Sachsen-Lese

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Reden wir von der Liebe

Florian Russi (Hrsg.)

Liebe ist ein Thema, das jeden berührt...Ein manchmal ernüchterndes und zugleich poetisches Buch.

Harras, dr gihne Schbringer

Harras, dr gihne Schbringer

Lene Voigt

Mal war im Aerzgebärche drin

Gleich frieh ä wiestes Gambeln.

De Ridder schbrängten her un hin,

De Rässer daten drambeln.

Bis schließlich von dr gleenen Schar

Bloß noch Härr Harras ibrich war.

 

Där ward nu wild vom Feind bedrängt

Mit Hurra un Gebrille.

Schon hattense‘n fast eingeängt,

Sei Färd schtand ängstlich schtille.

Da drat‘s dr Ridder mitn Schborn,

Un heisa gings dorch Busch un Dorn.

 

Se flitzten wie dr Deifel los

An Dann‘ vorbei un Fichten.

Härr Harras rief:“So is famos!“

Da dat dr Wald sich lichten.

Nu schtandense mit eenem Mal

Am Fälsenrand vom Zschobaudal.

 

De Feinde johlten schon ganz nah:

„Jetzt hammern gleich, dän Gunden!

Dort schtehtr mit sein Schimmel da,

Als wärn se fästgebunden.“

Dr Ridder hadde nu de Wahl:

Ergäb‘ch mich oder hubb‘ch ins Dal?

 

„Ach was“, so rief‘r, „Färd, bass uff!

Jetzt mach mr unser Sätzchen!“

Un wärklich horcht dr Schimmel druff,

Schbringt ab vom fästen Blätzchen.

Härr Harras blumst in Zschobaufluss

Un schwimmt drvon mit Hochgenuss.

 

De Feinde sin ohm angegomm

Un glotzen ziemlich bleede.

„Där Gärl is futsch, is fortgeschwomm!

Schluss mach mr mit dr Fehde.“

Se sahn ganz richtch de Laache ein:

Nich jeder Mänsch hat solches Schwein.

Bildnachweis

Kopfbild: Harrasfelsen mit Körnerkreuz und Tunnel. Alte Postkarte aus Wikimedia - gemeinfrei.

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