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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Ein Berggeist betrügt einen Schatzgräber

Ein Berggeist betrügt einen Schatzgräber

Im Jahre 1679 hat sich in dem sonst sogenannten Knappschaftshause zu Schneeberg, welches ein gewisser Nicolaus Hacker, Bergmeister zu Schneeberg, besaß, ein Gespenst in Gestalt eines alten graubärtigen kleinen Mannes einem Schüler, der in gedachtem Hause zur selbigen Zeit seine Wohnung hatte, sehen lassen, und hat es durch sein häufiges Erscheinen und Sprechen mit ihm endlich dahin gebracht, dass der Schüler zuletzt nicht mehr furchtsam war, sondern einen von dem Gespenste ihm angegebenen Schatz zu graben sich erkühnte.


Wiewohl er nun diesen Schatz, nachdem er Tags zuvor immer darnach gegraben, endlich in vielen goldenen Ketten und Silbergeschirr, darauf sonst die alten Schneeberger viel gehalten, erblickt haben wollte, so hat er dennoch das betrogene Spiel in den Händen gehabt. Denn als es zum Treffen und Heben gekommen, wie darzu das alte Männchen die Zeit gesetzt, hat der Schüler in dem Gewölbe, wo er allein gewesen, zwar gesehen, wie zwei anwesende Männer den Schatz aus der Erde gehoben haben, und lauter Pretiosen auf den daselbst vorhandenen Tisch ausschütteten, wonach ihn auch das alte Männlein greifen heißen, aber da er daneben von einem andern, der auf einem Sessel an der Seite gesessen, die Worte gehört, wie er als ein armer Mensch sich erkühnen könne, einen solchen kostbaren Schatz zu heben, darüber er als der Herr der Welt doch die Macht habe? ist er voll Schrecken wieder umgekehrt und, wie leicht zu erachten, in selbiger Stunde in höchster Angst gewesen, bis der Steiger nachmittags 4 Uhr geschlagen. Denn eben bis auf diese Stunde hatte das alte Männlein die Gelegenheit zum Schatzgraben gesetzt und gerade um diese Zeit hat ein ziemlicher Sturmwind gewütet und einen Baum im Garten umgebrochen, dahin zugleich, wie das Gespenst bei seiner letzten Erscheinung gesagt, der Schatz aus dem Hause fort gerückt sein sollte.

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