Sachsen-Lese

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Leicht und spielerisch, aber auch selbstkritisch und Hilfe suchend sind die Verse dieses Lyrikbändchens. Ina Herrmann-Stietz teilt Stimmungen und Ereignisse, Zweifel und Sinnsuche und lässt den Lesenden sich selbst wiederfinden. So kehrt er zurück ins Land seiner Seele, seiner innersten Träume, kann dort Kraft schöpfen und mit erwachten Hoffnungen wieder ins Leben starten.

Der Hausherr an den Haushahn

Der Hausherr an den Haushahn

Friedrich Rückert

Herr Hahn, ich muss euch zugestehn

den Sieg, ihr seid so kühn, ich hab‘ es oft gesehn,

wie groß ist eure Meisterschaft ob euren vielen Frauen.

 

Nun ist nur eine mir beschert,

die alle Freud‘ und alle Sinne mir verheert;

sie führt das Heft und zürnt, wenn ich nach meiner Lust will schauen.

 

Und hätt‘ ich zwei, so dürft‘ ich lachen nimmer,

und vier, so müsst‘ ich weinen immer,

und ach, so wär‘ ich tot zu nennen,

von ihnen würd‘ ich aufgezehrt;

Herr Hahn, dass ihr euch des erwehrt,

viel Ruhm ist das, ihr meistert wohl zwölf Hennen.

 

Bildnachweis

Hahn in Bethen (Cloppenburg), Deutschland. Aus Wikipedia, gemeinfrei. Urheber: Roman Köhler

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