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Helga Heilig
Saale-Unstrut 99 Mal entdecken!
Reiseführer

Welterbe und hochmittelalterliche Kultur in einer unverwechselbaren Region erleben
Wer die Naumburger fragt, worauf sie besonders stolz sind, erhält zwei Antworten: »Dom und wilde Zicke.« – »Wilde Zicke?« – »Na, unsere Ille, die Straßenbahn!«, heißt es dann erklärend. Denn Naumburg hat mehr Entdeckungen zu bieten als nur den berühmten Dom, von dem jeder weiß. Und Helga Heilig hat noch weitere Tipps parat. Wie die zwölf Steinreliefs im Blütengrund nahe der Saale-Unstrut-Mündung – das größte Bildrelief in Europa, die zisterziensische Fenster-Rose in Schulpforte oder die Rundlingsdörfer Schleberoda und Großwilsdorf. Und natürlich kommt auch sie nicht um die vielen Burgen und Schlösser umhin, die die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut prägen, die eingebunden sind in vielfältige Naturräume mit zahlreichen Besonderheiten.

Botanische Sammlungen

Botanische Sammlungen

Henner Kotte

Das Kamelienschloss

1692 schrieb der sächsische Hofgärtner George Meister, die Kamelie „ist ein kleiner Baum, 6 bis 8 Fuß hoch, hat dicke, steife rundum gekerbte Blätter wie Birn-Baum-Blätter. Seine Blumen sind rot wie Malva hortensis, einfach und duppelt. Wenn sie sechs Tage geblühet, fallen sie ab und bringen einen schwarzen Samen, wie Tee-Samen, herfür.“ Europas Herrscher importierten. Die Blüte wurde legendär. Man züchtete die Blütenpracht. Gärtner Johann Heinrich Seidel erarbeitete sich „einen so vorzüglichen Ruf“, dass ihn gar Goethe 1794 konsultierte. Seidels Nachfahren schufen eine Dynastie, und als im 19. Jahrhundert die Kamelien zum letzten Schrei der Damenmode und Gartenkultur wurden, avancierten sie zu anerkannten Spezialisten.

„In ihrer 1813 gegründeten Kunst- und Handelsgärtnerei führten sie bald schon 1.100 Sorten.“ Es ist der Privat­initiative Matthias Riedels zu danken, dass Seidel-Sorten überlebten, der Sozialismus hatte 1986 ihre Vernichtung bereits befohlen. Auf der Suche nach neuem Quartier stieß man auf das verfallene Schloss Zuschendorf bei Pirna. Finanzielle Verantwortung wollte niemand tragen, derweil die botanische Sammlung wuchs und wuchs. Landesmutti Biedenkopf nahm sich der Pflänzchen an und übereignete ein Gewächshaus. Schloss Zuschendorf wurde in alter Pracht wieder hergestellt. 1993 erlangten die Seidel-Kamelien Denkmalsschutz, und die TU Dresden erkannte ihre Wertigkeit. „Kamelien sind Schauspieler. Ihre Blüten können aussehen wie Rosen, Dahlien, wie Pfingstrosen oder Hibiskus, aber auch wie Nelken oder Malven.“ Ansehnliche Pracht!

Adresse und Kontakt

Botanische Sammlungen

im Lanschloss Pirna-Zuschendorf

Am Landschloß 6

01796 Pirna

Tel.: 03501 / 7929606

https://landschloss-zuschendorf.de/


Öffnungszeiten

Mo - So: 10:00 bis 17:00 Uhr


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Schloss Zuschendorf: camellia in the botanical collection (Kamelie der botanischen Sammlung im Schloss), 2006, Urheber: Olaf Leillinger via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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