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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Burg Scharfenstein

Burg Scharfenstein

Heike Schachtschnabel

Willkommen vom Stülpner Karl
Willkommen vom Stülpner Karl

Wild romantisch schlängelt sich die Zschopau durch die engen Täler des Erzgebirges. Manchmal erweitern sich die Täler,  und typische Fachwerkhäuser folgen dem Flusslauf und kleben an den Hängen. Doch öffnet sich das Tal kurz vor Scharfenstein, kann man den ersten Blick auf die kleine, aber vollständig restaurierte Burg erhaschen.

Hat man den Berg erklommen und nähert sich dem Burgtor, wird man von einem Mann im Jagdkostüm empfangen, der sich als Stülpner Karl vorstellt und ein herzliches Willkommen entbietet.

Der historische Stülpner Karl und die Burg Scharfenstein sind eng miteinander verbunden. Stülpner wurde am Fuße der Burg geboren, ist immer wieder hierher zurückgekehrt und auch in Scharfenstein gestorben.Sein „Double", das den Besucher heute durch die Burg geleitet, würzt die Führung mit vielen Anekdoten aus seinem Leben, so dass der Rundgang eine spannende und zugleich kurzweilige Angelegenheit wird.

Natürlich muss man dabei auch den gut erhaltenen Burgturm besteigen. Die Wendeltreppe scheint kein Ende zu nehmen, und die letzten Stufen ähneln mehr einer Hühnerleiter. Aber wenn man dann auf den Zinnen steht, wird man mit einem wunderschönen Ausblick in das  Zschopautal hinein belohnt.

 

Die Burg kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Sie wurde um 1250 „uffm scharfen Stein" erbaut, woher sie auch ihren Namen hat. Nachdem sie verpfändet und zwangsversteigert wurde, war sie ca. 450 Jahre im Besitz derer von Einsiedel. In dieser Zeit brannte sie ab, wurde wieder aufgebaut, wurde umgebaut und erweitert. Das historische Mobiliar ging in den Wirren des 2. Weltkrieges unter. In DDR-Zeiten war die Burg Kinderheim und später Jugendwerkhof.

1993 übernahm der Freistaat Sachsen die Burg und machte Scharfenstein zu einer Familienburg. In den historischen und vollständig restaurierten Gemäuern findet man außer den Ausstellungen über das Leben von Karl Stülpner und die Burghistorie ein Museum für erzgebirgische Volkskunst, ein Weihnachtsmuseum, eine Kreativwerkstatt und Klöppelstube, ein wunderschönes Burgrestaurant und kleine entzückende Läden.

Kehrt man in die rustikale Burgschänke ein, wird man mit herzhaften Speisen zu moderaten Preisen verwöhnt. Das Restaurant ist liebevoll gestaltet - erzgebirgische Traditionen und Mundart machen das Essen zu einem Erlebnis.

Ein besonderes Highlight gibt es in der Vorweihnachtszeit. An den Adventswochenenden findet auf Scharfenstein ein historischer Weihnachtsmarkt statt, auf dem natürlich auch der Stülpner nicht fehlen darf. Da wird gegessen, getrunken und gefeiert wie damals, besser, als man sich vorstellen kann.

Die Burg Scharfenstein ist aber zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert, der durchaus zu einem Tagesausflug werden kann, will man alles ansehen und erkunden.

 

 

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Fotos: Heike Schachtschabel

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