Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese
Unser Leseangebot

hrsg. von Fl. Russi & C. Eberhardt

Lieder von Friedrich Silcher

Friedrich Silcher machte sich vorallem einen Namen durch das Sammeln von Volksliedern und der Publikation von Chorsätzen zu traditionellen Liedern. In diesem Heft finden sich zwanzig seiner im Chorsatz SATB gestzten volkstümlichen Lieder.

Trost in bescheidenen Verhältnissen

Trost in bescheidenen Verhältnissen

Dasdrwaign simm‘r ne uf Ardn,

doß mr sellte denken, ‘s wär asu:

volle Toage Broatn un a Töppl

vo dn bestn Biere no dazu.

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

Ob mr Broatn assn odr Gritze

odr trinken aus dr Entenpfitze.

Nee, dos is es ne. Mr sellte‘s denken,

schiene Kleeder troin 1), dos wär dr Zweck,

denn mr sitt 2) ollantchen 3)schiene Kleedr,

die de kehrn den Stoob von Wage weg.

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

Ob mr, wenn zeletzt mrch niederleite 4),

hot a Kleed oo Sackzoig odr Seide.

Odr, wenn mrsch oansitt viele Loite,

wie se huppn, springn ganz wie närsch,

enne Froide jagt de anre Froide,

sellt mr denkn, dasdrwaign wärsch,

 

I behitte, nee,

‘s is ack ennerlee.

 

1) tragen

2) sieht

3) überall

4) wenn man sich zuletzt niederlegt

 

Überliefert aus Gersdorf bei Hohenstein-Ernstthal

Quelle: Hausbuch sächsischer Mundartdichtung. Erster Band, Leipzig 1927.

 

Bildnachweis

Kopfbild: Ausschnitt aus Back of the 1000 Swiss Francs banknote, part of series 5 of Swiss banknotes. See. Wikimedia, gemeinfrei.

 

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Da Haustür' in Wasserbottich
von Christian Friedrich Röder
MEHR
Der versteckte Stapilz
von Albert Schädlich
MEHR
Vogtländer Madle
von Hilmar Mückenberger
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen