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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Dr Winter hot aah sei Freid

Dr Winter hot aah sei Freid

Willy Rudert

Winterlandschaft am Kulkwitzer See. Foto: Ursula Drechsel
Winterlandschaft am Kulkwitzer See. Foto: Ursula Drechsel


Dr Rauhreif glitzert, verweht sei de Wäller,

gefrurn dr Bach und dr Steg.

Wie Silber fünkeln und schimmern de Feller,

e Licht scheint ven Haus übern Weg.

Drin Uefen prasselt und knisterfs Reisig.

Do kumme de Hutzenleit.

E Blosballig knietscht, drin dr Steig singt dr Zeisig -

Dr Winter hoot aah sei Freid.

De Kinner fahrn Schiieten und Schnieschuh duebn Hübel,

mer drischt drin dr Schefs Getraa aus.

Zen Heilign Ummst laaft e Drehtorm drin Stübel,

dr Törk qualmt, und's Strueh raschelt daun Haus.

De Raacherkarzle duften, dr Engel schwebbt nieder

übern Kinnel‚ des drin dr Kripp leit,

und's liebe Bornkinnel kimmt alle Goahr wieder -

Dr Winter hoot aah sei Freid.

Quelle:

Rudert, Willy: Fichten und Fünkele, Falkenstein 1932.
Ostvogtländische Mundart; gekürzte Fassung.

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