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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Schneeschuhfahrermarsch

Schneeschuhfahrermarsch

Anton Günther

Wenn's draußen wieder schneit,
Da hammr unnre Freid.
Fängt's iewerall zu wabeln a
Is draußen gute Schneeschubah.
Un liegt off unrer Höh
's erschte Finkele Schnee,
Do schnall mr unre Schneeschuh na
Un fahrn drfa.

Ja so frisch un frei
Wie mr Arzgebirger sei.
Mr halten aus in Sturmgebraus
Ob's wattert stürmt und schneit.
Off unrer Höh,
Do liegt dr erschte Schnee,
Do liegt dr a an längsten dort,
Drim gieh mer a net fort.

Refrain:
Frisch auf, alle Zeit!
Mir halten trei zu unrer Haamit.
Singe lustig unner Lied.
Un müß mr fort, so kehr mr wieder,
So wie dr Vugel hamwärts zieht!

Cinovec im Winter Richtung Geisuingberg. Foto: Jens Jäpel (CC-BY-SA) via Wikimedia Commons
Cinovec im Winter Richtung Geisuingberg. Foto: Jens Jäpel (CC-BY-SA) via Wikimedia Commons

Ach, is das ene Lust,
Wie hebt sich doch de Brust!
Von Berg zu Tol durch Wald un Grind
Zu sausen iebern Schnee geschwind.
Un is ka Stabben Bah,
Do liegt uns gar nüschd dra.
Mr fahrn doch ner dr Nos enoch,
Da gibbd's ka Frog.

Wie krabbelt's Blut,
Wie war'n de Backen rut,
Wie glänzt es aa off freier Höh


Liegt all's in tiefen Schnee.
Un durchs Gemüt
Haamitsinge zieht.
E Haamitlied von deitscher Trei:
Wie schlägt es Herz su frei!

Refrain:

Schneeschuhfahrer - Anfänger. Foto: W. Brekle
Schneeschuhfahrer - Anfänger. Foto: W. Brekle
Wie schmeckt e Wacken Brot,
Mr kriegt ja gar net sott.
Geht's ham von langer Schneeschuhfahrt,
Hängt voller Eis und Schnee dr Bart.
Dr Kneedeldopp in dr Rähr,
Der is so farchtbar leer.
Un wos rimsteht an Asserei,
Dos muß abn nei.

Wer'sch noch net kaa:
Fang Schneeschuhlaafen aa!
Dos hält gesund 'zamm Leib un Seel',
Mr kimmt gut von dr Stell.
Un haat's ann hie,
Is a emol ganz schie.
Mr fällt ja waach, stieht auf geschwind,
Un fort gieht's wie dr Wind.

Refrain:

Drum raus un ageschnallt!
Ner net lang rimgedallt.
Dr Winter is e alter Ma,
Den muß mr ehrn, so lang mr kaa.
Der maant's uns immer gut,
Drum raus mit frischen Mut.
Wer will sei Haamit racht verstieh,
Der muß naus gieh.

Off freier Höh
So übern tiefen Schnee
Zu sausen ohne Sorg un Müh,


Ach Kinder, is das schie!
Un is vorbei
De Schneeschuhfahrerei,
Is stark 's Herz un frei 's Gemüt,
Drum sing' mr unner Lied:

Refrain:

Frisch auf, alle Zeit!
Mir halten trei zu unrer Haamit.
Singe lustig unner Lied.
Un müß mr fort, so kehr mr wieder,
So wie dr Vugel hamwärts zieht! 

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