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Hans-Henning Paetzke
Heimatwirr
Roman

Von Angepassten und Unangepassten

Ein Mann verlässt Familie und Geliebte, um sich in West-Deutschland als literarischer Übersetzer zu etablieren. Schließlich holt er seine Frau Gizella und seinen Sohn Bence nach, der als Neunjähriger bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Plötzlich taucht Rosa, die Tochter seiner Geliebten, auf, die aus einem Ostberliner Kinderheim kommt und auf der Suche nach ihrem Vater ist. Sie beginnt Bences Platz einzunehmen und entwickelt sich zum Störfaktor …
In seinem neuen Roman lässt Hans-Henning Paetzke das autobiografische Moment in den Vordergrund treten, das sich mit dem Leben der anderen verbindet – von kommunistischen Tätern und Opfern aus Ungarn und der untergegangenen DDR, von Spitzeln und Bespitzelten, von Angepassten und Unangepassten.

Puppenspielhaus Hohnstein

Puppenspielhaus Hohnstein

Henner Kotte

Eins aufn Kopp

„Tri-tra-trullala, Kasperle ist wieder da!“ Jedes Kind wächst mit ihm auf, kennt seine Einfalt, seine Freunde und die Feinde: Gretel mit der Stimme der Vernunft. Polizist, Prinzessin, König als Vertreter von Staat und Ordnung. Und all die, die den Frieden nicht zulassen wollen: Hexe, Teufel, Krokodil und Räuber. „Seid ihr alle da?“ Ja! Die Dramaturgie ist stets die gleiche: Kasper bekommt was auf die Mütze und das Gute siegt. Generationen haben diese Figuren begeistert. Kasper trägt ’ne Zipfelmütze, ein Kostüm mit buntem Muster, in der Hand hat er ’ne große Klatsche – Slapstick eben. Hohnstein ist der Bursche 1928 zugewandert. Die Wandervogelbewegung entdeckte gesundes Leben und die Sächsische Schweiz. In der Burg zu Hohenstein fanden die Familien Quartier. Max Jacob unterhielt dort mit Kasper die Wanderer samt ihren Kindern, bald wurde er zu diesen Aufführungen verpflichtet. So inszenierte er und „schrieb, und schon bald reihten sich Puppenspieler, Schnitzer, Näherinnen und Lehrer zu ihm. Es wurde gespielt, geschnitzt und Puppenspiel gelehrt.

Die Puppenherstellung wurde zum Wirtschaftszweig in Hohnstein.“ Alle Gesellschaftsordnungen attestierten Jacobs Kasperpuppen: „pädagogisch und künstlerisch besonders wertvoll“. Sie spielten sich über alle Bühnen der Welt und des Fernsehens. „Er tut das Moralische rein vorbildlich, er moralisiert aber nicht. Und dieses Vorbild nehmen die Kinder in sich auf.“ Ein festes Haus hat das Hohnsteiner Handpuppenspiel. Alljährlich trifft man sich zum Puppenspielfest. Max Jacob starb hochbetagt 1967 und ruht gleich neben seiner Wirkungsstätte. Kasperle lebt.

Adresse und Kontakt

Max-Jacob-Straße 1

01848 Hohnstein

Tel.: 035975 / 80036

http://www.max-jacob-theater.de/

www.hohnsteiner-kasper.de


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Hohnsteiner Kasper, 2006, Urheber: Florian Prosch via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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Max-Jacob-Straße 1
01848 Hohnstein

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