Der Maler, Grafiker und Zeichner Caspar David Friedrich gehört unbestritten zu den bedeutendsten Künstlern der Romantik. Am 5. September 1774 in Greifswald geboren, starb er mit 65 Jahren am 7. Mai 1840 in Dresden und wurde auf dem Trinitatisfriedhof beigesetzt.
Aus Anlass des 250. Geburtstages des Künstlers wurde seine Grabstelle auf dem Trinitatisfriedhof neu gestaltet.
Die Eule im Fenster ist in der für Friedrich charakteristischen Rückenansicht dargestellt; sie lässt verschiedene Deutungen zu.
Der Schauspieler und Kabarettist Tom Pauls war sowohl Initiator und als auch Spender.
Das Grabmal nimmt Bezug auf Klosterruine in Oybin und deutet ein gotisches Kirchenfenster an, ein beliebtes Motiv für C. D. Friedrich und die Romantiker aus Dreden.
Der Waldfriedhof Weißer Hirsch liegt auf einem hügeligen Gelände und ist terrassenförmig angelegt. Alte und gesunde Bäume, meist Nadelbäume, grenzen an die Dresdner Heide. Naturnah gelegen gehört er zu den schönsten Friedhöfen Dresdens. Zahlreiche Grabstellen stehen unter Denkmalschutz. Hier sind auch deutsche Prominente zur letzten Ruhe gebettet.
Manfred Baron von Ardenne (1907-1997) arbeitete als Naturwissenschaftler und Techniker und war Urheber von rund 600 Erfindungen und Patenten in der Funk- und Fernsehtechnik, Elektronenmikroskopie, Kern-, Plasma- und Medizintechnik.
Auf der Deutschen Funkausstellung 1931 zeigte der Forscher erstmals öffentlich ein vollelektronisches Fernsehen mit Kathodenstrahlröhre. Dies gilt als Weltpremiere des elektronischen Fernsehens.
Der Schauspieler Rolf Hoppe (1930-2018) spielte in mehr als 400 Filmen und Fernsehproduktionen, oft Charakterrollen. In dem Drama Mephisto, der neben anderen hohen Auszeichnungen 1982 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt, verkörperte er den „Ministerpräsidenten“. Den Zuschauern wird er als „Bösewicht“ in mehreren DEFA-Filmen und Märchenfilmen in Erinnerung bleiben.
Gunther Emmerlich (1944-2023) wirkte als Sänger und Moderator.
Nach einer soliden Ausbildung als Sänger(Bass) wurde Emmerlich 1972 Mitglied des Opernstudios der Semperoper in Dresden und blieb danach bis 1992 als festes Ensemblemitglied des Opernhauses engagiert. 1992 löste Emmerlich seinen Vertrag mit der Semperoper und trat fortan als freischaffender Sänger auf. Bereits in DDR-Zeit war er im Fernsehen zu Gast. In der BRD machte er sich als Moderator und Gast zahlreicher Unterhaltungssendungen, insbesondere im TV, einen Namen. Als freischaffender Sänger bot er ein breites Repertoire an.
Georg Friedrich Alfred Graf von Fabrice (1818 – 1891) war im Königreich Sachsen ein General und Politiker, von 1866 bis 1891 war er sächsischer Kriegsminister, und von 1876 an bis zu seinem Tode Vorsitzender des Gesamtministeriums, was einer heutigen Funktion eines Regierungschefs entspricht. Er gab dem Bildhauer Johannes Schilling den Auftrag, ein Denkmal für seine früh verstorbene Tochter zu gestalten. Schilling war ein gefragter Künstler im Königreich Sachsen. So schuf er die Brühlschen Terrassen, die Quadriga der Semperoper und das Reiterstandbild für König Johann von Sachen, um nur einige Werke zu nennen. Das Denkmal für den Grafen von Fabrice zeigt eine männliche und eine weibliche lebensgroße Figur in weißem Marmor gehauen. Ursprünglich stand es Jahrzehnte im Garten des Familienbesitzes der Grafen von Fabrice.
1930 kaufte der Großindustrielle Johann Carl Müller (1867-1944) das Kunstwerk für sein Mausoleum als Erbbegräbnisstätte. Das Mausoleum ist von einem Zaun umgeben, und es ist seinerseits von einem Gitter verschlossen. An den Innenwänden des Mausoleums befinden sich auf Tafeln Lebensdaten und Namen der Verstorbenen der Familie. Durch den Eingang sieht man in einem hinteren Teil die beiden Marmor-Statuen. Sie werden von oben durch eine Dachöffnung vom Tageslicht beschienen und so hervorgehoben. Eine mystische Atmosphäre wird entfaltet. Damit gilt dieses Mausoleum als das künstlerisch bedeutendste Grab auf dem Waldfriedhof.
Bildnachweis
Nur der Friedhofseingang, von C. D. Friedrich gemalt, stammt aus Wikipedia und ist gemeinfrei.
Alle anderen Fotos in diesem Artikel hat Ursula Brekle am 01. November 2025 aufgenommen.