Sachsen Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.sachsen-lese.de
Unser Leseangebot

Florian Russi:

Alids Traum

12 Einhorngeschichten

Mit diesen Geschichten entführt Florian Russi in die Welt der Einhörner und der Götter, Menschen und Tiere, denen sie begegnen.

Auch als E-Book erhältlich 

 Lausitzer Honigkuchen und Pulsnitzer Pfferkuchen

Lausitzer Honigkuchen und Pulsnitzer Pfferkuchen

Pulsnitzer Pfefferkuchen wie wir ihn heute kennen.
Pulsnitzer Pfefferkuchen wie wir ihn heute kennen.

Abgesehen von dem heutigen geschützten Namen Pulsnitzer Pfefferkuchen weisen das Rezept aus dem Mittelalter Lausitzer Honigkuchen und die Grundrezepte der heutigen Leb- oder Pefferkuchen aus Pulsnitz in der Lausitz Ähnlichkeiten auf. Heute wird der Teig zunächst mit Roggen- und Weizenmehl angesetzt; das gemischte Mehl wird kräftig mit Zuckersirup durchgeknetet. Dieser Teig wird dann, und das ist typisch für die Pulsnitzer Lebkuchen, 4 bis 6 Wochen in einem kühlen Keller abgestellt; er ruht. In dem nächsten Arbeitsgang wird Hirschhornsalz und eine Gewürzmischung zugegeben; wiederum wird der Teig kräftig durchgeknetet. Die Gewürzmischung ist das große Geheimnis der verschiedenen Lebkuchenhersteller, oft Familienbetriebe, in Pulsnitz, das streng gehütet wird. Die Bezeichnung Pfefferkuchen geht auf den Namen aus dem Mittelalter zurück, als ganz allgemein eine exotische Gewürzmischung als Pfeffer bezeichnet wurde. Ihnen wurde eine belebende und heilende Wirkung zugeschrieben.

Sehr beliebt sind heute mit Marmeladen gefüllte und mit Kaltbitterschokolade überzogene Pfefferküchlein als traditionelles Festtagsgebäck.

Wenn Sie, liebe Leser, noch einen kühlen Keller zum Ruhen des Teiges haben, halten Sie sich für die Gewürzmischung an das uralte Rezept aus dem Mittelalter - auch Ihr Pfferkuchen wird wohlschmeckend sein.

                                                                                                                                                         Ursula Brekle

Lausitzer Honigkuchen, Rezept aus 1691

Deutsche Fotothek: Ständebuch & Beruf & Handwerk & Bäcker & Küchler & Lebküchler & Lebzelter & Lebkuchenhersteller
Deutsche Fotothek: Ständebuch & Beruf & Handwerk & Bäcker & Küchler & Lebküchler & Lebzelter & Lebkuchenhersteller

Koche 6 Pfd. weißen Honig zur Probe, lasse ihn etwas verkühlen und rühre ihn dann mit feinem Roggenmehl zu einem nicht zu festen Teig und lasse ihn drei bis vier Monate in einem kühlen trockenen Keller liegen. Will man ihn verarbeiten, so nehme man auf diesen Teig 1/2 Pfd. feingeschnittenen Citronat, 1/ 2 Pfd. feingewiegte Orangeschalen, 3 Pfd. grob geschnittene geröstete Mandeln‚ 3 Lth.* Nelken und auf 2 Pfd. Teig 1/ 2 Lth. mit etwas Wasser aufgelöste Pottasche und etwas Ammonium darunter, arbeite dann alles auf einer Brechbank tüchtig durch und verarbeite ihn alsdann zu beliebigen Tafeln.

 

*  Abkürzung Lth.=Loth. 1 Loth entspicht heute ca. 14 bis 18 Gramm.

 

Quelle des Rezeptes Lausitzer Honigkuchen: Romantische Reisen durch Sachsen.VEB F.A.Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, S. 142.

 

Bildnachweis: Beide Bilder stammen aus Wikimedia Commons; sie sind gemeinfrei.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Eierlikör nach altem DDR-Rezept
von Dipl.-Päd. Ursula Brekle
MEHR
Sächsischer Osterkuchen
von Dipl.-Päd. Ursula Brekle
MEHR
Soljanka nach altem DDR-Rezept
von Dipl.-Päd. Ursula Brekle
MEHR