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Marco Warmuth/Tina Pruschmann
gottgewollt
Das Leben der Ordensschwestern von der heiligen Elisabeth
Bild-Text-Band

Gottgeweihtes Leben – dokumentarische Fotos und biografische Interviews

Der Band »Gottgewollt« porträtiert Leben und Alltag der Ordensfrauen. Die Autoren spüren einer Lebensweise nach, die aus der Zeit gefallen scheint angesichts einer Gesellschaft, in der individuelle Freiheit und Wohlstand zur zentralen Lebensorientierung geworden sind.

Schlosskirche Chemnitz

Schlosskirche Chemnitz

Henner Kotte

Rätsel vom Balkon


Die Schloßkirche gilt der Stadt ob ihrer erhobenen Lage als Balkon. Die Benediktiner schufen nach 1136 auf dem Berg zunächst ein Kloster. Wichtigstes Bauwerk: die Marienkirche. Diese widerstand nicht immer Unbill und Geschmack der Zeiten. Mehrmals zerstört, wiedererrichtet und umgebaut, gilt diese Kirche Chemnitz heut als „wertvollstes Gebäude“. Sichtbar die von Abt Heinrich von Schleinitz veranlasste äußere Gestalt im Stile der obersächsischen Spätgotik. Den Katharinenaltar vollendete Pankratius Grueber 1499, im Mittelpunkt Maria mit dem Kinde. Das Sakramentshäuschen entstammt wohl dem 13. Jahrhundert, die Fresken im Chorraum sind 1530 gemalt. Sagenhaft soll in der klösterlichen Gesindestube einst eine Linde dem festgetretenen Boden entwachsen sein. Als gottesmütterliches Zeichen pflegte man den grünenden Spross.

Der Baum erreichte den darüberliegenden Saal und breitete dort seine Krone. Als das Holz mächtig, baten die Mönche Meister Hans Witten, daraus ein heiliges Kunstwerk entstehen zu lassen. Witten schnitzte die Geißelung Christi. „Jesus lehnt an dem Baume. Zwei Knechte schwingen die Folterinstrumente. Ein andrer hebt seinen Fuß, um ihn brutal zu stoßen. Der nächste versteckt sich. Ein weiterer hockt an den Wurzeln. Einer flicht ihm die Dornenkrone.“ Ein Schmuckstück. Auch von Witten, erhebt sich das 11 Meter hohe Nordportal der Welterlösung. Es steht aus konservatorischen Gründen im Kircheninnenraum. Rätsel bleiben: Das Lindenholz ist das einer Eiche. Und während die originalen Teile unversehrt sind, steckt in den restaurierten der Wurm.

Adresse und Kontakt

Schloßberg 11

09113 Chemnitz

Tel.: 0371 / 369550

https://sps.kirchechemnitz.de/die-schlosskirche.html


*****

Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Blick über den Schloßteich um 1900 zur Schloßkirche mit neugotischem Turmhelm vor der Zerstörung 1945, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Ehem. Nordportal der Chemnitzer Schlosskirche, Detail, gefertigt 1525 von Franz Maidburg, 2006, Urheber: Stephan Hoppe via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

Schloßkirche und Schloßbergmuseum in Chemnitz, 2013, Urheber: Manishhsinam89 via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

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