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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Dr Winter hot aah sei Freid

Dr Winter hot aah sei Freid

Willy Rudert

Winterlandschaft am Kulkwitzer See. Foto: Ursula Drechsel
Winterlandschaft am Kulkwitzer See. Foto: Ursula Drechsel


Dr Rauhreif glitzert, verweht sei de Wäller,

gefrurn dr Bach und dr Steg.

Wie Silber fünkeln und schimmern de Feller,

e Licht scheint ven Haus übern Weg.

Drin Uefen prasselt und knisterfs Reisig.

Do kumme de Hutzenleit.

E Blosballig knietscht, drin dr Steig singt dr Zeisig -

Dr Winter hoot aah sei Freid.

De Kinner fahrn Schiieten und Schnieschuh duebn Hübel,

mer drischt drin dr Schefs Getraa aus.

Zen Heilign Ummst laaft e Drehtorm drin Stübel,

dr Törk qualmt, und's Strueh raschelt daun Haus.

De Raacherkarzle duften, dr Engel schwebbt nieder

übern Kinnel‚ des drin dr Kripp leit,

und's liebe Bornkinnel kimmt alle Goahr wieder -

Dr Winter hoot aah sei Freid.

Quelle:

Rudert, Willy: Fichten und Fünkele, Falkenstein 1932.
Ostvogtländische Mundart; gekürzte Fassung.

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