Sachsen-Lese

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Luther im Himmel

Das jünste Gericht

Christoph Werner

Der große Reformator steht vor dem jüngsten Gericht; er ist angeklagt, auf Erden wahrhaft unchristlich gehandelt zu haben, da er Hexen, Juden und andere Gegner zu ersäufen oder zu pfählen empfahl. Nun muss er sich vor Gott rechtfertigen, warum er gegen das biblische Gebot der Nächstenliebe verstoßen habe.

Beim Aufbauen der Christecke

Beim Aufbauen der Christecke

Nu, Gung, gih in de Kammer nauf

un hul das Weihnachtszeig,

dos kimmt dann in de Eck do nauf,

do sei mr doch su reich.


Dr Gung zieht seine Filzschuh aa

un giht emol do nauf

un bringt aa miit dann grußen Maa

un stellt‘n off de Ecke nauf.


Un schiene Mannle gruß un kla,

die bringt‘r aa mit ra,

un Weiwle, Bargmannle aa,

die sah sich doch gar zu schiine aa.

Wenn die Ecke fertig ist

Mannle Parade.
Mannle Parade.


Na, Gung, ´n Engel gibste aa

e grußes schiines Licht,

die annern steckt doch auf mei Frau,

die is dodrauf drpicht.


Na nu brenn de Lichter aa

un aa dös feine Schach,

un steck mr fei dann grußen Maa

doch aa sei schiine Pfaff.


Überlieferung aus Annaberg

Gung Junge

Fra Frau

drpicht erpicht, versessen

Schach Bergwerk, Schacht

Pfaff Pfeife, gemeint ist Räucherkerzenmann


Quelle

Zirkler, Albert: Hausbuch sächsischer Mundartdichtung. Leipzig 1927

Bildnachweis

Kopfbild: Urheber Markscheider Räuchermännchen im Räuchermännchenmuseum Crottendorf, Sachsen, Deutschand.

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