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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Letzte Ehre für Seine Königliche Hoheit Dr. phil. Albert Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, Markgraf von Meißen

Letzte Ehre für Seine Königliche Hoheit Dr. phil. Albert Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, Markgraf von Meißen

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Der Sarg SKH wird auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden zu Grabe getragen. Foto: F. Hartmann.
Der Sarg SKH wird auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden zu Grabe getragen. Foto: F. Hartmann.


Wie seine Ahnen aus dem Hause Wettin, die mehr als 800 Jahre die ehemalige Mark Meißen und Sachsen regierten, fand der Enkel des letzten sächsischen Königs Prinz Albert seine letzte Ruhestätte in Dresden, doch nicht in der Wettiner-Gruft, sondern auf dem Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstraße. Es war der Wunsch des Verstorbenen. Am 2. Oktober 1720 hatte sein berühmter Ahnherr August der Starke den Auftrag erteilt, den ersten katholischen Friedhof Dresdens anzulegen. Der bedeutende Bildhauer des Barock, Balthasar Permoser, fand ebenso auf dem Alten Katholischen Friedhof seine letzte Ruhe wie der Schriftsteller Gerhard von Kügelgen, dessen schlichter Grabstein von Caspar David Friedrich auf einem Gemälde verewigt worden ist. Permoser hatte im Alter von 80 Jahren seinen eigenen Grabschmuck angefertigt. Auf diesem Friedhof liegt auch ein illegitimer Sohn Augusts des Starken, der Chevalier de Saxe, neben anderen Berühmtheiten begraben. Der Schriftsteller Otto Rudert bezeichnete den Alten Katholischen Friedhof aufgrund zahlreicher künstlerisch wertvoller Grabmäler als eine„Grabkunstinsel".
Das Grab des Prinzen Albert befindet sich unmittelbar neben der Grablege von Carl Maria von Weber. Prinz Albert kehrt damit nach Dresden und Sachsen zurück, wo er eigentlich die kürzeste Zeit seines Lebens verbracht hat.

Das Ehrenspalier am Sarg. Foto: W. Brekle.
Das Ehrenspalier am Sarg. Foto: W. Brekle.

Die Totenmesse, das Requiem für Prinz Albert fand am 12. Oktober 2012 um 14.30 Uhr standesgemäß in der Katholischen Hofkirche zu Dresden statt. Ab 13.30 Uhr konnten sich die angereisten Angehörigen und Mitglieder des Hochadels und die Bürger aus Dresden und Sachsen vom Verstorbenen verabschieden, der im offenen Sarg aufgebahrt worden war. Die Hofkirche war bis zum letzten Platz voll besetzt, viele Trauergäste standen in den Gängen und im Eingangsbereich. Zu den Trauergästen gehörte Altministerpräsident Kurt Biedenkopf. Die Trauergäste kondolierten der Witwe Prinzessin Elmira von Sachsen Herzogin zu Sachsen und der Familie. Die Predigt hielt Dompfarrer Klemens Ullmann, Zelebrant war Diöz.-Administrator Michael Bautz. An der Silbermannorgel spielte Thomas Lennertz. Es sangen die Dresdner Kapellknaben unter Leitung von Domkapellmeister Matthias Liebich.

Die Ausgestaltung und Organisation der Trauerfeierlichkeiten lag in den Händen des Riesaer Kunst- und Antiquitätenhändlers Klaus Przyklenk, der für seine treuen Dienste von Prinz Albert zum Ritter geschlagen worden ist und sich nun Chevalier von Przyklenk nennen darf. Die Vertreter des „1. Priviligierten Schützenvereins Friedrich August III. von Sachsen" bildeten in ihren alten sächsischen Uniformen und mit den Traditionsfahnen ein Ehrenspalier.

Die Aufbahrung in der Hofkirche. Foto: F. Hartmann.
Die Aufbahrung in der Hofkirche. Foto: F. Hartmann.

Dompfarrer Klemens Ullmann erinnerte in der Totenmesse, dass der Tod im Jahre 2012 im Hause Wettin, albertinische Linie reiche Ernte eingefahren hatte.

Maria Anna (*1929), verh. mit Roberto de Afif, geb. Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen, eine Schwester des Prinzen, war am 13. März 2012 in München gestorben.

Am 23. Juli 2012 starb Maria Emanuel (*1926 ), der älteste Bruder des Prinzen, Markgraf von Meißen in seiner Wahlheimat in La Tour de Peilz am Genfer See, Schweiz. Er ließ sich in unmittelbarer Nähe der Königskapelle Imst-Brennbüchel/Nordtirol beisetzen, wo einige seiner Vorfahren ruhen.

Der früh an Kinderlähmung erkrankte Prinz Albert (*1934) starb am Abend des 6. Oktober 2012 im Klinikum „Dritter Orden" in München-Nymphenburg, weniger als drei Monate nach seinem Bruder. Die Ehen beider Brüder blieben kinderlos. Prinz Albert war der letzte männliche Enkel des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. (1865-1932), der 1918 als König abdankte und sich auf das Schloss Sibyllenort zurückzog. Als Historiker hatte Albert Prinz von Sachsen zur Geschichte des Hauses Wettin geforscht und zu diesen Themen mehrere Bücher veröffentlicht.

Als langjähriger Vorsitzender der „Studiengruppe für Sächsische Geschichte und Kultur e.V." griff er Themen zur vergleichenden Landesgeschichte zwischen Sachsen und Bayern auf, hielt zahllose Einzelvorträge und Seminare und publizierte zu diesen Themen. „Sein Herz schlug sächsisch", sagte Dompfarrer Ullmann in seiner Trauerrede. Weitere Informationen zum Lebenslauf und zur Lebensleistung sind nachzulesen in dem „Interview mit SKK Dr. phil. Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen" unter „Historische Persönlichkeiten" auf www.sachsen-lese.de.

Dr. phil Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen. Foto: IKH Elmira Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen.
Dr. phil Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen. Foto: IKH Elmira Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen.

Alexander Prinz von Sachsen-Gessaphe, der älteste Sohn von Maria Anna, der von Maria Emanuel adoptiert worden war, reiste zu den Trauerfeierlichkeiten gar nicht an, weil er „geschäftlich in Chile unterwegs war", wie er mitteilen ließ. Er lebt mit seiner Familie in seiner Wahlheimat Mexiko.

Aber männliche Nachkommen aus dem ehemaligen Königshaus sind dennoch vorhanden. Der vom letzten sächsischen König in gerader Blutlinie abstammende männliche Urenkel Prinz Rüdiger von Sachsen Herzog zu Sachsen stand der Witwe des Verstorbenen, Prinzessin Elmira, während der Trauerfeierlichkeiten bei. Er hielt auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Gruft im engen Familienkreis eine kurze Gedenkrede an den Prinzen Albert, dem letzten Markgrafen von Meißen. Er sagte ihm Dank.

 

Es war ein würdiger Abschied von Seiner Königlichen Hoheit Dr. phil. Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen  Markgraf von Meißen.

Grabstätte Seiner Königlichen Hoheit auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel Dez. 2012.
Grabstätte Seiner Königlichen Hoheit auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel Dez. 2012.

Rüdiger Prinz von Sachsen sagte in einem Interview zur Neuorganisation der Wettiner: „Wir sind an einem Generationswechsel angekommen, das Haus Wettin wird sich neu aufstellen müssen... Es geht dabei vor allem darum, das alte und mittlerweile veraltete Hausgesetz der heutigen Zeit anzupassen..." Er sprach damit das für die Wettiner noch geltende Agnaten-Prinzip an, nach dem aussschließlich die ersten männlichen Nachkommen zur Nachfolge berechtigt sind.

 

Der letzte sächsische König, Friedrich August III., hatte 6 Kinder, 3 waren Söhne. Der erstgeborene Georg trat in den Jesuitenorden ein und verzichtete auf den Thron; der zweitgeborene Friedrich Christian war der Vater der Prinzen Maria Emanuel und Albert; der letztgeborene Ernst Heinrich hatte 3 Söhne: Dedo, Timo und Gero. Timo Prinz von Sachsen ist der Vater von Rüdiger Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, der somit in direkter Linie der einzige männliche Nachkomme des letzten sächsischen Königs ist.

Quellen:

- Gespräche mit Elmira Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen und mit dem

Chevalier Klaus von Przyklenk

- Genealogisches Handbuch des Adels (GhdA), ehemals „Gotha"

- Informationen aus der „Studiengruppe für Sächsische Geschichte und Kultur e.V."

-  Ursula Brekle und Prof. Dr. Wolfgang Brekle: Interview mit SKH Dr. phil Albert Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen. Unter „Historische Persönlichkeiten" in der www.sachsen-lese.de.

Die Autorin dankt Herrn F. Hartmann, Meerane und Ursula und Hans Drechsel, Markranstädt für die Überlassung der Bilder.

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