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Eberhard Brecht

Zerstörte Lebenswelten
Juden in Quedlinburg 1933–1945

Eberhard Brecht schildert das Leben und Leiden von Juden in der Kleinstadt Quedlinburg vor und während der NS-Diktatur. Glaube und Rituale wurden gelebt, ohne dass sich die Juden der Stadt in einer Parallelgesellschaft bewegten. Im Gegenteil: Gläubige wie zum Protestantismus konvertierte Juden trugen maßgeblich zum gesellschaftlichen Leben der Stadt bei. Diese Integration löste sich nach 1933 mit der antisemitischen Propaganda, den Nürnberger Gesetzen und anderen Einschränkungen von persönlicher Freiheit sowie den Ausschreitungen gegen Juden und ihre Geschäfte, insbesondere in der Pogromnacht 1938, auf.

Burg Hohnstein

Burg Hohnstein

Henner Kotte

Der Schrecken der Burg und Erholung

Die Burg beherrscht Fels und Hohnsteiner Stadtansicht. Als Grenzfeste erbaut, gelangte sie im 15. Jahrhundert in sächsischen Besitz. Kurfürsten brachten im Gemäuer Amtsstuben, Gericht und Gefängnis unter. Hier hielt der Herrscher bis 1756 auch Bären, doch brachen diese zu oft aus dem Zwinger aus. 1795 soll die letzte Hinrichtung auf diesem Burg- und Galgenberg vollstreckt worden sein. Die heutigen Bauten der markanten Silhouette entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Erreichbar nur vom Hohnsteiner Markt, widerstand die Burg gar den belagernden Schweden. Als die Behörden den Standort verließen, brachte man hier eine Männerkorrektionsanstalt unter. Wandervogel und Jugendbewegung machten die Burg 1925 zur Jugendherberge, bis heute gilt diese „als schönste und größte in Deutschland“. Sie bietet Schlafstatt für fast 1.000 Personen.

Burg Hohnstein. Urheber: Norbert Kaiser. Lizens CC-BY-SA 4.0.
Burg Hohnstein. Urheber: Norbert Kaiser. Lizens CC-BY-SA 4.0.


„Am 8. März 1933 besetzten SA-Leute des Sturmes 5/100 die Jugendburg und funktionierten sie in ein Konzentrationslager um.“ Bis zu 5.600 dem Staatssystem Missliebige, aber auch Jugendliche wurden in die Räume gepfercht und zu körperlich schwersten Arbeiten im Steinbruch oder beim Bau des Deutschlandringes gezwungen. Viele Gefangene verendeten an den Qualen und Foltern. Mancher sprang vom Fels freiwillig in den sicheren Tod. 1934 lösten die Faschisten das kleine Konzentrationslager auf. Aufsichtspersonal wurde „wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung im Amt“ verurteilt. Die DDR baute die Burg zu ihrer größten Jugendherberge aus, 1951 bekam diese den Ehrennamen Ernst Thälmann. 1997 wurde diese Naturfreundehaus mit Naturkundemuseum.

Adresse und Kontakt

Markt 1

01848 Hohnstein

Tel.: 035975 / 81202

https://www.burg-hohnstein.info/

*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Burg Hohnstein um 1844, bereitgestellt von: Stefan Kühn via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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