Sachsen Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.sachsen-lese.de
Unser Leseangebot

Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Die Meißner Fummel

Die Meißner Fummel

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

So sieht die Meißner Fummel aus!
So sieht die Meißner Fummel aus!
Warnhinweis: Sie sieht weder besonders gut aus noch schmeckt sie beachtenswert! Aber sie hat eine großartige Geschichte.

Zitat:

„Es heißt, August der Starke habe schon die hauchdünnen Fummel anfertigen lassen. Denn zwischen Dresden und Meißen verkehrten regelmäßig sächsische Kuriere, die das Meißner Porzellan transportierten und es zu oft zerbrachen, da sie dem Meißner Wein sehr zugetan waren. Daraufhin befahl der Kurfürst der Bäckerzunft zu Meißen, ein leicht zerbrechliches Gebäck herzustellen. Fortan mussten sie die Fummel auf ihrem Weg bei sich tragen und bei Ankunft unversehrt vorzeigen."[1]
(Vergleiche dazu: http://www.sachsen-lese.de/index.php?article_id=133 )


Die erste schriftliche Erwähnung dieses Feingebäckes mit der geschützten Herkunftsbezeichnung reicht in das Jahr 1747 zurück. Damals hieß sie noch Fommel.

Das Grundrezept bestand schon immer aus den Zutaten Fett, Mehl, Salz und etwas Wasser oder Ei, entsprach also dem Rezept eines einfachen Nudelteiges. Die Kunst besteht in der Mischung, die die Meißner Fummel-Bäcker streng geheim halten, und im hauchdünnen Ausrollen des Teiges - und, das ist der Höhepunkt, der Teig wird angestochen und mit Luft aufgeblasen. Deshalb fassen Sie es nicht als Witz auf, Sie brauchen für die Herstellung als wichtigstes Requisit einen Strohalm!

Nun der Vorschlag zur Mixtur:

100 g Butter (zimmerwarm)
2 Eigelb
200 g Weizenmehl Typ 1050
1 gehäufter Teelöffel Zucker
Salz


Mehl, Zucker und Salz werden gut gemischt und auf ein großes Brett gegeben. Dann die Butter zufügen und den Teig 10 Minuten kneten, bis er elastisch ist. (Man kann weniger Fett nehmen und dafür 1-2 EL lauwarmes Wasser einsetzen.) Den Teig ½ Stunde ruhen lassen, nochmals kräftig kneten. Daraus werden 2 Teigplatten möglichst dünn ausgerollt. Die halbe Seite einer Platte mit Eigelb bestreichen und die andere Hälfte darüber klappen und an den Rändern gut andrücken. Nun die beiden Teigstücke umgedreht auf das Backblech mit Backpapier legen. Mit dem Strohhalm jeweils die obere Hälfte der Teigtaschen anstechen und vorsichtig aufblasen.
Den Backherd auf 230° C vorheizen und das Blech auf die mittleren Schiene einschieben. Ca. 5 Minuten überbacken. Noch warm mit Puderzucker bestäuben. Guten Appetit!


[1] https://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/14051.htm

Bildnachweis: Foto: Urheber Eremeev

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Gefüllte Paprikaschoten
von Dipl.-Päd. Ursula Brekle
MEHR
Martinsgans und Martinstag
von Dipl.-Päd. Ursula Brekle
MEHR