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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meisetr und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Das Georgenfelder Hochmoor

Das Georgenfelder Hochmoor

Almut Philipp

Erzgebirge

Zinnwald-Georgenfeld in der Altenberger Urlaubsregion ist bei Winterurlaubern anerkannt und beliebt, vor allem mit seinem großen Loipennetz. Mit dem Biathlonsport, der nahe gelegenen Bobrennbahn und dem Eiskanal ist die Sportregion international bekannt.

Auch im Frühjahr und Sommer gibt es Besonderes zu erleben. Neben zahlreichen Wanderwegen und kleinen Restaurants zum Einkehren gibt es Tagesausflüge mit dem Fahrrad, E-Bike oder Motorrad. Nur etwa 400 Meter hinter dem höchstgelegenen Hotel des Osterzgebirges, dem Hotel Lugsteinhof, beginnt das Naturschutzgebiet Georgenfelder Hochmoor.

Das südlich der Lugsteine gelegene Hochmoor befindet sich nur zu etwa einem Zehntel, 12 Hektar, auf der sächsischen Seite. Die größere Fläche des etwa 120 Hektar großen Moorgebietes liegt auf der böhmischen Seite.

Hochmoore im Erzgebirge

Hochmoore kommen in niederschlagsreichen Gebieten mit gemäßigt kühlem Klima vor. Im Erzgebirge entwickelten sie sich seit 10 000 Jahren mit dem Ende der letzten Eiszeit. Neben Wäldern, Fluss- und Bachauen entstanden in offeneren Bereichen die Hochmoore. Als eines der wichtigsten Hochmoore des Erzgebirges befindet sich der „Kleine Kranichsee“ südwestlich von Johanngeorgenstadt. Nahebei liegt der „Große Kranichsee“. Im Erzgebirge ist das Naturschutzgebiet der „Mothäuser Heide“ das älteste Moor- und Schutzgebiet. Das „Hormersdorfer Hochmoor“ ist mit 3,58 Hektar eines der kleinsten der erzgebirgischen Hochmoore.

Das Georgenfelder Hochmoor

Über die Jahrtausende ist das Georgenfelder Hochmoor an einigen Stellen 4 bis 5 Meter mächtig gewachsen. Das Altenberger Gebiet ist allerdings seit vielen Jahrhunderten auch Bergbaugebiet. Ein im 16. Jahrhundert angelegtes Staubecken speicherte abfließendes Wasser aus dem Moor. Damit wurden dann die Wasserkünste und die Pochmühlen des Bergwerkes betrieben.

Auch der bis 1900 und besonders nach 1918 in großem Umfang betriebene Torfabbau setzte dem Hochmoor zu. Nur ein Drittel des Moores blieb bestehen. Der „Landesverein sächsischer Heimatschutz“ kaufte die Reste des Gebietes und stellte das Moor bereits ab 1926 unter Naturschutz.

In der Gegenwart wird das Moor einer umfangreichen Revitalisierung unterzogen, was zunächst bedeutet, dass eine verstärkte Wiedervernässung angestrebt wird. So wurden 2013 mit technischen Eingriffen 120 Grabensperren errichtet und Spundwände gebaut, um alte Gräben zu verschließen und das Wasser im Moor zu halten.

Durch das Moor führt ein 1,2 Kilometer langer Lehrpfad. Der Knüppelweg führt über alte Entwässerungsgräben und an Torfabbaukanten vorbei. Eine Aussichtsbrücke gibt den Blick auch über den böhmischen Teil frei, die Grenze zur Tschechischen Republik führt durch das Moor.

Im Reich der Moorkiefer

Schautafeln begleiten den Besucher auf dem Weg. Die typischen Pflanzen und Torfmoose werden erläutert. Moosbeeren, rundblättriger Sonnentau, in großen Mengen berauschend wirkende Rauschoder Trunkelbeeren, armblütige Segge, Sumpfveilchen, Wollgräser, immergrüner Sumpfporst und europäischer Siebenstern gilt es zu entdecken. Die Torfmoose nehmen ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes an Wasser auf. Sie bilden nach dem Absterben den Torf im Moor.

Die Zwergbirke ist ein Eiszeitrelikt der Kammhochmoore, wie sie im Westerzgebirge vorkommen. Sie wurde hier angepflanzt.

Ganz besonders schön erblüht im Juni und Juli in der Randlage des Moores das streng geschützte gefleckte Knabenkraut, eine einheimische Orchidee.

An sogenannten Bulten, wo das Höhenwachstum des Torfmoores trockene Erhöhungen bildet, wachsen auch Heidelbeere und Heidekraut.

Der charakteristische Baum der Moore des Erzgebirges ist die Moorkiefer. Das Georgenfelder Moor gilt als typisches Latschenkieferhochmoor. Im Frühjahr zeigt sich ihre ganze Pracht, die Blüten an den neuen Trieben erstrahlen in zarten gelb- bis lilafarbenen Farbtönen. Je nach Standort zeigt sich die Moorkiefer in unterschiedlicher Gestalt, mal als verzweigter Baum, mal als Stamm.

Mit der Revitalisierung des Moores wird auch der Lebensraum des in Osteuropa einst weitverbreiteten Birkhuhns neu gemanagt. Die Population im Erzgebirge ist eine der bedeutendsten in Mitteleuropa nördlich der Alpen. So ist hier der Birkhuhnschutz eine weitere Aufgabe bei der
Wiederbelebung des Moores.

Als Erinnerung an die Arbeiter, die hier einst Torf als Heizmaterial abbauten, steht am Ende des Lehrpfades eine Moorhütte, wie sie auch im Wappen von Zinnwald-Georgenfeld abgebildet ist.

Impressionen aus dem Hochmoor

 

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Fotos: Almut Philipp.

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