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Helmut Mischo
Entdecker unter Tage 1919–2019
100 Jahre Forschungs- und Lehrbergwerk
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Sachbuch

Einzigartige Welten unter Tage

Schon sehr früh griff die Ausbildung an der 1765 gegründeten Bergakademie Freiberg auf die Nutzung des untertägigen Raumes sowohl für die Lehre als auch schon für erste Forschungen zurück. Mit der Übertragung des Bergwerkseigentums an Teilen der damaligen Himmelfahrt Fundgrube an die Bergakademie im Jahr 1916 und der Eröffnung der Lehrgrube am 1. Mai 1919 wird seit nunmehr 100 Jahren im hochschuleigenen Bergwerk gelehrt und geforscht.
Der Band erzählt die Historie und wechselvolle Geschichte dieses in Deutschland und Europa einzigartigen Forschungsstandortes und gibt anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in die breit gefächerten Projekte und Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Lehre, im Altbergbau und im Tourismus, die heute den Betrieb des Bergwerkes prägen.

Felsendome Rabenstein

Felsendome Rabenstein

Henner Kotte

Kalkweiß unter Wasser

Spuren belegen: Bereits 1365 hat man in Rabenstein nach Bodenschätzen gegraben. Ein Bergwerk entstand. „30 Millionen Arbeitsstunden waren nötig, um die einzigartigen Felsendome herauszumeißeln. Über 600 Jahre schufteten die Hauer mit einfachsten Werkzeugen, nur weil sie eines begehrten: Kalk. An Ort und Stelle wurde dieser abgebaut, gebrannt und ins Land versendet. Rabensteiner Kalk war sehr gefragt. Unsere Vorfahren schufen in Schwerstarbeit aber auch wahre steinerne Kunstwerke.“ Vier Sohlen wurden in den Berg getrieben. Bereits 1863 ließ man Besucher unter Tage. 1906 stellte man den Berg­bau ein. Eigentümer Willy Reinhard ließ vorm Mundloch ein Naturtheater errichten und öffnete die Stollen wieder für Schaulustige.

„Während des Zweiten Weltkrieges sollte die gesamte unterirdische Anlage zweckentfremdet für Munitionslagerung und -herstellung verwendet werden. Im Domsaal und im Labyrinth sind die dafür erfolgten Kalkanstriche noch zu sehen.“ Dann wurden die zwei unteren Sohlen geflutet, das Industriedenkmal vergessen. Privatinitiative entdeckte wieder. „Seither sind Sicherungsarbeiten durchgeführt worden, um der Öffentlichkeit wieder gefahrlos dieses einmalige Zusammenspiel von Historie, Naturschönheiten, Technik und Bergbaugeschichte zugänglich zu machen.“ Sehenswerte Zeitgeschichte und während sommerlicher Hitze Erfrischung bei 6° C. Einzigartig: In die gefluteten Stollen kann auf 130 Meter Länge abgetaucht werden: Berg, Kristalle, Spuren der Arbeit unter verschwommenen Blick. Atemberaubend!

Adresse und Kontakt

Weg nach dem Kalkwerk 4

09117 Chemnitz

Tel.: 0371 / 8080037

http://www.felsendome.de/


*****

Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Sachgesamtheit: Felsendome Rabenstein. Kulturdenkmal Chemnitz Rabenstein, 2014, Urheber: (dwt). via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

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