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Florian Russi
Papier gegen Kälte

Manfred Hoffmann, ehemals Klassenbester, ist ein angesehener Kinderarzt mit eigener Praxis und strebt nach dem Professorentitel. Stets bemüht, allen in ihn gesetzten Erwartungen zu entsprechen, steuert sein Leben in eine Sackgasse. Die jahrelange wissenschaftliche Arbeit erweist sich plötzlich als vergebens, sein Karriereaufstieg ist gefährdet, seine Ehe gescheitert, alle Erwartungen enttäuscht. Auf der Suche nach Genugtuung und nach Rechtfertigung begibt er sich auf Wege, die gefährlich weit in die Netze der organisierten Kriminalität ziehen.

Eine packende Mischung aus Entwicklungsroman und spannendem Thriller.

auch als E-Book erhältlich

Da Haustür' in Wasserbottich

Da Haustür' in Wasserbottich

Christian Friedrich Röder

Gasthaus Jägerhaus -  das könnte es gewesen sein. Postkarte: Sammlung Friedrich H. Hofmann.
Gasthaus Jägerhaus - das könnte es gewesen sein. Postkarte: Sammlung Friedrich H. Hofmann.

's war in Novemmer. Schnee log noch kaaner, ober alla Tog' gob's daarm Frost, un draußen 'rim war'n alla Baam un Baamle a'gereimelt vun vieln Naabel, dann's egal gob. In settiger Zeit, wu 's 'n ganzen Tog meh' finster als hall is, gefällt 's enn in dr warma Stub' an besten. Un kimmt mr in's Wertshaus, do is gemaangtlich eitel Lust un Spaß, un is gerod, als wollten da Leit' s Geengtaal vun Watter zammrichten.

Asu war'sch aah ball alle Ohmd bun alten Zappen, wie daar senn Raah'schank* hatt'. s' Bier war gut un aah a Haufen lustiga Gäst war'n egal do. Wenn a neier 'rei' kam, hot 'r gemaangtlich über da grausame Kält' geklogt, sich awink an Ufen drwärmt un drnoochert enn Platz aufgesucht. Dr Ufen war gruß, in ena Zwischenmauer 'nei' gesetzt un musst' Stub' un Stübel drwärma. Feiering un Ufenrähr' war draußen in Stübel. Da Tür' do 'naus war egal auf.

Wie sa nu do ihre Schnoken un Straach' sich drzöhlt hatten, gahng zrletzt aaner noong annern fort. Neer da vier Schofkoppspieler macheten noch a paarmol 'rim. Draußen hatt' sich a Wind drhuum un mr spüret 's an dr Stuumtür', wie 's kalt 'rei' pfiff.

„Traugott, mach' dei' Haustür' zu, 's werd kalt an da Füss'!"

Daar giht aah ge1ei' 'naus, ober aamsu geschwind kimmt 'r wieder.

„Dunner-Regement! sa hoom mr da Haustür' wackgetroong!" schreit dr Zappen.

Alla lachen un renna 'naus. Sa war wack. In ganzen Haus wur' gesucht, ober 's war kaa' Haustür' za finden. Latarrn wur'n a'gezünd' un off da Gassen un Stroßen 'rimgesucht... immasist.

Dr Zappen musst' da Kammertür' 'na' laahne' un hot drweil da Schnitzbank 'na'gestemmt.

Früh imma Achta 'rim stahnden a Haufen Schulgunga un -maad' Markbrunna 'rim un schriern:

„ Do drinna schwimmt a Haustür 'rim!" 

A Nachbarschgung' loff za geleing Benna zum Zappen un hot' n gehuult. Daar war fruh, doss sei' Haustür' wieder do war un saht' bun 'Rauszieh' aamol über 'sch annera:

„Vermoledeita dumma Gunga-Straach'!"

Quelle:

Röder, Demmler, Wanckel, Müller: Anekdoten und Gedichte. Annaberg 1904