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Das Buch ist in der 2. Auflage in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen.
ISBN 978-3-374-02286-1

Luthers Sprichwortsammlung

Luthers Sprichwortsammlung

Martin Luther. Gemälde von Lucas Cranach d.J.
Martin Luther. Gemälde von Lucas Cranach d.J.

Martin Luther schätzte als Prediger, Hochschullehrer und Schriftsteller das Sprichwort – diesen besonders gewürzten Satz, in dem in Kurzform eine Volks- und Lebensweisheit aufgehoben ist – als Stilmittel besonders hoch, um seine Predigten, Vorlesungen und Buchtexte lebendig, bildhaft, symbolisch, gleichnishaft, anschaulich und leicht verständlich zu gestalten.

Er regte an, „dass jetzt in deutscher Sprache die Fabeln und Sprüche, die bei uns im Brauch sind, gesammelt und ordentlich in ein Buch gefasst werden sollten.“ Offensichtlich ging das nicht so recht voran, weshalb er nach dem Sprichwort verfuhr: „Selbst ist der Mann“, wie ein aufgefundenes Sachverzeichnis mit 489 sprichwörtlichen Redensarten belegt, das von Luther eigenhändig in seiner schönen Schrift auf Blättern im Oktavformat (25 cm Höhe) wohl zwischen 1520 und 1530 verfasst worden war.

Vor allem die Bibel, das antike Schrifttum, das Volk, dem er genau „aufs Maul schaute“ und sein eigenes sprachschöpferisches Talent, das waren die Quellen, aus denen der Bibelprofessor schöpfte. Aus welcher Quelle die hier nur in einer Auswahl gebrachten Sprichwörter sprudelten, ist exakt nicht mehr belegbar; nachweisbar aber ist, dass sie allesamt über Luthers Zunge - besonders während seiner Tischreden - oder über seinen Federkiel zu uns gekommen sind:

Viel Hände machen leichte Arbeit.

Gute Meister fehlen auch.

Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über.


Wer bei den Wölfen sein will, muss mit ihnen heulen.

Der Geist ist stark, aber das Fleisch ist schwach.

Zittern hilft nicht vor dem Tod.

Was dich nicht brennt, das lösche nicht.

Wer flieht, den jagt man.

Armut wehe tut.

Wer den andern jagt, wird auch müde.

Eine Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.

Hüte dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.

Hunde, die sehr bellen, beißen nicht.

Gut Ding will Weile haben.

Wer lügt, muss ein gutes Gedächtnis haben.

Wenig soll man mit Liebe teilen.

Glaube nicht alles, was du hörst;sage nicht alles, was du weißt; tue nicht alles, was du magst.

Jung gewohnt, alt getan.

Älter werd’ ich, ein Narr bleib ich.

Eine Henne scharrt mehr weg, als ein Hahn zusammen scharrt.

Liebe und Not meistern alle Gebot.

Unrecht Gut gedeihet nicht.

Ein willig Roß soll man nicht zu sehr treiben.

Was nicht dein ist, das lass liegen.

Früh aufstehen und jung freien, soll niemand reuen.

Eine Krähe hackt der andern kein Auge aus.

Aller Gesetze Ende ist die Liebe.

Stille Wasser sind tief.

Wer eher kommt, mahlt eher.

Jeder Abel hat seinen Kain.

Hohe Schwüre zeigen tiefe Lügen an.

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