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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Das Reginenfest

Das Reginenfest

Andreas Flegel

1993 zerstörte ein Brand mit dem markanten Amtshaus auf dem Eilenburger Schlossberg einen Teil des Wahrzeichens der Muldestadt. Zur Unterstützung seines zügigen Wiederaufbaus schlossen sich heimatverbundene Eilenburger in einem Burgverein zusammen. Doch Hangbewegungen ließen eine Rekonstruktion dieses schlichten Barockbaus in weite Ferne rücken. In Anbetracht der prekären Situation der weitläufigen Burganlage dehnte der Verein seinen Aktionsradius auf das gesamte geschichtsträchtige Areal aus. Durch vielfältigste Aktivitäten wurde die für die frühe sächsische Geschichte außerordentliche bedeutsame Eilenburg aus ihrem Dornröschenschlag gerissen.

Umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten wurden initiiert. Gemeinsam mit der Stadt Eilenburg konnten somit in den letzten Jahren mit dem Sorbenturm (1997/98), dem Burgtor und Teilen der äußeren Umfassungsmauer (2000-2002) bereits wesentliche Teile der mittelalterlichen Anlage vor dem Verfall bewahrt werden. Der Basteiweg und ein historischer Lehrpfad wurden neu angelegt. Ende 2003 erstrahlte auch der mächtige südliche Mauerturm wieder in alter Pracht. Mit der Sanierung und dem Ausbau des etwa 250 Jahre alten Gefängnisses als Vereinshaus sind die nächsten Ziele bereits abgesteckt. Mit Rat und Tat und nicht zuletzt mit erheblichen finanziellen Mitteln wird die Realisierung derartiger Projekte durch den Verein unterstützt. Die entsprechenden Mittel werden durch Spenden von Bürgern und Unternehmen aller Art sowie durch verschiedenste Veranstaltungsformen, wie Vorträge, Konzerte in den Bergkellern und nicht zuletzt durch die Reginenfeste aufgebracht.

Ansicht von Eilenburg 1650. Quelle: Sammlung H.-P.Haack, Leipzig
Ansicht von Eilenburg 1650. Quelle: Sammlung H.-P.Haack, Leipzig


Das Reginenfest, 1995 erstmalig als Burgfest veranstaltet, findet alljährlich am ersten bzw. zweiten Septemberwochenende statt. Es hat seinen Ursprung im 30jährigen Krieg. Als 1631 das kaiserliche Heer mit >>unendlicher Grausamkeit<< in Sachsen einfiel, ging der Kurfürst ein Bündnis mit dem Schwedenkönig ein. Bei Breitenfeld trafen die Heere Tillys und der Verbündeten aufeinander. Die Reihen der kampfunerfahrenen sächsischen Kontingente Iichteten sich schnell. >>Bloßen Hauptes<< flüchtete der Kurfürst vom Schlachtfeld und harrte im Eilenburger Gasthof >>Zum Roten Hirsch<< der Dinge, die nun kommen sollten. Am Abend überbrachte ein Eilbote die erlösende Nachricht vom Sieg der Schweden. Vor Freude ließ der Kurfürst in seinem Zimmer ein Tedeum durch die hiesige Kantoreigesellschaft anstimmen.

Martin Rinckart
Martin Rinckart

Der Eilenburger Geistliche und Poet Martin Rinckart verherrlichte den Tag durch ein Jubellied und auf seine Veranlassung fand ein drei Tage währendes Friedensfest statt. Da der Tag des Sieges, nach dem in protestantischen Landen noch gültigen julianischen Kalender der 7. September - einer der Namenstage der Heiligen Regina - war, nannte man die Friedensfeier Reginenfest. Treffender hätte die Bezeichnung kaum ausfallen können. Die Heilige Regina war eine frühchristliche Märtyrerin und ihr Name (in deutscher Übersetzung >>Königin<<) stellt unwillkürlich eine Assoziation zu dem als Glaubenshelden der Protestanten verehrten Schwedenkönig Gustav Adolf Il. her.

Der Eilenburger Geistliche und Poet Martin Rinckart verherrlichte den Tag durch ein Jubellied und auf seine Veranlassung fand ein drei Tage währendes Friedensfest statt. Da der Tag des Sieges, nach dem in protestantischen Landen noch gültigen julianischen Kalender der 7. September - einer der Namenstage der Heiligen Regina - war, nannte man die Friedensfeier Reginenfest. Treffender hätte die Bezeichnung kaum ausfallen können. Die Heilige Regina war eine frühchristliche Märtyrerin und ihr Name (in deutscher Übersetzung >>Königin<<) stellt unwillkürlich eine Assoziation zu dem als Glaubenshelden der Protestanten verehrten Schwedenkönig Gustav Adolf Il. her.

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