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Florian Russi
Papier gegen Kälte

Manfred Hoffmann, ehemals Klassenbester, ist ein angesehener Kinderarzt mit eigener Praxis und strebt nach dem Professorentitel. Stets bemüht, allen in ihn gesetzten Erwartungen zu entsprechen, steuert sein Leben in eine Sackgasse. Die jahrelange wissenschaftliche Arbeit erweist sich plötzlich als vergebens, sein Karriereaufstieg ist gefährdet, seine Ehe gescheitert, alle Erwartungen enttäuscht. Auf der Suche nach Genugtuung und nach Rechtfertigung begibt er sich auf Wege, die gefährlich weit in die Netze der organisierten Kriminalität ziehen.

Eine packende Mischung aus Entwicklungsroman und spannendem Thriller.

auch als E-Book erhältlich

Schwere Last durch modernen Lebensstil

Schwere Last durch modernen Lebensstil

Diana Smikalla

Fettsucht ist ein inzwischen weit verbreitetes Volksleiden. Auch Leipziger Mediziner arbeiten daran, die auslösenden Faktoren und Mechanismen zu verstehen. Dabei rücken unter anderem das Fettgewebe, die Aktivitäten von Hormonen und Entzündungen in den Blick der Grundlagenforscher.

August II. von Sachsen hatte auch die Last mit den Pfunden.
August II. von Sachsen hatte auch die Last mit den Pfunden.

Mit Bauch, Doppelkinn und „Hüftgold" gehen Übergewichtige im mehrfachen Sinne belastet durchs Leben. Denn häu?g tragen sie gesundheitliche, seelische und soziale Folgen, leiden unter Spott und Selbstvorwürfen. Medizinisch gesprochen ist die Adipositas, der Fachbegriff für Fettsucht, durch eine Zunahme der Fettgewebsmasse gekennzeichnet und sichtbarer Ausdruck eines chronischen Energieüberschusses. Genetische, Umwelt- und Verhaltensfaktoren tragen gemeinsam zum Entstehen bei. Einen wesentlichen Beitrag leistet unser Lebensstil mit seinem ständigen Überangebot an Nahrung, deutlich weniger Bewegung als noch vor 100 Jahren und einer kontinuierlichen Reizüber?utung. Nicht umsonst zählt Adipositas mit einer Häu?gkeit von etwa 20 Prozent in der deutschen Normalbevölkerung zu den drängenden Gesundheitsrisiken. Die weltweite Zunahme wird zu einer Verkürzung der Lebenserwartung führen, weil mit Adipositas schwerwiegende Begleit- und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes‚ Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und bösartige Tumore einhergehen.

Vor diesem Hintergrund nimmt die Forschung im Bereich der gesamten Zivilisationserkrankungen eine wichtige Rolle ein. Die Leipziger Universitätsmedizin hat sich darauf spezialisiert. Davon zeugen zahlreiche fach- und institutionsübergreifende Forschergruppen, namentlich die Projekte LIFE, Nationale Kohorte, IFB AdipositasErkrankungen und der Sonderforschungsbereich (SFB) „Mechanismen der Adipositas".  

Letzterer hat besonders das gewachsene Fettgewebe im Blick. Es löst bei der Mehrzahl der Betroffenen eine Funktionsstörung aus. Zusammen mit einer Fehlverteilung, beispielsweise unter der Bauchdecke und in der Leber, ist sie wahrscheinlich für Begleit- und Folgeerkrankungen verantwortlich. Das Fettgewebe wurde lange Zeit als träges Energiespeicherorgan angesehen. Inzwischen weiß man, dass nur hier bestimmte Hormone produziert werden und es sich beim Fettgewebe um ein komplexes und hochaktives Organ handelt, das Ein?uss auf den gesamten Organismus nimmt. Adipositas ist außerdem oft mit einem chronischen Entzündungsgeschehen verbunden, zusätzlich scheint der programmierte Zelltod insbesondere im Bauchfett zuzunehmen.

Adipositas-Forscher ziehen aus dem Essverhalten oder genetischen Veranlagungen von Mäusen wertvolle Schlüsse. Foto: Waltraud Grubitzsch.
Adipositas-Forscher ziehen aus dem Essverhalten oder genetischen Veranlagungen von Mäusen wertvolle Schlüsse. Foto: Waltraud Grubitzsch.

 

„Die Erkrankung erfordert eine umsichtige und systematische Beurteilung aller Faktoren, die Stoffwechsel, Essverhalten und Energieverbrauch beein?ussen", stellt Professor Matthias Blüher, Sprecher des SFB, zusammenfassend fest. „Die Identi?zierung und individuelle Gewichtung dieser Faktoren, verstanden als ein hochkomplexes Faktorenbündel, ist Gegenstand intensiver Forschungen, die neue Aufschlüsse über Ursachen und Hintergründe einer folgenreichen Volkskrankheit versprechen."

Quelle: Alumi-Journal 1/2015, "600 Jahre Uni-Medizin".

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