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Natalie Gutgesell
Dora Hitz
Fränkische Künstlerin, rumänische Hofmalerin, europäische Avantgardistin
Ausstellungskatalog

Dora Hitz (1856–1924) gehörte als Protagonistin der Avantgarde zu den führenden Impressionistinnen Europas. Als erste Hofmalerin Rumäniens war sie der Königin, der international berühmten Schriftstellerin Carmen Sylva, eine enge Vertraute. Die Karriere der Künstlerin begann bereits in früher Kindheit als Tochter eines Zeichenlehrers in Mittelfranken. Ab ihrem dreizehnten Lebensjahr studierte sie in München und später in Paris am Montmartre. Sie lebte und arbeitete in der Bretagne, in London, in Dresden und schließlich vor allem in Berlin, wo sie den Gründungsmitgliedern der Secession angehörte. Zahlreiche Persönlichkeiten der Kunst, Literatur und Wirtschaft zählten zu ihrem Freundeskreis.
Der Großteil ihrer Werke befindet sich heute in Privatbesitz. Schloss Peleș in Rumänien beherbergt mit zehn Wandmalereien die umfangreichste Sammlung an Werken der Künstlerin weltweit. Der Gemäldezyklus wird zum ersten Mal in seiner Gesamtheit und seinem Entstehungskontext veröffentlicht.

Der Mädchenmörder von Chemnitz

Der Mädchenmörder von Chemnitz

Henner Kotte

Eine Tote identifiziert ihren Mörder

Im Herbst des Jahres 66 gelang es der Deutschen Volkspolizei, einen Sittenstrolch zu verhaften. Seit gut acht Jahren entblößte der sich in Parks und bedrohte seine Opfer mit dem Messer. Richtete sich sein Begehr zunächst an Frauen, zwang er später kleine Mädchen, ihm Befriedigung zu verschaffen. 91 Misse­taten gestand Gerhard W. Doch klafft bei den Tatzeiten eine Lücke: Im Gesamtjahr 61 will W. nicht straffällig geworden sein. Kripo-Chef Hans-Gert Z. erinnert sich, dass am 3. Januar jenes Jahres eine Mutter ihr Kind vermisste: Michaela K., zehn Jahre. Panik in der Stadt. „Gewissenlose Gerüchtemacher versuchen wegen des verschwundenen Kindes Unruhe in die Bevölkerung zu tragen.“

Michaela K. wird nicht gefunden, der Vorgang 95/61 zu den Akten gelegt. Gerhard W. passt ins psychologische Profil solchen Untäters, glaubt der erfahrene Kriminalist. Wenn es unbeabsichtigt zum Tod von Michaela gekommen ist, belastet Gerhard W. der Mord. Doch wie beweisen? W. ist intellektuell zurückgeblieben, arbeitet als Heizer bei der Reichsbahn, seine Ehe ist zerrüttet. Von „schweinischen Praktiken“ berichtet die Gattin, die sie „nicht gewillt war durchzuführen“. Die Kriminalpolizei entscheidet sich für ein gewagtes und unsicheres Experiment: Mit einem gleichaltrigen Mädchen will sie W. konfrontieren, in der Hoffnung, dass dessen Reaktion Geständnis ist. Am 14. Juli 1967, nachmittags zwei, betritt die geschminkte Tochter eines Hauptmanns den Verhörraum und beginnt zu schreien. W. gesteht. Michaelas Leiche hat er im Heizkessel einer Lokomotive verbrannt.

Polizeidirektion Chemnitz

Hartmannstraße 24

09113 Chemnitz

Tel.: 0371 / 3870

https://www.polizei.sachsen.de/de/pdc.htm


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Textquelle

Kotte, Henner: Chemnitz: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2017.


Bildquelle

Vorschaubild: Polizeidirektion Chemnitz, 2010, Urheber: gravitat-OFF via Wikimedia Commons CC BY 2.0.

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