Sachsen-Lese

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Unser Leseangebot

Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Gleislose Bielathal-Motorbahn

Gleislose Bielathal-Motorbahn

Henner Kotte

O-Bus – oh, Irrtum!

Die „Gleislose Bielathal-Motorbahn mit elektrischer Oberleitung“ war nicht (wie oft behauptet) der erste O-Bus Europas, aber der erste im Königreich Sachsen. Betriebsbeginn: 10. Juli 1901. Strecke: Königstein—Kaltwasserheilbad Königsbrunn. Bereits 1847 meinte Werner Siemens: „Wenn ich mal Muße und Geld habe, will ich mir eine elektromagnetische Droschke bauen, die mich gewiss nicht im Dreck sitzen lässt …“ 1882 führte Siemens seine erste elektrisch angetriebene Wagonette vor. Anlässlich der Weltausstellung in Paris verkehrte bereits regelmäßig ein O-Bus. In Deutschland eröffnete im Mai 1901 die „Gleislose Bahn Eberswalde“. Siemens-Ingenieur Max Schiemann erkor dafür das Bielatal. Das Bielatal war bereits 1833 verkehrstechnisch erschlossen. Die elektrische Oberleitung hing in sechs Metern Höhe an Masten, waren diese nicht zu errichten, so wurden an die Hausfassaden Rosetten gesetzt, die den Fahrdraht hielten.

Die Stromabnahme erfolgte durch die bis heute üblichen Abnahmestangen. Doch war die Strecke im Bielatal nur einspurig befahrbar, d. h., begegneten sich zwei Busse, musste einer die Leitung freigeben und Vorfahrt gewähren. Die ersten Fahrgastwaggons boten 18 Sitz- und 6 Stehplätze. Mit Aufnahme des Güter- und Postverkehrs wurde der Wagenbestand verdoppelt. Allerdings: Die eisenbereiften Holzspeichenräder waren Ursache für Lärm und Zerstörung des Straßenbelags. Wirtschaftlich unrentabel: Die Beförderung sowohl von Personen als auch von Gütern blieb hinter allen Erwartungen zurück. 1904 stellte die „Gleislose Bielathal-Motorbahn“ ihren Betrieb ein.


Mehrere Oberleitungsrosetten entlang der Strecke erinnern noch heute an die Bilathalbahn, z.B.

in Königstein an den Gebäuden Bielatalstraße 2,3.37,47 und 75

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Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Vorschaubild: Detailaufnahme Bielatalbahn (Oberleitungsbus), zwischen 1901 und 1904, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons gemeinfrei.

Noch existierender Oberleitungshaken in Königstein, 2012, Urheber: TOMMES-WIKI via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.


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