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Friedrich W. Kantzenbach
Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Dieses Gedichtsbändchen ist liebevoll gestaltet und mit Fotos versehen. Es wendet sich an Leser, die bereit sind, aufmerksam hinzuhören und sich einzulassen auf die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schicksal.

Neigoahrschwünsch

Neigoahrschwünsch

Iech wünsch eich e neies Goahr,

des besser wörd, wie‘s alte war,

ne Stall voll Hörner,

ne Bueden voll Körner,

de Schei voll Strueh.

Un gebbt‘r me wos,

nooch bie iech frueh.


Iech wünsch dr sueviel Glück im Goahr,

wie dr Fuchs im Schwanz hot Hoar.

Zen neie Goahr viel Glück un Segn!

Nu müßt‘r mr aah enn Neigrosch gebn.


Iech bie e klaaner König,

gebbt mr net ze wenig,

gebbt mr net ze viel,

ich will e Haisel wattter giehe!


Iech bie e klaaner Dicker,

iech ka net naufn Drücker,

gebbt mr när enn Pfeng,

nooch giehe iech meine Gäng!


Iech bie e klaaner Sticker,

ho afm Kopf enn Drücker,

und wenn se dodrauf drücken,

nooch fang iech oa ze sticken.


Iech bie e klaaner Ackerknecht,

giehe nausn Feld un acker recht,

oahne Pflug un oahne Schar,

wünsch iech eich e neies Goahr!


Iech bie e klaaner Ackerknecht,

giehe nausn Feld un acker recht.

Gebbt‘r mr kann Hiefenklueß,

mach iech eich de Küh zam lues.



Mündlich überliefert aus dem Vogtland.