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Das verlassene Krankenhaus bei Tschernobyl

Nic

Heft, 28 Seiten, 2020 - ab 23 Nov. erhältlich

Die Stadt Prypjat liegt nur 3 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Im hiesigen Krankenhaus wurden unmittelbar nach der Explosion des Atomreaktors die ersten stark verstrahlten Opfer behandelt. Viele von Ihnen sind an der massiven Strahlenbelastung gestorben.

Am 27. April 1986, einen Tag nach der Nuklearkatastrophe, wurde die Prypjat evakuiert. Seither ist die Stadt, wie auch das hier gezeigte Krankenhaus verwaist. 30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Nic führt uns auf einem Rundgang durch verlassene Gänge vorbei an verfallenen OP-Sälen und Behandlungszimmern.

Für alle Fans von Lost Places.

Ab 4 Heften versenden wir versandkostenfrei.

Spaziergang im April

Spaziergang im April

Lene Voigt

Su häd's wärn soll'n. Gemälde von Carl Spitzweg(1808-1885): Spaziergang.
Su häd's wärn soll'n. Gemälde von Carl Spitzweg(1808-1885): Spaziergang.

Er: ,,Na, nu hau awer hin, Emma, jetz illert grade de Sonne a häbbchen 'raus. Wenn de nadierlich so lange mit Anbeebeln 'rummährfcht, bis se widder 'neingegrochen is, hernachens hat's ja iberhaupt geen Zwäck, daß mr uns noch 'nausmachen."

Sie: ,,Ob 'ch dn Schärm mitnähme, mei Adolf?"

Er: ,,Nu, das is doch ganz glar jetz im Abbrile, wo de sowieso egal so emfindlich wäächsen jeden gleen'n Räächenschbritzerchen uff dein Bibbi bist."

Sie: ,,Ich gloowe, 's is grade Widder ä Grauwebwädderchen im Anzuche. Gucke bloß ämal hinten zum Gichenfänster 'naus, da gommt's gohlbächrahmschwarz nähm dr Feierässe nuffgegrochen. Das gennt mr eechentlich noch ohm abwarten." 

Er: ,,I, desderwäächen genn mr doch ruhig losrammeln, Emma. Wenn mr dadrnach gehn wollte, dann därfte mr sich im Abbrile iberhaupt nich aus dr Buwerzche 'nausdraun."

Sie: »Na, wenn de meenst, leiern mr ähmd los. Haste denn ooch ä frifches Daschenduch eingeschtäckt, mei Adolf?"

Er: ,,Allemal, gomm nur nu ändlich - glooß dich aus!"

Sie: „Na gucke doch, jetz grauwelks wärklich, un wie! De reen'n Wärfelzuggerschtickchen schmeißt' s 'nunter."

Er: ,,Laß nur, dadrfier hammer doch dn Schärm. Un außerdäm ihlt vorne in dr guden Schtuwe schon widder de liewe Sonne ä häbbchen vor. Dadsächlich, 's wärd widder hälle."

Sie: ,,Also scheen, ich will gee Schbielverdärwer sin- rabbeln mr uns uff! Willste mit dein'n Schlissel zuschließen, mei Adolf?"

Er: „Ja, ja, mach' d'chs bloß ändlich 'naus uff de Dräbbe, sonst schtehn mr heite ahmd um achte immer noch da!"

Sie: ,,Haste ooch richtch eingeglinkt. Mache liewer ärscht noch ämal de Browe."

Er: ,,Weeste, Emma, mr sin jetz siemunzwanzch Jahre verheirad', awer ich wißte geen Sonndaach, wo de mich das nichs gefraacht hätt'st!"

Sie: „Du, wenn de anziechlich wärst, da mach'ch glei widder gehrt und dann gannste alleene schbaziern laatschen. 'S wärd iberhaupt schone widder ganz greilich dunkel, da muß 'ch doch färmlich ärscht ämal zum Dräbbenfänster 'nausillern. Härrjeh, jetz hat's doch geblitzt. Hastes ooch gesähn, mei Adolf?"

Er: „Na ähmd - un jetz donnert's!"

Sie: ,,Nee, weeßte, in ä Gewidder 'nein loofen mr nu doch nich, das wär' ja de Hehe! Mir sin doch schließlich nich bleedsinnch. Gomm, schließ' nur widder uff, mei Adolf, 'S hat ähmd nich soll'n sin."

Quelle für den Text:
Voigt, Lene: Mir Sachsen! Leipzig o.J.

Bilder:
Beide Bilder stammen aus Wikimedia Commons; sie sind gemeinfrei.

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