Sachsen-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Sachsen-Lese
Unser Leseangebot

Ulf Annel

Rinderschwanzsuppe und Kindertanzgruppe
Fröhliche Gedichte

Der Erfurter Autor Ulf Annel spielt mit dem Sinn und Unsinn von Worbedeutungen. Ein Buch für die ganze Familie mit farbigen Illustrationen von Katrin Kadelke.

Wie die Babuschen nach Groitzsch gekommen sind

Wie die Babuschen nach Groitzsch gekommen sind

Nahe bei Leipzig liegt das kleine Städtchen Groitzsch, dessen Hauptnahrungszweig in dem Anferigen von sogenannten Babuschen und Pantoffeln von Korduanleder bestand. Die Kunst, die ursprünglich türkische Fußbekleidungzu verarbeiten, soll von einem Schuhmachergesellen aus Groitzsch, der Neyer hieß, um das Jahr 1617 in seine Vaterstadt gebracht worden sein. Man erzählte , derselbe sei auf seiner Wanderung in der Fremde in die Hände eines algerischen Kosaren geraten und vin diesem nach Konstantinopel verkauft worden. Dort sei er als Gärtnerknecht in die Gärten des herrlichen Serails gekommen und habe dort mit einer Türkin Bekanntschaft gemacht, diese dann entführt und sie mit in sein Vaterland genommen. Da er nun aber keine Schätze mitgebracht hatte, kam er auf den Gedanken, solche Pantoffeln zu fertigen, wie sie in der Türkei sowohl von Männern als auch von Frauen getragen wurden. Er hatte außerdem im Ausland die Aufbereitung des Korduanleders gelernt, gelang ihm diese Spekulation so gut, dass er nicht bloß selbst dadurch reich wurde, sondern dass auch seine Vaterstadt von da an fast ganz Europa mit diesem Schuhwerk, den Pantoffeln, versorgte.

Quelle

Nach Ernst Widar Amadeus Ziehnert (1814-1839)

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Die lange Schicht von Ehrenfriedersdorf
von Johann August Ernst Köhler
MEHR
Das unglückliche Schuhwerfen zu Cossebaude
von Johann Georg Theodor Gräße
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen