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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Prinz August und der wunderbare Stein auf dem Dresdner Markte

Prinz August und der wunderbare Stein auf dem Dresdner Markte

Kurfürst Christian I. von Sachsen.
Kurfürst Christian I. von Sachsen.

August, ein Sohn des Kurfürsten Christian I., geboren im J. 1589, war im Frühjahre 1614 schwer erkrankt, also dass in den Kirchen für seine Genesung gebetet wurde. Da ist der Puppenmacher Christoph Ufer am 30. Mai 1614 in der Kirche gewesen, und nachdem er sich dem Gebete für die Herstellung des kranken Prinzen aufrichtig angeschlossen, ist er nach Beendigung des Gottesdienstes nach Neustadt-Dresden, damals noch die Altstadt genannt, gegangen. Unterwegs am hellen Tage ward ihm, wie er überzeugt war, durch einen Geist ein Mittel anvertraut, um den Kranken herzustellen. Es hat ihn auf der Elbbrücke hart am Zahlhause ein starker Wirbelwind angestoßen, ihm den Mantel über den Kopf geworfen und so stark um gewickelt, dass er kaum Odem schöpfen konnte, sobald er aber, und zwar nicht ohne große Mühe, sich ein wenig ausgewickelt, hat eine starke deutsche vernehmliche Stimme zu ihm gesagt: „gehe jene Alten Dresden auf den Markt, da wirst Du einen Stein finden, den hebe auf und trage ihn in des Herren Haus und lasse ihn denselben unter das Haupt legen!“ Darauf ist er stracks fortgegangen, gerade vor sich von der Brücke nach dem Rathaus zu Alten Dresden, und er hat den Stein, worauf die Sonne geschienen, also gesehen, dass er etwas geglitzert, hat ihn aufgehoben und derselbe ist ihm in der Hand warm, je länger je mehr, wie eine Kohle geworden. Er hat sich also wieder zurück in die Festung begeben, unterwegs aber den Stadtpfeifer Meister Nickel, so ihm begegnet, angesprochen und ihn, was er mit dem Steine auf empfangenen Bericht tun solle gefragt, der ihm geantwortet, es sei mit solchen Herren nicht zu scherzen, er müsse andere Leute um Rat fragen, auf welche Reden er ferner bis an den Stall gekommen, und als er an der Ecke gegen die Fleischbänke die Stufen herab getreten, habe ihn abermals eine Stimme angeredet und zu drei unterschiedenen Malen zugesprochen: „gehe fort, gehe fort, gehe fort!“ darum er auch nicht abgelassen, bis er vor JJ. Fürstliche Gnaden Haus den Stein dem kurfürstlichen Küchenmeister präsentiert und übergeben hatte. Diesem aber erschien die Andeutung des Puppenmachers ebenso geheimnissvoll wie unklar, er zeigte die Sache an, und Ufer ward nun von zwei Hofräten gütlich und glimpflich vernommen, wo er dann die Sache, wie eben erzählt, zu Protokoll gab. Er meinte nun, was den Autor, dessen Stimme er gehört, anbelange, so denke er, derselbe sei ein Geist und zwar seines Erachtens ein gedoppelter, ein guter und ein böser Geist gewesen, der böse sei der Wirbelwind, der es auf der Brücke hätte verhindern wollen, dass er nicht sollte hinausgehen, der gute aber, der es ihm befohlen, dergleichen Geistes Stimme er zuvor nicht gehört oder davon gelesen, und ob er zwar auf Erinnerung gerne bekenne, dass von dergleichen guten Geistern so dergestalt mit den Menschen reden, wir in der Schrift keine Befehle noch Verheißungen haben, so halte er es doch für Gottes Stimme. Den Stein achte er für eine Kreatur und einen Kieselstein, glaube auch an den Stein nicht, gestehe es, dass Gott diesen Stein auch zu solchem Mittel nicht erschaffen, aber um der Stimme willen, die ihn geheißen, solchen Stein herzutragen, achte er seinem Gutdünken nach, dass er helfen solle etc. Es scheint aber, als ob weder der Kurfürst noch der Kranke Vertrauen zu der Kur mit dem Steine gehabt, also die geheimnissvolle Kraft des Steins nicht erprobt haben. Dauernde Genesung wenigstens ist nicht die Folge gewesen, denn Herzog August starb zu Ende des folgenden Jahres.

 

Quelle

S. von Weber: Aus vier Jahrhunderten 2. Leipzig 1858.

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