Sachsen-Lese

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Sandra Pixberg
Stralsund
Die 99 besonderen Seiten der Stadt
Reiseführer

Die Hansestadt verbindet Europa mit Schweden und Westeuropa mit dem Osten. Mächtige Speicher auf der Hafeninsel, prachtvolle Giebelhäuser und eine strenge Backsteingotik sind die stummen Zeitzeugen der Jahrhunderte. Inmitten dieser beeindruckenden Kulisse gibt es viele Geschichten zu erzählen. Etwa von dem Pastor, der die Skandinavistik begründete, dem Namensgeber des Windjammers im Stralsunder Hafen, der historischen Keramik von Hiddensee oder einem sechs Meter langen Tintenfisch.

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Botanische Sammlungen

Botanische Sammlungen

Henner Kotte

Das Kamelienschloss

1692 schrieb der sächsische Hofgärtner George Meister, die Kamelie „ist ein kleiner Baum, 6 bis 8 Fuß hoch, hat dicke, steife rundum gekerbte Blätter wie Birn-Baum-Blätter. Seine Blumen sind rot wie Malva hortensis, einfach und duppelt. Wenn sie sechs Tage geblühet, fallen sie ab und bringen einen schwarzen Samen, wie Tee-Samen, herfür.“ Europas Herrscher importierten. Die Blüte wurde legendär. Man züchtete die Blütenpracht. Gärtner Johann Heinrich Seidel erarbeitete sich „einen so vorzüglichen Ruf“, dass ihn gar Goethe 1794 konsultierte. Seidels Nachfahren schufen eine Dynastie, und als im 19. Jahrhundert die Kamelien zum letzten Schrei der Damenmode und Gartenkultur wurden, avancierten sie zu anerkannten Spezialisten.

„In ihrer 1813 gegründeten Kunst- und Handelsgärtnerei führten sie bald schon 1.100 Sorten.“ Es ist der Privat­initiative Matthias Riedels zu danken, dass Seidel-Sorten überlebten, der Sozialismus hatte 1986 ihre Vernichtung bereits befohlen. Auf der Suche nach neuem Quartier stieß man auf das verfallene Schloss Zuschendorf bei Pirna. Finanzielle Verantwortung wollte niemand tragen, derweil die botanische Sammlung wuchs und wuchs. Landesmutti Biedenkopf nahm sich der Pflänzchen an und übereignete ein Gewächshaus. Schloss Zuschendorf wurde in alter Pracht wieder hergestellt. 1993 erlangten die Seidel-Kamelien Denkmalsschutz, und die TU Dresden erkannte ihre Wertigkeit. „Kamelien sind Schauspieler. Ihre Blüten können aussehen wie Rosen, Dahlien, wie Pfingstrosen oder Hibiskus, aber auch wie Nelken oder Malven.“ Ansehnliche Pracht!

Adresse und Kontakt

Botanische Sammlungen

im Lanschloss Pirna-Zuschendorf

Am Landschloß 6

01796 Pirna

Tel.: 03501 / 7929606

https://landschloss-zuschendorf.de/


Öffnungszeiten

Mo - So: 10:00 bis 17:00 Uhr


*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Schloss Zuschendorf: camellia in the botanical collection (Kamelie der botanischen Sammlung im Schloss), 2006, Urheber: Olaf Leillinger via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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