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Matt Lamb Kirche Bergern

Klaus von der Weiden, Susanne Wellhöfer

Es klingt fast wie ein Märchen, da kommt ein großer amerikanischer Künstler in ein kleines thüringisches Dorf und gestaltet dort die bisher unbedeutende Dorfkirche mit seinen Werken aus. Und doch ist es so geschehen in Bergern unweit der Kleinstadt Bad Berka. Die kleine Broschüre erzählt von der Kirche, dem Künstler und dem Werk, und wie es zu dieser unglaublichen Begenheit kam.

 Lausitzer Honigkuchen und Pulsnitzer Pfferkuchen

Lausitzer Honigkuchen und Pulsnitzer Pfferkuchen

Pulsnitzer Pfefferkuchen wie wir ihn heute kennen.
Pulsnitzer Pfefferkuchen wie wir ihn heute kennen.

Abgesehen von dem heutigen geschützten Namen Pulsnitzer Pfefferkuchen weisen das Rezept aus dem Mittelalter Lausitzer Honigkuchen und die Grundrezepte der heutigen Leb- oder Pefferkuchen aus Pulsnitz in der Lausitz Ähnlichkeiten auf. Heute wird der Teig zunächst mit Roggen- und Weizenmehl angesetzt; das gemischte Mehl wird kräftig mit Zuckersirup durchgeknetet. Dieser Teig wird dann, und das ist typisch für die Pulsnitzer Lebkuchen, 4 bis 6 Wochen in einem kühlen Keller abgestellt; er ruht. In dem nächsten Arbeitsgang wird Hirschhornsalz und eine Gewürzmischung zugegeben; wiederum wird der Teig kräftig durchgeknetet. Die Gewürzmischung ist das große Geheimnis der verschiedenen Lebkuchenhersteller, oft Familienbetriebe, in Pulsnitz, das streng gehütet wird. Die Bezeichnung Pfefferkuchen geht auf den Namen aus dem Mittelalter zurück, als ganz allgemein eine exotische Gewürzmischung als Pfeffer bezeichnet wurde. Ihnen wurde eine belebende und heilende Wirkung zugeschrieben.

Sehr beliebt sind heute mit Marmeladen gefüllte und mit Kaltbitterschokolade überzogene Pfefferküchlein als traditionelles Festtagsgebäck.

Wenn Sie, liebe Leser, noch einen kühlen Keller zum Ruhen des Teiges haben, halten Sie sich für die Gewürzmischung an das uralte Rezept aus dem Mittelalter - auch Ihr Pfferkuchen wird wohlschmeckend sein.

                                                                                                                                                         Ursula Brekle

Lausitzer Honigkuchen, Rezept aus 1691

Deutsche Fotothek: Ständebuch & Beruf & Handwerk & Bäcker & Küchler & Lebküchler & Lebzelter & Lebkuchenhersteller
Deutsche Fotothek: Ständebuch & Beruf & Handwerk & Bäcker & Küchler & Lebküchler & Lebzelter & Lebkuchenhersteller

Koche 6 Pfd. weißen Honig zur Probe, lasse ihn etwas verkühlen und rühre ihn dann mit feinem Roggenmehl zu einem nicht zu festen Teig und lasse ihn drei bis vier Monate in einem kühlen trockenen Keller liegen. Will man ihn verarbeiten, so nehme man auf diesen Teig 1/2 Pfd. feingeschnittenen Citronat, 1/ 2 Pfd. feingewiegte Orangeschalen, 3 Pfd. grob geschnittene geröstete Mandeln‚ 3 Lth.* Nelken und auf 2 Pfd. Teig 1/ 2 Lth. mit etwas Wasser aufgelöste Pottasche und etwas Ammonium darunter, arbeite dann alles auf einer Brechbank tüchtig durch und verarbeite ihn alsdann zu beliebigen Tafeln.

 

*  Abkürzung Lth.=Loth. 1 Loth entspicht heute ca. 14 bis 18 Gramm.

 

Quelle des Rezeptes Lausitzer Honigkuchen: Romantische Reisen durch Sachsen.VEB F.A.Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, S. 142.

 

Bildnachweis: Beide Bilder stammen aus Wikimedia Commons; sie sind gemeinfrei.

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