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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Der Feuersegen zu Bautzen

Der Feuersegen zu Bautzen

Bautzen. Abbildung von Matthäus Merian dem Älteren (1620-1650)
Bautzen. Abbildung von Matthäus Merian dem Älteren (1620-1650)
Es geschah in der Zeit, als der Krieg 30 Jahre tobte. Hunger, Armut und Krankheiten breiteten sich aus. Dörfer und Städte wurden durch die Soldatestka zerstört. Die Verrohung der Menschen durch die Gewalt  war an der Tagesordnung. Da kam eine Zigeunerfamilie, die sich auf Wanderschaft befand,  nach Bautzen. Die Eltern und vier Kinder waren vom Wandern müde, der Vater und zwei Kinder waren krank. Die starke Mutter nahm die zwei gesunden Kinder und ging von Haus zu Haus. Sie bat dringend um eine Unterkunft, weil ihr Mann vom Fieber geschüttelt zusammen gebrochen war.
Aber ihre Bitten wurden nicht erhört. Sie stieß auf kalte Herzen und verschlossene Türen. Da gingen sie zum Stadttor zurück, um dort in der nassen und kalten Nacht im Freien zu ruhen.
Es kam ein Mann vorbei, der selbst arm aussah und alte Kleider trug. Als die Familie ihr trauriges Schicksal erzählte, erbarmte sich der Mann und nahm alle sechs mit in sein Häuschen in der Goschwitz, unweit der äußeren Stadtmauer. Sie aßen gemeinsam ein einfaches Abendbrot. Dann schüttete der Gastgeber frisches Stroh auf, worauf die Familie schlafen konnte.
Die Eltern und Kinder blieben solange, bis alle Familienmitglieder wieder gesund gepflegt waren. Dann brachen sie wieder nach Ziegeth in Ungarn auf, wo ihre Großfamilie lagerte.
Als sie sich verabschiedeten, sprach der Zigeuner: „Wir wollen nicht weggehen ohne einen Dank, an den ihr euch erinnern sollt. Als wir Not litten, habt ihr uns Obdach gegeben. Dafür soll euer Haus von Stund an vor jeder Feuerbrunst geschützt sein. Und wenn die ganze Stadt lichterloh in Flammen steht - euer Haus soll unberührt bleiben!" Leise sagte er noch einen Segensspruch auf, ehe die Familie endgültig aufbrach.
Zunächst  konnte der Besitzer nicht an den Segen glauben. Aber bald sollte sich zeigen, dass der Fremde die Wahrheit gesagt hatte. Bautzen wurde von den Kaisertruppen unter dem Befehl des Joachim Rüdiger von der Goltz besetzt. Nachdem wieder einmal eine Schlacht verloren ging und die Sachsen anrückten, ließ der Feldherr die Stadt an allen vier Ecken anzünden. Die ganze innere Stadt brannte total ab. Nur das kleine Haus in der Goschwitz blieb verschont.
Danach war das Haus noch 200 Jahre bewohnt. Schließlich musste es wegen Baufälligkeit abgerissen werden.  Auf dem Grund wurde ein Garten angelegt, in dem es bis heute  prachtvoll grünt und blüht.
Die alte Sage wurde nacherzählt von Ursula Brekle.

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