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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Geh aus mein Herz und suche Freud

Geh aus mein Herz und suche Freud

Denkmal für Paul Gerhardt vor der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben
Denkmal für Paul Gerhardt vor der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben

Dieses Lied ist ein geistliches Sommerlied von Paul Gerhardt, der am 12. März 1607 in Gräfenhainichen geboren wurde. Er besuchte die Fürstenschule zu Grimma und studierte danach Theologie in Wittenberg. Einige Jahre war er in Berlin an der Nikolaikirche als Diaconus tätig. Hier veröffentlichte Gerhardt 1647 in Johann Crügers Berliner Gesangbuch „Praxis Pietatis Melica“ seine ersten 18 geistlichen Lieder. 1653 war das Gedicht Geh aus mein Herz und suche Freud in der fünften Auflage des Berliner Gesangbuchs erstmals erschienen. 1668 wurde Gerhardt als Archidaconus nach Lübben berufen, wo er am 27. Mai 1676 verstarb.

Die Originalfassung des ausgewählten Liedes hatte 15 Strophen. Das Gedicht wurde von verschiedenen Komponisten bis in die Gegenwart hinein vertont. Die bekannteste Melodie stammt von August Harder, der von 1775 bis 1813 lebte.

Unsere Textauswahl beschränkt sich auf die Strophen 1-3 und 8. In dieser Form verselbständigte sich das Lied als Volkslied.

Ursula Brekle

Geh aus mein Herz und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder.
Die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Ich selber kann und mag nicht ruhn;
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

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