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Albrecht Franke
Christa Johannsen – ein erfundenes Leben
Ein Schriftstellerinnenleben im 20. Jahrhundert

Die Schriftstellerin Christa Johannsen (1914–1981) war in der DDR etabliert: mit zahlreichen Veröffentlichungen, diverse Auszeichnungen, der Mitarbeit im Schriftstellerverband und in der CDU. Sie engagierte sich für eine Literatur ohne Bevormundung und den literarischen Nachwuchs, leitete »Zirkel schreibender Arbeiter« und in den frühen 1970er Jahren die Gruppe »Junge Prosaisten«.
Einer ihrer damaligen Schüler, Albrecht Franke, hat ihrem Leben nachgespürt und dabei festgestellt, dass er seine einstige Lehrerin überhaupt nicht kannte. Er stößt u.a. auf Texte aus der NS-Zeit, einen höchst zweifelhaften Doktortitel, politische Lobhudeleien in der DDR und unter Pseudonym veröffentlichte Gegenreden im Westen.
Franke entwickelt eine ebenso ungewöhnliche wie typische Biografie des 20. Jahrhunderts. Einen tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, aber ebenso zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil. So entsteht nicht nur die Erzählung eines Lebens, sondern eine Geschichte der Literatur des früheren Bezirkes Magdeburg, der DDR und Deutschlands.

Bad Schandauer Hochwassertour

Bad Schandauer Hochwassertour

Henner Kotte

Wasser wollt!

„Versunkene Pensionen, Läden und Cafés: Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz ist stets die erste deutsche Stadt, die das Elbhochwasser trifft.“ Ein Jahrtausendhochwasser traf die Orte am Elbufer bereits zweimal im Dezennium, die Jahrhundertfluten kamen öfter. „Der Bürgermeister von Bad Schandau hat nachgerechnet. Jedes Mal, wenn es eine Fußballweltmeisterschaft gab, wurde seine Stadt in den vergangenen Jahren vom Hochwasser heimgesucht – 2002, 2006 und 2010. Und jedes Mal hatte die deutsche Nationalelf keine Chance. Das trifft freilich auch auf Bad Schandau zu.“ 2013 kamen die Fluten wieder, kaum dass die Schäden der letzten Hochwasser beseitigt waren.

Für eine Landschaft, die vom Tourismus lebt, sind solche Katastrophen wirtschaftlich nicht reparabel: Nicht nur die Feriengäste bleiben aus, auch manch Einwohner verlässt sein Heim und Gut. „Nach der Flut 2006 haben etwa 100 Bürger entnervt aufgegeben und sind aus Bad Schandau weggezogen.“ Das Spaßbad der Toscana-Therme brauchte übers Jahr, um die entstandnen Wasserschäden zu beheben. Aber die Solidargemeinschaft beeindruckte von Spendengeld bis tatkräftiger Unterstützung. In den Schutz vor Wassermassen wurde investiert. Das Vorhersagesystem verbessert. Und doch lebt man am Ufer mit der Angst: „Ein Mal noch, dann ist es genug. Ein Mal noch diese braune Brühe, diesen morastigen Dunst, diesen betonartigen Schlamm, wenn die Elbe wieder in ihr Bett zurückgekehrt sein wird. Irgendwann reicht es, dann kann selbst ich nicht mehr.“ Aufgebaut und renoviert, sind solch Vorhaben schnell vergessen. Kurz ist des Menschen Gedächtnis.

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Textquelle:

Kotte, Henner: Sächsische Schweiz: Die 99 besonderen Seiten der Region Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Bildquelle:

Krippen: Markierungen der Elbhochwasser (1784–2006), 2008, Urheber: X-Weinzar via Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5.

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