Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese
Unser Leseangebot

Horst Nalewski

Goethe hat ihn bewundert

Goethes Begegnungen mit Felix Mendelssohn Bartholdy

Der Musikkenner und international geachtete Literaturwissenschaftler Horst Nalewski erzählt anhand fünf ausgewählter Beispiele von dem außergewöhnlichen Aufeinandertreffen und Zusammenwirken zweier Künstler. Hörbeispiele sind über QR-Codes abrufbar.

Der Herr im Hause

Der Herr im Hause

Uff eener Fußduhr durch‘s Gebärge

Da gahm ich mal vom Loofen madd,

Mid Hunger un mid Dorschd in Leiwe

In‘s Gasdhof einer gleenen Schdadt.


Ich saß fasd eene Värdelschdunde,

Doch ließ sich geene Seele sehn,

Ich rief unn horchde, ganz vergeblich,

Verärgerd wolld‘ ich widder gehen.


Da gahm in Ladschen, ganz gemiedlich,

E äldrer Mann zur Dhiere rein,

Mid eener großen, blauen Schärze,

Ich dachde: ´s wärd der Hausgnechd sein.


„Sieh!“ sahchd ich, ziemlich uhngehalten,

„gerade wolld‘ ich wieder naus!

Was iss‘n das hier for ´ne Wärdschafd?

Wer iss‘n hier der Herr im Haus?“


„Der Herr im Hause“, saachd der Alde,

Unn ward vor Schdolz unn Freide rod:

„Bin ich jezd! Denn seid vor‘schen Monad

Is meine guhde Alde dod!“

Quelle

Zimmermann, Robert: Aus Säk'sches Gemiese. Eine Sammlung der lustigen Dichtungen in sächsischer Mundart. Mit einem Geleitwort von Lene Voigt. Leipzig o. J.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Schneelied
von Max Wenzel
MEHR
Dr gruebe Dokter
von De Neideitel
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen