Sachsen-Lese

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Martin Schneider
Kennst du Leo Tolstoi?

Welche Persönlichkeit steckt hinter diesem großen Mann der russischen Literatur? Über das bewegte und gegensätzliche Leben Tolstois weiß dieses Buch zu erzählen. Zugleich stellt es einige ausgewählte Werke dieses großen Visionärs in Auszügen vor.

Der Königin Carola Erbe

Der Königin Carola Erbe

Ernst Richard Freytag

Partie in den Königin-Carola-Anlegen in Aue 1911.
Partie in den Königin-Carola-Anlegen in Aue 1911.


Carola von Sachsen, geborene Prinzessin von Wasa-Holstein-Gottorp, letzte Königin von Sachsen, engagierte sich begeistert und geschickt im karitativen Bereich. Sie wurde am 5. August 1833 in Wien geboren; sie starb am 15. Dezember 1907 in Dresden. Ausnahmsweise war die Heirat mit Albert von Sachsen eine Liebesheirat. Ihr königlicher Gemahl stützte ihre Arbeit. Carola widmete sich dem Aufbau vieler neuer sozialer Institutionen im Königreich Sachsen, wie zum Beispiel Pflege- und Schulungseinrichtungen. In der Wohltätigkeits-, Armen- und Krankenfürsorge setzte sie neue Impulse. Mit ihrem Engagement für Hilfs-, Kinder- und Frauenvereine trug sie zur Förderung und Anerkennung benachteiligter Gruppen bei. Durch die Ausbildung von Frauen und Mädchen zu Krankenschwestern, Wirtschafterinnen, Näherinnen u. a. Berufszweigen entstanden neue Betätigungsfelder für diese Benachteiligten. Carola erhielt mehrere Auszeichnungen, auch den Sidonien - Orden. Als Namensgeberin der „Carola-Medaille“, die für tätige Nächstenliebe verliehen wurde, blieb sie im Volk in Erinnerung. Nach ihr sind im Land Sachsen viele Örtlichkeiten benannt, vor allem in Dresden, wo sie unmittelbar gewirkt hatte.

Ursula Brekle

Carola von Sachsen.
Carola von Sachsen.

In der ärmsten Hütten eine

Trat einst Sachsens Königin.

Kalt und öde ists im Stübchen,

Not und Kummer wohnen drin.


Auf die harte Streu gebettet

Liegt ein Knabe, fiebernd heiß.-

Zu ihm wendet sich Carola,

Geht zum Lager sanft und leis.


Glättet ihm die wirren Locken,

Reicht ihm einen kühlen Trank

Und spricht tröstend noch beim Scheiden:

„Still, nur still, es währt nicht lang.“


Als sie wieder kam zur Hütte,

War der Knabe blass und tot,

Kalt die Hand, die noch im Sterben

Gruß und Dank ihr kindlich bot.


„Mutter“, hat er oft gesprochen,

„Kommt die Dame wieder her,

Schek ihr doch mein Blumenstöckchen!

Auch sie kam zu mir nicht leer.“


Carola, gerührt zu Tränen,

nimmt die Blume freundlich an,

Lässt sie pflegen, dass sie täglich

Ihre Lust dran haben kann.


In dem königlichen Garten

Pranget manches Blümlein zart,

Aber keines, das mehr Liebe

Eines Herzens offenbart.


Von den Blumen Düfte gebend,

Schön gestaltet, bunt gefärbt,

Ist Carola keine lieber,

Als die, welche sie „geerbt“.


Nichts hat je die Königin

So beglückt und froh gemacht

Als die Blume jenes Knaben,

Der im Tod an sie gedacht.

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