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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


Trost in bescheidenen Verhältnissen

Trost in bescheidenen Verhältnissen

Dasdrwaign simm‘r ne uf Ardn,

doß mr sellte denken, ‘s wär asu:

volle Toage Broatn un a Töppl

vo dn bestn Biere no dazu.

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

Ob mr Broatn assn odr Gritze

odr trinken aus dr Entenpfitze.

Nee, dos is es ne. Mr sellte‘s denken,

schiene Kleeder troin 1), dos wär dr Zweck,

denn mr sitt 2) ollantchen 3)schiene Kleedr,

die de kehrn den Stoob von Wage weg.

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

Ob mr, wenn zeletzt mrch niederleite 4),

hot a Kleed oo Sackzoig odr Seide.

Odr, wenn mrsch oansitt viele Loite,

wie se huppn, springn ganz wie närsch,

enne Froide jagt de anre Froide,

sellt mr denkn, dasdrwaign wärsch,

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

1) tragen

2) sieht

3) überall

4) wenn man sich zuletzt niederlegt

 

Überliefert aus Gersdorf bei Hohenstein-Ernstthal

Quelle: Hausbuch sächsischer Mundartdichtung. Erster Band, Leipzig 1927.

 

Bildnachweis

Kopfbild: Ausschnitt aus Back of the 1000 Swiss Francs banknote, part of series 5 of Swiss banknotes. See. Wikimedia, gemeinfrei.

 

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