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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Die vorgeschichtlichen Funde bei Pressel

Die vorgeschichtlichen Funde bei Pressel

Lutz Fritzsche

Bad Düben und die „Dübener Heide“ sind seit jeher Siedlungsgebiet. Darum verwundert es auch nicht, dass es immer wieder zu Funden auch aus vorgeschichtlicher Zeit kommt. In Bad Düben waren beim Bau der Nordspange und beim Bau des Kurhotel am Heide-Spa größere Funde, Angefangen von der späten Bronzezeit, über die römische Kaiserzeit bis ins Mittelalter, gemacht wurden. Aber auch unsere Vorfahren haben schon historisch wertvolles erkannt und gesichert. Wie im folgenden Fall zu ersehen ist. Im Juni 1927 ging folgende Meldung durch die Heimatpresse: „Die Durchforschung der Kiesgrube zwischen Wöllnau und Pressel hat vorläufig ihren Abschluss gefunden. Es ist festgestellt worden, dass es sich hier um eine vorgeschichtliche Siedlung handelt. Diese stammt aus der vierten Periode der Bronzezeit, also ungefähr aus den Jahren 1200-100 v. Chr.

Über die Kiesgrube war damals eine Hütte errichtet. Eine Anzahl Pfosten trugen das Dach. Ein Teil der Pfostenlöcher ist am Südrande der Kiesgrube noch gut zu erkennen. Sie sind mit schwarzbrauner Erde gefüllt, und diese sticht gegen den gelblich „gewachsenen“ Sandboden scharf ab. Die Pfostenlöcher sind ungefähr 1 bis 1,5 m tief. In jedem von ihnen befindet sich eine Menge großer Feldsteine. Diese wurden um die Pfosten gepackt, damit sie fester standen. Im Bereich der Hütte wurden zwei Herdgruben entdeckt. Eine solche Feuerstätte besteht aus einem Feldsteinpflaster, das ungefähr die Form eines Dreiecks hat. Zwischen den Steinen verstreut liegen neben kleinen Holzkohleteilchen (Eichenholz) Scherben von Tongefäßen. So ist unter anderem ein Stück einer Henkeltasse gefunden worden. Der Henkel dieser Tasse sitzt dicht unter Randhöhe. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Fund der vierten Periode und damit der jüngeren Bronzezeit angehört. In der älteren Bronzezeit (erste und zweite Periode) saß der Henkel noch niedriger. In der fünften Periode hingegen findet man den Henkel stets überragend. Außer dem Tassenstück wurden ein Spinnwirtel und ein Webgewicht, beide aus gebranntem Lehm, aufgefunden. In diesen zwei Sachen haben wir die wichtigsten Teile des Spinngerätes der Bronzezeitmenschen vor uns. Es war verhältnismäßig einfach zu handhaben. Bemerkenswert ist, dass diese einfachen Spinnwerkzeuge noch heute bei zurückgezogenen Völkerschaften verwandt werden. Selbst französische Landleute in den Ardennen besitzen diese noch. Weiter wurde ein Mahlstein zutage gefördert. Auf diesem Steine wurden die Körner gemahlen. Dabei seien gleich einmal die Feldfrüchte erwähnt, die damals angebaut wurden. Es sind Hirse, Gerste und Weizen. Roggen gab es in dieser Gegend noch nicht. In dem aufgebrochenen Gelände lagen noch eine ganze Anzahl Urnen umher. Meist waren es zerbrochene Gefäße. Sie ließen häufig die doppelkonische Form erkennen. Mitunter entdeckte man auch Urnen mit schön geschwungenem Hals. Letztere sind mit Riefen, Rillen oder schräglaufenden Rippen versetzt verziert. Sie sind von gelblich-brauner bis dunkelbrauner Färbung. Die doppelkonischen Gefäße sehen grau bis rötlichgrau aus und haben ganz glatte Außenflächen.

Die Menschen, die zu jener Zeit hierher gesiedelt haben, trieben schon Ackerbau und Viehzucht. Sie saßen bis zur Mulde und stießen, wahrscheinlich am Ende der dritten Periode, um 1200 v. Chr., weiter nach Westen vor.

Das Ergebnis des Fundes ist zufriedenstellend. Der Wissenschaft ist die Aufdeckung von früheren Siedlungen in hiesiger Gegend interessant, weil diese Fälle hier immerhin selten sind. Meist handelt es sich bei den Funden um Gräberfelder, wie ja auch hier zuerst angenommen wurde.“

In jener Zeit gab es aber auch Fundmeldungen aus Söllichau, Kossa, Authausen, Düben und Durchwehna. Man ging noch aufmerksam durch Wald und Flur und wurde nicht selten dafür belohnt.


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