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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Festmachen

Festmachen

Johann Georg Theodor Gräße

In der Nähe von Stolpen sitzen einst junge Burschen und Mädchen in der Dorfschenke beisammen. Darunter ist auch ein junger Mann, der die Gabe besitzt, „festzumachen“, das heißt in dieser Gegend soviel wie bannen.

 

Als ein Bauer mit seinem Wagen vorüberfährt, fordern die Mädchen und Burschen auf, seine Kunst zu zeigen. Er sträubt sich anfangs, lässt sich aber doch überreden und macht ein paar geheimnisvolle Zeichen. Und richtig, der Bauer sitzt fest mit seinem Wagen und kann weder vorwärts noch rückwärts zum Ergötzen der staunenden jungen Leute. Der Bauer bittet, ihn loszumachen, er stößt Drohungen aus – umsonst. Da nimmt er ein Beil und haut mit voller Wucht vorn auf die Deichsel. Plötzlich ziehen die Pferde an, der Wagen ist wieder flott. Aber der Bursche wurde in dem Augenblick, wo jener auf die Deichsel hieb, krumm und hat sein Leben lang ein krummes Rückgrat behalten.

Bildnachweis

Foto: Wolfgang Brekle

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