4 Vgl. StAL, Bestand 20569, Nr. 27, o.S.
5 Willy Winkler, geb. 30.11.1904 in Düben/Mulde, gest. 21.06.1986 in Bad Düben, Buchdruckmeister, Heimatforscher. Vgl. Böttcher, H.-J.: A.a.O., S. 108f. Vgl. Funk, H.: Ein Handwerker als Museumsdirektor - Willy Winkler zum Gedenken. In: Jahrbuch der Dübener Heide 1996. Verlagshaus „Heide-Druck“ Bad Düben, (Jahrbuch) S. 82 ff.
6 Ernst Fritzsche, geb. 21.11.1868 in Kleinroda, gest. 03.05.1945 in Düben, Lehrer in Düben seit 1902. Vgl. Böttcher, H.-J.: A.a.O., S. 27.
7 Baumann, Hans (als „Herausgeber“): Zum Geleit. In: Die Dübener Heide. Illustrierte Monatsschrift. Hans Baumann Verlag, Bad Schmiedeberg, Heft 1, April 1926.
8 Böttcher, H.-J.: A.a.O., S. 20.
9 Vgl. LASAM, Rep. 2152 C 48 IIb, Blatt 2 ff.
10 Vgl. LASAM, Rep C 48 II b 2153.
11 Vgl. Düben im Jahre 1939. In: Dübener Nachrichten vom 30.12.1939.
12 Vgl. Bitterfelder Anzeiger vom 23.10.1941.
13 Raßloff, St.: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. A.a.O., S. 263.
14 M.K.: Vaterland. In: Heimatkalender für die Muldekreise Bitterfeld und Delitzsch 1931 (Heimatkalender. Von 1925 bis 1937 für beide Kreise, ab 1938 bis 1940 nur für den Kreis Bitterfeld) Hrsg. vom Verein für Heimatkunde der Kreise Bitterfeld und Delitzsch. Druck und Verlag von Paul Streubel in Düben, S. 3. Die zitierten Strophen sind die vierte und fünfte.
15 Körbs: Wohlverdiente Ohrfeigen. In: Heimatkalender 1926, S. 83.
16 Oberstleutnant a.D. Corsep verstorben. In: Bitterfelder Anzeiger vom 25.05.1944.
17 Vgl. Corsep, W.: Unser Düben und seine Zieten-Husaren. In: Dübener Nachrichten vom 14.06.1940.
18 StAL, Bestand 20569, Nr. 27, o.S.
19 Heimatkalender 1929, S. 52
20 Liebe Leser! In: Heimatkalender 1933, o.S.
21 Der Galeerensklave. Lebensschicksale des Trompeters August Böck aus Roitzsch bei Bitterfeld. In: Heimatkalender 1925, S. 33 ff.
22 Groß, F.: Kosaken in Rödgen bei Delitzsch. Aus unserer Schulchronik. In: Heimatkalender 1927, S. 33ff.
23 Michael Kohlhaas. Novelle von Heinrich von Kleist. In: Heimatkalender 1927, S. 33 ff.
24 Jantschke, W.R.: Napoleons Aufenthalt in Düben vom 10. bis 14. Oktober 1813. In: Heimatkalender 1929, S. 70 ff.
25 Enigk: Aus der Franzosenzeit. In: Heimatkalender 1929, S. 55 f.
26 Reulecke, A.: Napoleon überall. Geschichtslegenden aus dem Kreise Delitzsch. In: Heimatkalender 1932, S. 50.
27 Eckler, C.H.: Napoleons Traum. Eine Episode aus seinem Dübener Aufenthalt 1813.In: Heimatkalender 1934, S. 91 ff.
28 Baumann, W.: Auf den Spuren des Generalfeldmarschalls von Mackensen durch die Dübener Heide. (Fortsetzung). In: Die Dübener Heide. Offizielles Mitteilungsblatt des Vereins Dübener Heide e.V., Januar 1935, S. 147-157.
29 Winkler, W.: Mackensens Jugend in der Dübener Heide. In: Heimatkalender 1936, S. 82.
30 Heimatkalender 1929, S. 62.
31 Oberstleutnant a.D. Corsep verstorben. In: A.a.O.
32 Vgl. (Lüdtke, G.): Walter Corsep kam schon 1863 nach Düben. In: Nordsächsische Rundschau. Beilage der Leipziger Volkszeitung, Nr. 36 (56), September 1991, S. 2.
33 Vgl. ebenda. Helmut Fahle, geb. 09.07.1918 in Düben, Kampfflieger, vermisst 04.05.1942 über dem Ärmelkanal. Familienchronik Fahle, Söllichau.
34 Vgl. (Lüdtke, G.): A.a.O., S. 3. Heinz Fahle, geb. 28.09.1920 in Düben, Fallschirmjäger, gefallen 02.03.1945 in Wollersheim bei Euskirchen. Familienchronik Fahle, Söllichau.
35 Vgl. STAL, Bestand 20569, Nr. 0991, o.S.
36 Hermann Fahle, geb. 01.08.1909 in Düben, Infanterist, gefallen 18.07.1943 bei „Abwehrkämpfen“ an der Ostfront. Familienchronik Fahle, Söllichau.
37 Erich Fahle, geb. 26.01.1913 in Düben, gest. 26.07.1987 in Söllichau. Familienchronik Fahle, Söllichau.
38 Raßloff, St.: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. A.a.O., S. 263f und 328.
39 Raßloff, St.: Bürgerkrieg und Goldene Zwanziger. A.a.O., S. 87.
40 Ebenda, S. 92.
41 Raßloff, St.: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. A.a.O., S. 269.
42 Vgl. Raßloff, St.: Bürgerkrieg und Goldene Zwanziger. A.a.O., S. 91 und 99
43 Raßloff, St.: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. A.a.O., S. 329.
44 Leine, F.v.d.: Heiliges Vaterland. In: Heimatkalender 1936, S. 4.
45 Brinkel, J.: 75 Jahre Verein Dübener Heide - 75 Jahre im Dienst für die Heimat. In: Jahrbuch 2006, A.a.O., S.85.
46 Schütze den deutschen Wald! Ein Mahnwort des Vereins Dübener Heide e.V. In: Heimatkalender 1940, S. 38.
47 Vgl. Der Verein Dübener Heide tagt. Fortführung der Wegemarkierung. In: Bitterfelder Tageblatt vom 10.06.1936.
48 Vgl. STAL Bestand 20596, Nr. 988, o.S.
49 Verein „Dübener Heide“. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes. In: Dübener Nachrichten vom 22. und 23.08.1939.
50 Willy Kießling, Drogist, Fotograf, Kaufmann, geb. 29.9.1892 in Niederspar bei Meißen, gest. 17.07.1947 in Ludwigsburg. seit 28.4.1930 NSDAP. Vgl. LASAM, C 48 Ih Nr. 420 a, Bl. 89, 102; Schreiben des Interniertenkrankenhauses Ludwigsburg vom 17.07.1947, im Besitz von Wolfgang Apitzsch, Bad Düben.
51 Vgl. Ein neu errichteter Gustav-Adolf-Stein in Düben. In: Heimatkalender 1937, S. 90.
52 Vgl. StAL, Bestand 20569, Nr. 25, o.S.
53 Düben. Errichtung eines Blüchersteines. In: Leipziger Neueste Nachrichten vom 14.10.1938.
54 Vgl. StAL, A.a.O.
55 Dübener Nachrichten vom 06.11.1934.
56 Gauleiter Eggeling in Düben. In: Eilenburger Neueste Nachrichten vom 10.10.1938.
57 Vgl. StAL, A.a.O.
58 Willy Winkler, Bundesarchiv, R 9361-IX KARTEI 48980350, NSDAP-Mitgliedsnummer 4.226.350.
59 Vgl. Sepp Waldmann d.i. Willy Winkler, BStU, Archiv der Außenstelle Leipzig, AGI 530/60, S. 10 und 19.
60 Zitiert in: Wetzel, J.: Die NSDAP zwischen Öffnung und Mitgliedersperre. In: Benz, W. (Hrsg.): Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 2009, S. 76.
61 Winkler, W.: 125 Jahre Kreis Bitterfeld. In: Heimatkalender 1940, S. 7.
62 „Schriftwalter“ war im nationalsozialistischen Sprachgebrauch, „wer mit Redaktionsarbeiten innerhalb eines Verlages im Zuständigkeitsbereich der Reichsschrifttumskammer beschäftigt ist.“ Der Neue Brockhaus. Vierter Band S-Z, F.A. Brockhaus, Leipzig 1942, S. 130.
63 Wir gingen durch ein Jahr ... In: Heimatkalender 1938, S. 4.
64 Kuno Ehnes, Bildhauer, geb. 27.07.1878 in Sonneberg, gest. 26.02.1945 (Freitod durch Ertrinken). Vgl. Standesamt Erfurt, 1077/1945.
65 Reinhold Sonntag, Maurermeister, Paradeplatz 4. Vgl. Adressbuch der Stadt Düben 1930.
66 Vgl. StAL, A.a.O.
67 Düben im Jahre 1939. In: Dübener Nachrichten vom 30.12.1939.
68 Vgl. StAL, A.a.O.
69 Erich Lehmann, geb. 30.04.1924 in Düben/Mulde, gest. 24.09.1999 in Bad Düben, Steinmetz.
70 Dank gilt Siegfried Lehmann, Bad Düben, für die Bereitstellung aller Erich Lehmann betreffenden Informationen, Dokumente und Fotos.
71 Vgl. StAL, A.a.O.
72 Mitteldeutsche National-Zeitung, Ausgabe Bitterfeld Delitzsch, vom 12.09.1941.
73 Vgl. StAL, A.a.O.
74 LASAM, C 48 Ih Nr. 420 a, Bl. 320.
75 Vgl. Ebenda, Bl. 307.
76 Vgl. Schreiben des Interniertenkrankenhauses Ludwigsburg vom 17.07.1947. Im Besitz von Wolfgang Apitzsch, Bad Düben.
77 Vgl. StAL, Stadt Düben Bestand 20596, Nr. 2060, Blatt 53.
78 Vgl. ebenda, Blatt 68.
79 Vgl. Düben im Jahre 1939. In: Dübener Nachrichten, A.a.O.
80 Vgl. PfABD, Sterbe-Register Düben/Mulde 1.1.1940 – 1957, 1945, Nr. 66.
81 Vgl. Sepp Waldmann d.i. Willy Winkler, BStU, Archiv der Außenstelle Leipzig, AGI 530/60, S. 11.
82 Vgl. Schreiben an Landratsamt Bitterfeld vom 30.01.1948. Verwaltungsarchiv Bad Düben, Nr. 202.
83 Vgl. Sepp Waldmann d.i. Willy Winkler, BStU, Archiv der Außenstelle Leipzig, AGI 530/60, S. 19, 22, 23, 25.
84 Schröder, A.: Gedanken über ein Heidemuseum in Düben. In: Heimatkalender 1939, S. 56 f.
85 Reime, O.: Hin nach Düben. In: Heimatkalender 1929, S. 95.

Bildnachweis

1. Foto
Das Denkmal vor der Restaurierung 2013. Foto von Rainer Gottwald, Bad Düben
2. Foto (Wenn beide Fotos nebeneinander/untereinander, reicht sicher eine Unterschrift)
Das Denkmal nach der Restaurierung 2013. Foto von Rainer Gottwald, Bad Düben
3. Postkarte
Blücherstein 1969. Postkarte im Besitz des Autors
4. Foto
Corsep-Uhr von Helmut Fahle 1932. Familienarchiv Fahle, Söllichau
5. Fotomontage
Helmut, Erich, Heinz und Hermann Fahle 1942. Familienarchiv Fahle, Söllichau
6. Karikatur
Walter Corsep: Am Gängelband des Juden. Stadtarchiv Erfurt 5/110-C 1 3 Bl o.Z.
7. Karikatur
Walter Corsep: Klassenkampf – jüdisch finanziert. Stadtarchiv Erfurt 5/110-C 1 3 Bl 8.
8. Zeitungsannonce
Werbung für die Scheinwahlen zum Reichstag und den nachträglichen Volksentscheid zur Rheinlandbesetzung. Mitteldeutsche National-Zeitung vom 20.03.1936.
9. Scan
1. Vorschlag Corseps: Standort an der Nordseite der Kirche. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
10. Scan
2. Vorschlag Corseps: Blücherplatz vor Grundstück Grothe. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
11. Foto
Gipsmodell der Blücher-Plakette. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
12. Postkarte
Postkarte Willy Winkler an Walter Corsep 02.06.1939 (Rückseite). Postkarte im Besitz von Michael Suchant, Bad Düben
13. Foto
Foto des Steins in Steinwiesen/Frankenwald. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
14. Foto
Die von Erich Lehmann ausgearbeitete Füllungen bei der Restaurierung 2013. Foto von Rainer Gottwald, Bad Düben
15. Fotomontage
Erich Lehmann poliert und graviert in Freitag’s Werkstatt einen Grabstein. Foto im Besitz von Siegfried Lehmann
16. Scan
Corseps Entwurf zum Blücherstein am Windmühlenweg. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
17. Scan
Walter Corsep: Wolkenkratzer-Viertel Düben 1970 - Alter Marktplatz. Sächs. Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20596, Nr. 27.
18. Foto
Willy Winkler bei der Einweihung 1956. Foto im Besitz von Michael Suchant, Bad Düben
19. Foto
Der Blücherstein 1987/88. Foto von Rita Janecek, Bad Düben.

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