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Jürgen Jankofsky
Ein Montag im Oktober | Novembertau
Zwei Erzählungen

Es ist eine Frage, die diese Zeit wie jede Zeit bewegt: Ist das Menschliche und die Nächstenliebe uns eingegeben? Jankofskys Erzählungen »Ein Montag im Oktober« und »Novembertau«, erstmals in den 80ern und 90ern erschienen, bilden mit der Novelle »Dezember-Crash« von 2018 eine berührende, aufwühlende, nicht zuletzt zum Nachdenken bringende Trilogie, die mit diesem Doppelband erstmals geschlossen vorliegt.

Gespensterbuch

Gespensterbuch

Henner Kotte

Nachts zwölfe

„Um Mitternacht, in der Wolfsschlucht? Nein! Die Schlucht ist verrufen, und um Mitternacht öffnen sich die Pforten der Hölle.“ Max folgt zunächst dem falschen Freunde nicht, doch natürlich möchte er treffsichere Kugeln, um die Liebste zu gewinnen. Dazu sind ihm letztlich alle Mittel recht. „Bei des Zaubrers Hirngebein! Samiel! Samiel! erschein!“ Die Handlung entstammt Webers Oper „Der Freischütz“. Texter Friedrich Kind ließ sich vom „Gespensterbuch“ des Leipziger Stadtrats Johann ­August Apel inspirieren. Der Schaffenslegende nach ist jene geheimnisvolle Wolfsschlucht bis auf den Namen die gleiche am Hockstein übern Polenztal. „Die Wolfsschlucht ist meist eng und schmal und teilt den Hockstein in zwei unterschiedlich große Einzelfelsen. Die Felswände sind teilweise mit Quarzadern durchsetzt. Der Höhenunterschied wird auf vielen Eisentreppen überwunden. Den Eingang bildet ein künstlich zugespitztes ‚gotisches‘ Felsentor.“

Und wahrlich erscheint die Sächsische Schweiz die natürliche Kulisse der Oper: „Furcht­bare Waldschlucht, größtenteils mit Schwarzholz bewachsen, von hohen Gebirgen rings umgeben. Von einem derselben stürzt ein Wasserfall. Der Vollmond scheint bleich. Zwei Gewitter von entgegengesetzter Richtung sind im Anzug. Weiter vorwärts ein vom Blitz zerschmetterter, ganz verdorrter Baum, inwendig faul, so dass er zu glimmen scheint. Auf der andern Seite, auf einem knorrigen Ast, eine große Eule mit feurig rädernden Augen. Auf anderen Bäumen Raben und anderes Waldgevögel.“ Die Wolfsschluchtszene findet keine bessere Inszenierung als auf der ­Felsenbühne in Rathen nahbei.

Lesetipp:

Apel, Johann August; Laun, Friedrich: "Gespensterbuch", Frankfurt/M., 1992.


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Henner Kotte.

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