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Albrecht Franke
Christa Johannsen – ein erfundenes Leben
Ein Schriftstellerinnenleben im 20. Jahrhundert

Die Schriftstellerin Christa Johannsen (1914–1981) war in der DDR etabliert: mit zahlreichen Veröffentlichungen, diverse Auszeichnungen, der Mitarbeit im Schriftstellerverband und in der CDU. Sie engagierte sich für eine Literatur ohne Bevormundung und den literarischen Nachwuchs, leitete »Zirkel schreibender Arbeiter« und in den frühen 1970er Jahren die Gruppe »Junge Prosaisten«.
Einer ihrer damaligen Schüler, Albrecht Franke, hat ihrem Leben nachgespürt und dabei festgestellt, dass er seine einstige Lehrerin überhaupt nicht kannte. Er stößt u.a. auf Texte aus der NS-Zeit, einen höchst zweifelhaften Doktortitel, politische Lobhudeleien in der DDR und unter Pseudonym veröffentlichte Gegenreden im Westen.
Franke entwickelt eine ebenso ungewöhnliche wie typische Biografie des 20. Jahrhunderts. Einen tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, aber ebenso zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil. So entsteht nicht nur die Erzählung eines Lebens, sondern eine Geschichte der Literatur des früheren Bezirkes Magdeburg, der DDR und Deutschlands.

Widerstandskämpfer Sächsischer Bergsteiger

Widerstandskämpfer Sächsischer Bergsteiger

Henner Kotte

Seil gegen Hitler

„Der Widerstand wird jetzt zentral organisiert. Wir haben einen Auftrag für euch, der sehr riskant ist.“ Es war die erste offizielle Fernsehserie des Deutschen Fernsehfunks, die 1968 gesendet wurde. Regie: Willi Urbanek. Ein Straßenfeger mit der ideologisch gewollten Konsequenz: „Die Serie befasst sich in 13 Episoden, die zum Teil auf tatsächlichen Ereignissen beruhen, mit dem Widerstandskampf sächsischer Bergsteiger gegen das NS-Regime. Im Mittelpunkt der 13 Folgen stehen zwei Freunde, die von Klaus Gehrke und Ezard Hausmann gespielt wurden. Dritter im Bunde war Dieter Bellmann, der in einer späteren Folge in einen Hinterhalt gerät und erschossen wurde. (…)

Als Autor und Regisseur dieser noch schwarz-weiß gedrehten Abenteuerserie kann ich nur sagen, dass die Arbeit in der Felsenwelt der Sächsischen Schweiz sehr viel Spaß gemacht hat, wir damals ziemlich erfolgreich waren und Traumquoten erzielt haben.“ Die Geschichten basieren auf der illegalen Arbeit der „Vereinigten Kletterabteilung“. Nach „der Machtergreifung der Nationalsozialisten kamen den Sportlern ihre guten Geländekenntnisse zugute“. Geheime Grenzübertritte wurden organisiert. In der „Höhle am Satanskopf“ druckte man Agitationsmaterial, „woran zu DDR-Zeiten eine dort angebrachte Kupfertafel erinnerte, die heute verschwunden ist“. Keiner der „Roten Bergsteiger“ verriet seine Genossen. Mancher von ihnen wurde ermordet: Kurt Schlosser, Erich Glaser. „Seid einig – einig im Kampf gegen den Faschismus. In ganz Europa gibt’s keine Sicherheit, solange die Nazis an der Macht sind.“

Filmtipp

"Rote Bergsteiger", TV Serie von Willi Urbanek und Klaus Rümmler

*****

Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Gedenkstele von Wilhelm Landgraf (1961), 2012, Urheber: Tnemtsoni via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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