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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

A Schalle Kaffee

A Schalle Kaffee

Albert Schädlich

A Schalle Kaffee is wos guts,

es Beste of der Walt.

Es schmeckt in Wald un in dr Stub,

an draußen ofn Fald.

Bei uns, do werd‘r su gekocht,

döß niemanden hiehaat,

bei kenn mol Assen fahlt`r do,

su is gar weit un braat.


Mei gute Mutter saht mei Tog:

„Ihr Kinner, merkt mol drauf!

Trink ich nimmer ne Kaffee garn,

härt‘s langsam mit mir auf.“

Öb vürmittog, öb nochmittog,

öb tief nei in de Nacht,

a Schalle Kaffee, racht schie warm,

hot mannichs gut gemacht.


A Schalle Kaffee fahlt aa net,

wenn‘s Klaane noch ganz gung.

Wenn‘s Störchel macht sich wieder fort,

gibt‘s Kaffee drauf un Kuchn.

Su gieht‘s durchs ganze Menschenlabn;

bei jeder tafel fei,

wu irgend is a Festlichkat,

muss aa mol Kaffee sei.


Bei Zaafeten un Rockengang,

di is mr schie gespannt,

wos warn se dä fürn Kaffee hobn,

dös is doch allbekannt.

Do werd nu tüchtig neigeschafft,

denn fette Tog sei rar.

Dos hielt mr doch, wenn Pfeng do wärn,

glleich aus is ganze Gahr.


Bei Hochzign un wer waß noch wu

gibt‘s Assen vielerlaa.

Is do a Wunner, wenn‘s racht würgt

en rüm in Ingewaa?

A Schalle haaßer Kaffee brengt

en wieder ins Geschick.

Wan dös net hilft, du lieber Gott,

dar hot abn kaa Gelück.


A Schalle Kaffee is wos gut‘s,

galle, ho ich do net racht?

Un wenn‘s schu mol is aufgewärmt,

is immer noch net schlacht.

Drüm sog ich, wos mei Mutter saht:

„Ihr Kinner, merkt mol drauf:

Trink ich nimmer ne Kaffee garn,

härt‘s langsam mit mir auf.“


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